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Speiseröhrenkrebs Früherkennung: Warum es keine Vorsorge-Untersuchung gibt
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Speiseröhrenkrebs Früherkennung: Warum es keine Vorsorge-Untersuchung gibt

Eine Früherkennungsuntersuchung für Speiseröhrenkrebs gibt es nicht. Die einzige Möglichkeit ist, Symptome, die auf eine Krebserkrankung hindeuten, von einem Arzt abklären zu lassen. Speiseröhrenkrebs-Früherkennung: Warum es keine Vorsorge-Untersuchung gibt.

Mit Schluckbeschwerden und Reflux zum Arzt

Bei Schluckbeschwerden wie Druckgefühl, Schmerzen oder Würgereiz sollten Betroffene zu ihrem Hausarzt oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen, um die Ursache klären zu lassen. Bei Verdacht wird der Arzt weitere Untersuchungen durchführen und sofern notwendig, eine Überweisung zu einem Facharzt, etwa einem Gastroenterologen, ausstellen.

 

Speiseröhrenkrebs erkennen: Magenspiegelung hilft

Eine Spiegelung, bei der mit Hilfe eines Endoskops Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm untersucht werden können (Ösophago-Gastroskopie), unterstützt den Weg zur Diagnose und zeigt, ob Speiseröhrenkrebs vorliegt, Krebsvorstufen bestehen oder ob eine andere Ursache Auslöser der Beschwerden ist. Während der Magenspiegelung kann eine Gewebeprobe entnommen und im Labor anschließend auf Krebszellen untersucht werden. Bestätigt der Laborbefund den Verdacht und stellt der Arzt die Diagnose Speiseröhrenkrebs, sind weitere Untersuchungen notwendig. Eine Computertomografie (CT) beispielsweise zeigt, ob der Tumor bereits in andere Organe vorgedrungen ist oder ob Fernmetastasen vorliegen.

Ösophaguskarzinom bleibt meist lange unerkannt

Speiseröhrenkrebs verursacht zu Beginn keine Beschwerden. Erst im weiteren Verlauf treten Symptome auf. Doch bei Speiseröhrenkrebs ist es wie bei anderen Krebsarten: Je früher er erkannt wird, desto besser sind die Behandlungs- und Heilungschancen. Wird Speiseröhrenkrebs erkannt, solange er noch auf die Schleimhaut beschränkt ist, kann der Tumor meist durch eine Operation entfernt und die Krankheit geheilt werden.

Speiseröhrenkrebs-Früherkennung gibt es nicht

Allerdings ist bei der Diagnose Ösophaguskarzinom der Tumor in den meisten Fällen bereits weiter fortgeschritten und hat oftmals bereits die Lymphknoten befallen und in andere Organe gestreut. Bei vielen Betroffenen ist die Krebserkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose bereits so weit fortgeschritten, dass eine Heilung kaum noch möglich ist. Eine Früherkennung von Speiseröhrenkrebs gibt es in Deutschland bislang nicht. Warum?

„Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist ein sogenanntes Screening der gesamten Bevölkerung nicht sinnvoll – solche regelmäßigen Untersuchungen würden Gesunde sehr belasten, ohne dass die Mehrzahl der Menschen einen Nutzen davon hätte.“

— Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Risikofaktoren und Grunderkrankungen? Fragen Sie Ihren Arzt nach Untersuchungen

Anders ist das bei Menschen, die wissen, dass sie ein erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs haben. Bei ihnen können regelmäßige Untersuchungen sinnvoll sein. Gehören Sie zu der Risikogruppe für Speiseröhrenkrebs, fragen Sie ihren Arzt, ob er Ihnen zu regelmäßigen Spiegelungen von Speiseröhre und Magen rät. Zur Risikogruppe gehören Sie, wenn:

  • Sie unter starken Sodbrennen und Reflux leiden und Ihre Schleimhaut in der Speiseröhre möglicherweise bereits angegriffen ist.
  • Sie unter einem Barrett-Ösophagus leiden, also Ihre Schleimhaut aufgrund der Säureeinwirkung bereits neue Zellen gebildet hat, die mit einem erhöhten Entartungsrisiko einhergehen (Krebsvorstufe).
  • Sie bereits Bestrahlungen im Kopf- und Brustbereich bekommen haben.
  • Sie an Krebs in Kopf- und Magenbereich erkrankt sind.
  • Sie unter angeborenen und erworbenen Vernarbungen/ Einengungen im Bereich der Speiseröhre und des Magens leiden.
  • Sie frühere Verätzungen der Speiseröhre erlitten haben.
Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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