Lupus erythematodes: Symptome und Therapie der Hautkrankheit
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Lupus erythematodes: Symptome und Therapie der Hautkrankheit

Bei Lupus erythematodes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die sich auf zahlreiche unterschiedliche Weisen äußert. Es gibt zwei Hauptformen und mehrere verschiedene Untertypen der Krankheit. Entsprechend vielfältig sind sowohl die möglichen Symptome wie auch die Formen der Therapie. Wir bieten Ihnen einen Überblick.

Die Hauptformen von Lupus erythematodes

Bei der kutanen Form von Lupus erythematodes wird vor allem die Haut in Mitleidenschaft gezogen: Sie entzündet sich, schuppt und vernarbt. Auch das Unterhautfettgewebe kann entzündliche Knötchen bilden. In sehr seltenen Fällen geht der kutane in den systemischen Lupus erythematodes über: Dieser zeitigt ebenfalls häufig Veränderungen im Hautbild, greift aber auch innere Organe an. Diese Form der Krankheit kann zum Tode führen – dank fortschrittlicher Diagnose- und Behandlungsmethoden kommt das aber nur noch selten vor. Die Therapie kann den Betroffenen ein nahezu beschwerdefreies Leben ermöglichen. Eine Heilung gibt es aber bislang noch nicht.

Symptome der kutanen Form in verschiedenen Untertypen

Je nach Form der Krankheit können sich vor allem am Gesicht, an Ohren und Kopf, an Dekolleté, Rücken und Armen Teile der Haut entzünden und verändern. Die betroffenen Bereiche können glatt oder schuppig, rund oder fleckig sein. Besonders auffällig ist das sogenannte Schmetterlingserythem, das sich über Nase und Wangen ausbreitet.

Manche Untertypen heilen mit der richtigen Therapie rückstandslos ab, andere können zu Narben führen. Entstehen diese Narben an ursprünglich behaarten Hautbereichen, wachsen die Haare hier nicht mehr nach, da die Wurzeln zerstört werden. Teilweise entstehen im Mund schmerzhafte offene Stellen. Der besondere Untertyp Chilblain-Lupus hängt mit Kälte zusammen und führt zu druckempfindlichen, blauroten Schwellungen häufig an den Fingern, seltener auch an den Zehen.

So äußert sich die systemische Form

Die ersten Symptome beim systemischen Lupus erythematodes sind unspezifisch: Die Patienten fühlen sich unwohl, müde und abgeschlagen, sind lichtempfindlich und verlieren Gewicht, ohne es zu wollen. Auch Hautprobleme treten oft auf. Bei fortgeschrittener Krankheit kommt es häufig zu Nieren- und Gelenkentzündungen. Die Lymphknoten können anschwellen und Leber, Milz, Herzbeutel und Rippenfell sich entzünden.

Weniger häufig werden auch Entzündungen von Bauchfell, Herzmuskel, Herzinnenhaut, Lunge, Muskulatur und Blutgefäßen festgestellt. Sie bedürfen einer schnellen Therapie, damit es nicht zu lebensbedrohlichen Gefäßverschlüssen kommt. Weitere Symptome, die ernsthafter Natur, aber relativ selten sind, sind etwa die Verminderung der Blutzellen oder neurologische Veränderungen, die bis zur Psychose führen können.

Therapie des kutanen Lupus erythematodes

Die Form der Krankheit, die ausschließlich die Haut befällt, wird im Normalfall zunächst mit kortisonhaltigen Cremes oder Salben behandelt. Reicht diese Therapie nicht aus, kann der Arzt auch ein Antimalariamittel wie Chloroquin oder Hydroxychloroquin verordnen. Dabei handelt es sich nicht um offiziell zugelassene Medikamente gegen Lupus erythematodes, aber sie haben sich in vielen Fällen als hilfreich erwiesen. Weshalb das so ist, ist noch nicht endgültig geklärt. Man weiß aber, dass die Medikamente das Immunsystem beeinflussen, ohne es zu unterdrücken. Und da das Immunsystem sich bei dieser Krankheit gegen den eigenen Körper wendet und Autoantikörper bildet, hat die Beeinflussung mehreren Erkrankten bereits gute Dienste geleistet. Lassen Sie sich diese Form der Therapie gegebenenfalls von einem Arzt genau erklären.

Zumeist bessern sich die Symptome unter der Gabe der Malariamittel innerhalb von sechs bis acht Wochen. Vor Beginn der Behandlung und auch währenddessen behält Ihr Arzt Ihr Blutbild sowie Ihre Leber– und Nierenwerte und auch Ihre Sehkraft stets im Auge. Je nach Untertyp der Krankheit können auch Thalidomid oder Retinoide eine Besserung bewirken. Bei drohender Narbenbildung ist eine Behandlung mit Kortisontabletten möglich.

Behandlungsmöglichkeiten der systemischen Form

Der systemische Lupus erythematodes wird häufig ebenfalls unter ständiger Kontrolle der Werte mit den oben genannten Mitteln gegen Malaria behandelt. Sind die Symptome sehr stark, kann der Arzt zu Kortisonpräparaten greifen. In schweren Fällen sind auch Immunsuppressiva für die Therapie geeignet, aber viele Ärzte sehen lieber davon ab, weil das die Patienten anfälliger für Infekte macht. Bei der selten auftretenden Verminderung der Blutzellen besteht die Möglichkeit, durch Infusionen von Immunglobulinen oder spezieller Antikörper die körpereigene Bildung von Autoantikörpern zu unterdrücken.

Das können Sie selber tun

Sie können die Therapie unterstützen, indem Sie jeden Tag Sonnenschutz gegen UV-Strahlen auftragen: Diese Strahlung kann Schübe der Krankheit hervorrufen. Frauen sollten auf eine Verhütung ohne Hormone setzen, da Östrogen Immunreaktionen verstärkt. Rauchen erhöht das Risiko lebensgefährlicher Gefäßverschlüsse, daher sollten Sie davon absehen. Leiden Sie am Chilblain-Lupus erythematodes, sollten Sie vorsorglich Hände und Füße stets warmhalten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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