Mumps bei Kindern erkennen: Symptome richtig deuten
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Mumps bei Kindern erkennen: Symptome richtig deuten

Ihr Kind hat scheinbar eine Erkältung, aber wieso sind die Backen so dick geschwollen? Möglicherweise steckt Mumps dahinter. Viele Fälle von Ziegenpeter verlaufen ohne größere Beschwerden oder ähneln einem grippalen Infekt. Die Hamsterbacken gelten als typisches Erkennungsmerkmal der Viruserkrankung.

Achtung! Mumps hat eine lange Inkubationszeit

Es dauert eine Weile, bis nach einer Ansteckung die ersten Krankheitszeichen auftauchen. Bis zu drei Wochen vermehren sich die Erreger in den Schleimhäuten von Nase und Rachen, ohne dass es zu Beeinträchtigungen kommt.

Die Anfangssymptome von Mumps

In dieser Zeit arbeitet das Immunsystem mit Hochdruck an der Bekämpfung der Eindringlinge. Im sogenannten Prodromalstadium der Mumps treten die gleichen Symptome auf wie bei grippalen Infekten:- Müdigkeit und Abgeschlagenheit- Unwohlsein- Appetitlosigkeit- Husten- Schnupfen- Kopf- und Gliederschmerzen- Fieber bis 40 Grad Celsius.

Wieso schwellen bei der Mumps die Ohrspeicheldrüsen an?

Die Viren vermehren sich nicht nur in Schleimhäuten, sondern auch in den Speicheldrüsen. Davon besitzt der Mensch eine Menge - Hunderte verteilen sich über den ganzen Mund und Rachen. Die sechs größten sind paarig angelegt und liegen vor den Ohren, neben dem Unterkiefer und unter der Zunge. Betroffen sind sie bei Mumps vor allem die Ohrspeicheldrüsen.

Die Viren verursachen eine Entzündung, die zum Anschwellen der Organe führt.Der Nachwuchs klagt über Schmerzen beim Kauen und Schlucken und die betroffenen Stellen reagieren empfindlich auf Berührungen. Durch die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen ist die Haut darüber gestrafft, gerötet und überwärmt.

Zudem stehen die Ohren untypisch ab.Der Ziegenpeter tritt nicht zwangsweise auf beiden Seiten auf - bei einem Viertel der Fälle beschränken sich die Hamsterbacken auf nur eine Körperhälfte. Solche Schwellungen dauern drei bis acht Tage an.

Welche Komplikationen sind bei Mumps möglich?

Insbesondere bei Patienten unter zwei Jahren verläuft Mumps vielfach ohne nennenswerte Beeinträchtigungen. Bei anderen, vor allem älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind die Beschwerden erheblich und Zweiterkrankungen nicht unüblich - Komplikationen treten bei rund zehn Prozent der Patienten auf.

Hirnhautentzündungen

Die Erreger der Mumps haben eine Vorliebe für Schleimhäute und Drüsengewebe, sind aber in der Lage, bei einer massiven Infektion auch andere Organe und vor allem das Nervensystem zu befallen. Mit 60 Prozent der Fälle relativ häufig ist eine Hirnhautentzündung (Meningitis), die symptomlos und unerkannt bleibt oder mit Beschwerden beim Bewegen des Kopfes, Kopfschmerzen und einem steifen Nacken einhergeht. Im Extremfall greift die Entzündung auf das Hirn selbst über (Meningoenzephalitis).

Entzündungen des Innenohrs

Bei vier Prozent der Fälle erreichen die Viren Mittelohr und Gleichgewichtsorgan und führen zu vorübergehender (transienter) Schwerhörigkeit und/oder Gleichgewichtsstörungen. Bleibende Hörschäden sind selten und treten bei einer vom 20.000 Erkrankungen auf.

Hodenentzündungen

Bei Jungen und Männern gehört eine Hodenentzündung zu den unangenehmsten Komplikationen von Mumps. Im Kindesalter tritt sie nur selten auf, bei einer Erkrankung nach der Pubertät und im fortgeschrittenen Alter bei bis zu einem Drittel der Fälle.Eine solche Mumps-Orchitis ist meist einseitig und äußert sich mit einer schmerzhaften Rötung und Schwellung des betroffenen Hodens. Im Extremfall kann er seine Zeugungsfähigkeit verlieren.

Brust- und Eierstockentzündungen

Nicht ganz so häufig ist das weibliche Geschlecht von ähnlicher Unbill betroffen. Hier äußert sich Mumps in Entzündungen der Eierstöcke (Oophoritis) und/oder der Brustdrüsen (Mastitis).

Weitere Komplikationen

Selten sind weitere Organe von Entzündungsreaktionen betroffen, darunter Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Herz (Myokarditis) und Nieren (Nephritis). Ebenso sind Gelenkentzündungen (Arthritis) oder Blutarmut (Anämie) möglich.

Was macht der Arzt bei Mumps?

Die typischen Hamsterbacken wird ein Kinderarzt sofort der Mumps zuordnen. Liegt der Fall nicht so klar, nimmt er eine Blutprobe und lässt sie in einem hämatologischen Labor auf Antikörper gegen das Mumpsvirus untersuchen. IgM-Antikörper sind bereits wenige Tage nach der Infektion identifizierbar. In Ausnahmefällen wie dem Auftreten von Komplikationen ist ein direkter Nachweis der Erreger-RNA in Rachenabstrich, Nervenwasser (Liquor) oder Urin möglich.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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