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mann wird durch arzt künstlich beatmet
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Lungenschwäche (respiratorische Insuffizienz): Wann droht eine Ateminsuffizienz?

Lungenschwäche, auch respiratorische Insuffizienz oder Ateminsuffizienz genannt, beschreibt die Unfähigkeit der Lunge, ausreichend Sauerstoff aufzunehmen und an das Blut weiterzugeben. Die Sauerstoffunterversorgung führt zu Schäden im Lungengewebe und in anderen Organen. Wann Lungenschwäche droht.

Was ist Lungenschwäche?

Bei der Lungenschwäche (respiratorische Insuffizienz, Ateminsuffizienz) handelt es sich um eine Lungenfunktionsstörung. Die Lunge kann nicht mehr ausreichend Sauerstoff aus der Luft aufnehmen und an das Blut weitergeben. Der Gasaustausch in der Lunge ist gestört. Es kommt zu einer fortschreitenden Sauerstoffunterversorgung des Körpers. Die Ateminsuffizienz kann akut (plötzlich) oder chronisch auftreten.

Akute und chronische Lungenschwäche: der Unterschied

Die akute Ateminsuffizienz ist eine plötzlich eintretende lebensbedrohliche Lungenfunktionsstörung, die zur Sauerstoffunterversorgung des Körpers führt, zum Beispiel bei schweren Lungenentzündungen.

Die chronische respiratorische Insuffizienz hingegen entwickelt sich langsam. Im Anfangsstadium zeigen sich leichte Symptome, die im weiteren Verlauf immer mehr zunehmen. Später kommen Atembeschwerden bis hin zu Atemnot, Husten, körperliche Abgeschlagenheit und Leistungsabfall hinzu. Die chronische Ateminsuffizienz ist das unheilbare Endstadium chronischer Lungenerkrankungen, zum Beispiel einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) oder einer Lungenfibrose (Narbenlunge).

Was ist ventilatorische Insuffizienz?
Von einer ventilatorischen Insuffizienz sprechen Ärzte, wenn es zusätzlich zur erschwerten Sauerstoffaufnahme zu einer erschwerten Ausatmung von Kohlendioxid kommt.

Was sind die Ursachen einer Ateminsuffizienz?

Die Ursachen einer Ateminsuffizienz sind unterschiedlich. Meist sind es Lungenerkrankungen, allen voran die Lungenentzündung (Pneumonie) und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sowie Lungenfibrose (Narbenlunge), welche die akute und chronische Ateminsuffizienz auslösen. Weitere Ursachen für Lungenschwäche sind unter anderem Erkrankungen des Herzens (Herzinfarkt, Herzinsuffizienz), des Nervensystems, der Muskulatur (Querschnittslähmung, Lateralsklerose) und des Blutsystems (Blutarmut).

Lungenschwäche: Symptome der Ateminsuffizienz

Die Symptome der respiratorischen Insuffizienz sind davon abhängig, ob es sich um eine akute Ateminsuffizienz oder eine chronische Ateminsuffizienz handelt.

Symptome der akuten Ateminsuffizienz sind:

  • akute, schwerste Luftnot (Dyspnoe)
  • Schmerzen beim Atmen
  • Schmerzen in der Brust
  • verstärkte Atmung (Abstützen des Oberkörpers auf einer Stuhllehne aktiviert die Atemhilfsmuskulatur)
  • Husten (eventuell mit Auswurf)
  • Todesangst/ Erstickungsangst
  • kalter Schweiß
  • Verwirrtheit
  • Ohnmacht
  • bläuliche Verfärbung von Lippen und Fingern

Die chronische Ateminsuffizienz hingegen verläuft milder. Bei ihr steht die auslösende Grunderkrankung mit ihren Symptomen im Vordergrund.

Symptome der chronischen Ateminsuffizienz sind:

  • körperlicher Leistungsabfall
  • erschwerte Atmung
  • Nachlassen geistiger Fähigkeiten
  • Kopfschmerzen
  • Wassereinlagerungen in den Beinen
  • Veränderungen an Fingern und Nägeln (Trommelschlegelfinger, Uhrglasnägel)

Was tun bei akuten Atemproblemen?

Leiden Sie unter akuter Atemnot ohne klare Ursache, sehr starken stechenden und brennenden Schmerzen in der Brust, Herzrasen sowie Druck und massivem Engegefühl in der Brust, kann neben der Lunge auch das Herz (Herzinfarkt) betroffen sein. Rufen Sie sofort den Notarzt unter 112. Der Notarzt wird Sie zur weiteren Abklärung der Symptome in ein auf Lungen- und Herzkrankheiten spezialisiertes Krankenhaus bringen.

Notfall
Die akute Ateminsuffizienz ist ein Notfall. Es muss sofort der Notarzt unter 112 gerufen werden. Bis dieser den Patienten erreicht, müssen Erste Hilfe-Maßnahmen durchgeführt werden. Der Betroffene muss sitzend oder mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden. Er soll sich nicht selbst bewegen. Öffnen Sie die Fenster und lockern Sie beengende Kleidung. Kommt es zum Atemstillstand, starten Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (Herzdruckmassage).

Zu welchem Arzt mit chronischen Atemproblemen?

Bemerken Sie, dass Ihre Atmung bei Belastung erschwert ist, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit abnimmt, Sie unter ständigem Hustenreiz leiden oder sich Wassereinlagerungen in den Beinen bilden, sollten Sie einen Termin beim Arzt vereinbaren und die Ursache abklären lassen. Da die genannten Symptome bei einer Reihe verschiedener Erkrankungen auftreten, ist es wahrscheinlich, dass Sie mehrere Ärzte aufsuchen müssen. Ein erster Ansprechpartner kann ein Facharzt für Allgemeinmedizin sowie ein Facharzt für Innere Medizin sein. Dieser kann Sie zur weiteren Abklärung an entsprechende weitere Fachärzte wie Pneumologen und Kardiologen überweisen.

Behandlung der akuten Ateminsuffizienz

Bei einer akuten Ateminsuffizienz muss rasch die Aufnahme in ein Krankenhaus erfolgen, da es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall handelt. Intensivmedizinisch erfolgt die Gabe von Sauerstoff und Medikamenten. In schweren Fällen ist eine Beatmung notwendig. Abhängig vom Schweregrad der akuten Ateminsuffizienz erfolgt die Therapie auf der Normalstation oder auf der Intensivstation. Zudem wird die Grunderkrankung beziehungsweise der Auslöser der akuten Ateminsuffizienz behandelt.

Behandlung der chronischen Ateminsuffizienz

Die Behandlung der chronischen Ateminsuffizienz verfolgt immer zwei Ziele: die Therapie der Grunderkrankung sowie die Therapie der chronischen Atemschwäche. Wird die Grunderkrankung behandelt, lassen sich in der Regel auch die Symptome der Ateminsuffizienz verbessern – und zum Teil sogar ganz beheben. Bleibt die Lungenschwäche bestehen und ist sie mit starken Atemeinschränkungen verbunden, ist die Gabe von Sauerstoff unverzichtbar. Viele Patienten bekommen ein Sauerstoffgerät oder ein spezielles Beatmungsgerät für zuhause, um über eine Maske mit Sauerstoff versorgt zu sein und Kohlendioxid besser ausatmen zu können. Die eingesetzten Geräte unterstützen den Gasaustausch in der Lunge.

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Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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