Krebstherapien für Kinder: Krebs-Behandlung für kleine Patienten
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Krebstherapien für Kinder: Krebs-Behandlung für kleine Patienten

Die Krebstherapie für Kinder ist abhängig von der Krebsart, dem Stadium der Krebserkrankung, Lage und Größe des Tumors sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand des Kindes oder Jugendlichen. Ebenfalls berücksichtigt die Krebsbehandlung, ob der Krebs Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Körperbereichen gebildet hat. Krebstherapien für Kinder: Diese Krebs-Behandlungen für kleine Patienten gibt es.

Ziele der Krebstherapie für Kinder

Krebstherapien für Kinder haben vor allem das Ziel, das Kind zu heilen, indem alle Krebszellen vernichtet werden. Mediziner sprechen von kurativer Behandlung. Ist der Krebs so weit fortgeschritten, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist, hat die Krebstherapie das Ziel, die verbleibende Lebenszeit des Kindes möglichst beschwerdefrei zu gestalten und zu verlängern (Tumorwachstum hemmen). Die Schmerztherapie stellt hierbei einen wichtigen Schwerpunkt dar. Mediziner sprechen von palliativer Krebstherapie.

Trotz erfolgreicher Krebstherapie ist es möglich, dass der Krebs zurückkehrt (Rezidiv). Der Grund ist, dass Krebszellen die Therapie überleben können. Sie verstecken sich vom Immunsystem unbemerkt im Körper des Kindes und werden zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiv. Daher wird die Operation oft mit weiteren Therapiemaßnahmen ergänzt. Es sollen möglichst alle Krebszellen mit der Behandlung erreicht werden.

Krebs bei Kindern behandeln: Das können Ärzte tun

Mediziner legen im Rahmen der Krebstherapien für Kinder großen Wert auf ein gutes Behandlungsgleichgewicht: Zum einen sollen alle Krebszellen erreicht und abgetötet werden, zum anderen sollen die kleinen Patienten möglichst wenig belastet werden.

Das heißt, die Therapie muss so aggressiv wie nötig, aber so schonend wie möglich sein. Da jede Krebsart und jeder Krebspatient anders sind, stellen Ärzte jeweils einen individuellen Therapieplan zusammen, der die entsprechenden Behandlungsmaßnahmen sowie die eingesetzten Wirkstoffe, die Dosierungen, die Behandlungshäufigkeit und die Behandlungslänge festlegt.

Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Krebs findet in spezialisierten Kliniken statt, in denen Kinderonkologen, Strahlentherapeuten, Operateure, Pathologen, Kinderpsychologen, Pflegepersonal, Wissenschaftler und vielen andere Fachkräfte zusammenarbeiten. Die Behandlung von Krebs bei Kindern und Jugendlichen basiert auf drei Säulen: Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie.

Krebs bei Kindern und Jugendlichen behandeln: die Operation

Die Operation hat unter anderem das Ziel, den Primärtumor und mögliche Tochtergeschwulste vollständig zu entfernen und den Krebs zu heilen. Die Operation kann auch dann Anwendung finden, wenn der Tumor vor einer Strahlen- oder Chemotherapie verkleinert werden soll.

Die Operation kann im Rahmen einer palliativen Therapie auch das Ziel haben, Tumorgewebe zu entfernen, das auf umliegende Organe drückt und deren Funktionen beeinträchtigt. Eine Operation kann auch dann notwendig sein, wenn der Arzt für die weitere Tumorbestimmung eine Gewebeprobe braucht. Eine Zweitoperation kann nötig sein, wenn der Krebs zurückgekehrt ist oder bei einem ersten Eingriff nicht das gesamte Gewebe entfernt werden konnte. Eine Operation kann auch im Rahmen einer Organtransplantation wichtig sein.

Krebs bei Kindern und Jugendlichen behandeln: die Strahlentherapie

Die Behandlung mit Strahlen, Strahlentherapie oder Radiotherapie genannt, ist eine wichtige Therapiemaßnahme für die Behandlung von Krebserkrankungen bei Kindern. Mit der Strahlentherapie kann tiefer gelegenes Tumorgewebe erreicht und gezielt bestrahlt werden. Die Strahlentherapie wirkt lokal, also direkt am Tumor. So kann umliegendes Gewebe geschont werden. Das verringert die Nebenwirkungen der Krebsbehandlung. Die Strahlentherapie hat grundsätzlich zwei Ziele:

  • Heilung der Krebserkrankung, also die vollständige Zerstörung der Krebszellen.
  • Lebensverlängerung und die Linderung tumorbedingter Beschwerden.

Die Strahlentherapie kommt nach Angaben von Krebsexperten etwa bei jedem zweiten Kind zum Einsatz und besitzt für die Krebsbehandlung eine große Wirksamkeit. Kombiniert wird die Strahlentherapie häufig mit der Chemotherapie.

Krebs bei Kindern und Jugendlichen behandeln: die Chemotherapie

Bei der Chemotherapie kommen zellwachstumshemmende Medikamente zur Anwendung, sogenannte Zytostatika. Das Ziel der Chemotherapie ist, alle bösartigen Krebszellen abzutöten. Sie kann auch mit dem Ziel der Tumorverkleinerung Einsatz finden, um eine Operation zu vereinfachen oder die Voraussetzungen für die Strahlentherapie zu schaffen. Da die Chemotherapie systemisch wirkt, also im gesamten Körper, kann sie auch im Kampf gegen Metastasen und versteckte, gestreute Krebszellen eingesetzt werden.    

Wichtig für Eltern: Alle Fragen zur Krebsbehandlung klären

Welche Krebsbehandlung für das betroffene Kind oder den betroffenen Jugendlichen den größten Erfolg verspricht, wie Ärzte die Prognose einschätzen, welchen Nutzen sich Mediziner von der Behandlung erhoffen und welche Nebenwirkungen auf das an Krebs erkrankte Kind zukommen können, besprechen die behandelnden Ärzte mit den Eltern und dem Kind. Wichtig ist, dass die Familie gut informiert ist, bevor die Krebstherapie beginnt. Für Eltern gilt daher: Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen und wenden Sie sich bei Unklarheiten an Rat gebende Stellen.

Krebskrankes Kind: Wohin können sich Eltern wenden?

  • Kinderkrebsinfo
  • Deutsche Kinderkrebsstiftung
  • Onko-Kids-online für krebskranke Kinder und Jugendliche
  • Deutsche Kinderkrebshilfe
  • Der Krebsinformationsdienst KID des Deutschen Krebsforschungszentrums
  • Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
  • INKA - das Informationsnetz für Krebspatienten und Angehörige
  • Das Kompetenznetz Maligne Lymphome
  • Das Kompetenznetz Akute und Chronische Leukämien

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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