Blasenkrebs: Ursachen, Risikofaktoren und Symptome
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Blasenkrebs: Ursachen, Risikofaktoren und Symptome

Das Harnblasenkarzinom, besser bekannt als Blasenkrebs, ist eine besonders tückische Form der Tumorerkrankung. Die Symptome sind recht diffus und schwer zu erkennen. Umso wichtiger ist es, die Ursachen und Risikofaktoren zu kennen – so können Sie rechtzeitig auf mögliche Warnzeichen achten und eventuellen Blasenkrebs in einem frühen Stadium entdecken. Je früher eine Therapie erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen.

Ursachen und Risikofaktoren: Raucher besonders gefährdet

Eine der Ursachen für die Entstehung eines Harnblasenkarzinoms ist das Rauchen. Die Deutsche Krebshilfe schätzt, dass bis zu 70 Prozent der Blasenkrebsfälle ihre Ursachen im Rauchen haben. Das liegt daran, dass die krebserregenden Stoffe im Zigarettenrauch nicht nur in die Atemwege übergehen, sondern auch ins Blut. Die Nieren filtern die Schadstoffe aus dem Blut heraus, woraufhin sie in die Blase gelangen.

Dort werden sie nicht sofort ausgeschieden, sondern verbleiben einige Zeit innerhalb des Organs - und können das Gewebe angreifen. Der Deutschen Krebsgesellschaft zufolge sind Männer rund dreimal häufiger betroffen als Frauen. Das Durchschnittsalter für eine Erkrankung liegt für Männer bei 69 Jahren und für Frauen bei 73 Jahren. Nach Informationen der Deutschen Krebshilfe konnte bislang keine erbliche Veranlagung für Blasenkrebs ermittelt werden.

Ein weiterer Grund für Blasenkrebs sind bestimmte chemische Stoffe wie aromatische Amine. Wenn Sie beispielsweise längere Zeit in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie, der Gummi-Industrie, als Maler oder in der Lederverarbeitung tätig waren, waren Sie möglicherweise krebserregenden Stoffen ausgesetzt. Auch Menschen, die in Raffinerien, im Straßenbau, in Druckereien oder als Schornsteinfeger arbeiten, gehören zur Risikogruppe für Blasenkrebs.

Die meisten der gefährlichsten Stoffe wurden inzwischen aus den genannten Industriezweigen verbannt. Doch Blasenkrebs entwickelt sich schleichend, sodass selbst länger zurückliegende Kontakte mit krebserregenden Stoffen die Erkrankung verursachen können. Unter Umständen kann der Kontakt mit aromatischen Aminen bei der Arbeit die Einstufung von Blasenkrebs als Berufskrankheit begründen.

Vorsicht in tropischen Gebieten

Weitere Ursachen und Risikofaktoren sind chronische Harnblasenentzündungen. Diese wiederum entstehen infolge von Harnwegsinfektionen, Dauerkathetern oder Blasensteinen. Wenn Sie gern in tropischen Ländern Urlaub machen, müssen Sie zudem beim Baden in Flüssen und Seen aufpassen. Es können sogenannte Schistosomenlarven in den Körper eindringen, die eine Bilharziose auslösen. Verseuchtes Trinkwasser stellt eine ähnliche Gefahr dar. Symptome wie Durchfall, roter Harn oder blutiger Stuhl nach einem Tropenaufenthalt sollten Sie nicht ignorieren, sondern zum Arzt gehen. Unbehandelt kann bei einer Bilharziose als Spätfolge Blasenkrebs entstehen.

Diffuse Symptome: Blut im Urin, aber keine Schmerzen

Wenn einer oder mehrere Risikofaktoren auf Sie zutreffen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen, sobald sich Symptome eines Harnblasenkarzinoms zeigen. Dazu gehört zum Beispiel eine rötliche oder braune Verfärbung des Urins. Diese kommt durch Blut im Urin zustande, verursacht jedoch in den wenigsten Fällen Schmerzen. Die Blutspuren im Urin sind nicht immer mit bloßem Auge sichtbar, manchmal lassen sie sich nur durch bestimmte Tests erkennen.

Daher ist es wichtig, dass Sie auch bei anderen Warnzeichen und Auffälligkeiten die Symptome abklären lassen. Wenn Sie zur Risikogruppe gehören, sollten Sie bei verstärktem Harndrang und gleichzeitiger Schwierigkeit, die Blase vollständig zu entleeren, einen Arzt aufsuchen. Scheinbar grundlose Schmerzen in den Flanken sind ein weiteres Alarmsignal.

Blasenspiegelung bringt Klarheit

Diese Anzeichen sind jedoch nur Hinweise auf einen möglichen Blasenkrebs und keine eindeutigen Beweise. Häufiger als Blasenkrebs sind andere, harmlosere Erkrankungen des Harntrakts Auslöser der Beschwerden. Wichtig ist, dass Sie die Beschwerden untersuchen lassen. Das Harnblasenkarzinom kann nur vom Arzt identifiziert werden. Ein Urologe oder Frauenarzt ist der erste Ansprechpartner. Für die Untersuchung nutzt er verschiedene Diagnosetechniken wie die Blasenspiegelung (Zystoskopie).

Unter örtlicher Betäubung wird ein dünner, biegsamer Schlauch mit einer Lichtquelle und einem optischen System in die Harnröhre eingeführt. Auf diese Weise kann der Arzt in die Blase hineinschauen und prüfen, ob sich darin ein Tumor entwickelt. Dabei entnimmt er gegebenenfalls Gewebeproben (Biopsie), um diese unter dem Mikroskop zu betrachten. Darüber hinaus können Tumore in der Blase zum Teil ebenfalls durch eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung entdeckt werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, kann Ihnen Ihr behandelnder Arzt Therapiemöglichkeiten empfehlen und Sie in eine Klinik überweisen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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