Legionellen: Symptome einer Infektion mit den Bakterien
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Legionellen: Symptome einer Infektion mit den Bakterien

Die Symptome einer Infektion mit Legionellen werden schnell als Grippe fehlgedeutet. Gerade für immunschwache Menschen kann die Legionärskrankheit allerdings dramatisch verlaufen. Deshalb erfahren Sie hier alles, was Sie zu Symptomen und Diagnose wissen müssen.

Was sind Legionellen?

Legionellen sind eine Gruppe von Bakterien – 48 Unterarten sind bisher bekannt. Für Menschen gefährlich ist vor allem die Infektion mit dem Bakterium Legionella pneumophila, denn es verursacht die gefährliche Legionellenpneumonie, auch Legionellose oder Legionärskrankheit genannt.

Die Legionellen leben im Wasser und vermehren sich am stärksten bei Temperaturen zwischen 20 und 55 Grad Celsius. Erst bei über 60 Grad Celsius werden sie abgetötet. Ideale Brutbedingungen findet der Krankheitserreger deshalb in Warmwasser- und Klimaanlagen.

Symptome einer leichten Legionellose: Pontiac-Fieber

Das Pontiac-Fieber ist die leichte Verlaufsform der Legionellose mit einer sehr kurzen Inkubationszeit – schon ein bis zwei Tage nach der Infektion zeigen sich grippeähnliche Symptome:

  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Halsweh
  • Fieber
  • Schwindel

Die sonst typische Lungenentzündung bleibt beim Pontiac-Fieber aus, sodass die Erkrankung meist gar nicht als Legionelleninfektion erkannt wird.

Symptome einer schweren Legionelleninfektion: Legionärskrankheit

Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung: Die sogenannte Legionellenpneumonie wird von denselben Bakterien ausgelöst wie das Pontiac-Fieber, ist aber wesentlich gefährlicher. Von der Ansteckung mit den Legionellen bis zum Ausbruch der ersten Symptome vergehen bis zu zehn Tage. Dann tritt die Krankheit ganz plötzlich auf den Plan:

  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • trockener Husten
  • Schmerzen in der Brust
  • Atemnot
  • hohes Fieber
  • Schüttelfrost

In einigen Fällen bringen die Legionellen auch den Magen-Darm-Trakt durcheinander, was sich durch folgende Symptome zeigt:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit bis Erbrechen
  • Durchfall

Gelegentlich befallen die Legionellen das Nervensystem, zum Beispiel in Form einer Hirnhautentzündung, und lösen dabei Benommenheit und Verwirrungszustände aus.

Diagnose und Test auf Legionellen

Wenn Sie Symptome für eine Lungenentzündung bei sich feststellen, wird zunächst der Brustkorb geröntgt. Bestätigt sich der Verdacht einer Pneumonie, kann ein Urintest Sicherheit geben: Schon 24 Stunden nach der Ansteckung ist der Nachweis von Legionellen im Harn möglich. Im Blut sind die Bakterien erst sehr viel später nachweisbar. In Ausnahmefällen kann eine Lungenspiegelung nötig sein, um die Diagnose sicher stellen zu können.

Da es aber viele Ursachen für Lungenentzündungen gibt, werden die Legionellen aus Auslöser häufig übersehen. Weisen Sie Ihren Arzt auf jeden Fall darauf hin, wenn Sie kürzlich in Hotels, Krankenhäusern oder stark klimatisierten Räumlichkeiten unterwegs waren, denn dort kommen Legionellen häufig vor.

 Legionellen haben nur wenig mit mangelnder Hygiene zu tun. Oft vermehren Sie sich in alten Wasserleitungen – vor allem, wenn Rohre teilweise stillgelegt sind.
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Legionellen haben nur wenig mit mangelnder Hygiene zu tun. Oft vermehren Sie sich in alten Wasserleitungen – vor allem, wenn Rohre teilweise stillgelegt sind.

Infektionswege der Legionellen

Die Infektion mit Legionellen erfolgt über den Kontakt mit kontaminiertem Wasser, wobei Hautkontakt ungefährlich ist – erst, wenn die Bakterien eingeatmet werden und so in die Lunge gelangen, können sie dort die schwere Legionellose auslösen. Gefahr droht also immer da, wo die Bakterien sich in den Leitungen vermehren können und heißes Wasser verdampft – etwa unter der Dusche oder in Whirlpools. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch hingegen ist nicht möglich.

Wie gefährlich sind die Legionellen?

Das Pontiac-Fieber ist unangenehm, aber verhältnismäßig harmlos. Die Symptome können mit Schmerztabletten und Fiebersenkern behandelt werden. Darüber hinaus klingt die Erkrankung aber in der Regel innerhalb einer knappen Woche von allein ab.

Die Legionärskrankheit hingegen muss so schnell wie möglich mit Antibiotika behandelt werden, um das Schlimmste zu verhindern. Sie dauert rund vier Wochen und verläuft für zehn Prozent der Erkrankten tödlich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass vor allem immunschwache Menschen anfällig für die Infektion sind. Besonders gefährdet sind Menschen, die:

  • rauchen
  • viel Alkohol konsumieren
  • an Diabetes mellitus leiden
  • Medikamente einnehmen, die die Immunreaktion unterdrücken
  • männlichen Geschlechts sind
  • bereits ein hohes Alter erreicht haben

Wenn Sie den Verdacht hegen, sich mit Legionellen infiziert zu haben, suchen Sie umgehend Ihren Hausarzt, einen Pneumologen oder ein Krankenhaus auf.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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