Leukämie erkennen: Was sind die ersten Anzeichen von Leukämie?
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Leukämie erkennen: Was sind die ersten Anzeichen von Leukämie?

Leukämie erkennen an bestimmten Beschwerden? Laut Experten ist das schwer, da mögliche Leukämie-Symptome unspezifisch sind und auch andere Erkrankungen als Ursache haben können. Häufig wird Leukämie bei einer Routineuntersuchung zufällig entdeckt. Leukämie erkennen: Was sind erste Anzeichen von Blutkrebs?

Leukämie-Symptome: oft unspezifisch und unklar

Krebsexperten zufolge gibt es keine Leukämie-Symptome, die sicher die Erkrankung anzeigen. Vielmehr sind es eine Reihe verschiedener Beschwerden, die auf Blutkrebs hindeuten können. Die Symptome von Blutkrebs sind deshalb so vielfältig, da Blutkrebs das gesamte Blutsystem betrifft und Beschwerden im gesamten Körper verursachen kann.

Wie schnell Beschwerden auftreten ist zudem abhängig von der Leukämieform. Während die Beschwerden bei akuten Leukämien plötzlich und intensiv auftreten, entwickeln sich chronische Leukämien schleichend und von den Betroffenen lange Zeit unbemerkt. Hinzu kommt: Jeder Patient kann unterschiedliche Symptome zeigen. Es gibt kein typisches Krankheitsbild bei Blutkrebs.

Der Weg zur Diagnose Blutkrebs

Die Diagnose Leukämie kann nur durch die Untersuchung von Knochenmark und Blut gestellt werden. Viele Beschwerden, die auf Leukämie hindeuten, können ebenfalls Begleiter harmloser Erkrankungen sein, etwa:

  • Blässe
  • Müdigkeit
  • Schwindel

Vor allem, wenn sich die Beschwerden schleichend entwickeln, merken die Betroffenen nicht, dass sie eine schwere Krankheit in sich tragen.

Blutkrebs-Symptome sind abhängig vom Blutbild

Die Symptome können fast jeden Körperbereich betreffen. Abhängig ist das Beschwerdebild unter anderem davon, welches Ungleichgewicht im Blut vorliegt.

  • Zu wenige weiße Blutkörperchen: Stört die Immunabwehr und Infekte häufen sich.
  • Zu wenige rote Blutkörperchen: Der Sauerstofftransport im Blut ist vermindert. Die Folge sind Erschöpfung, Müdigkeit und Blässe.
  • Zu wenige Blutplättchen: Die Blutgerinnung ist gestört. Das erhöht die Blutungsneigung. Nasenbluten kann gehäuft auftreten oder die Neigung für blaue Flecken nimmt zu. Wunden können sehr stark bluten und nur schwer gestillt werden.
  • Zu viele kranke Blutzellen im Blut: Kann Organe schädigen und an diesen entsprechende Beschwerden hervorrufen. Auch Schmerzen in Knochen und Gelenken sind möglich.

Leukämie erkennen: mögliche Symptome akuter Leukämie

Bei akuten Leukämien treten die Symptome plötzlich auf. Viele Patienten fühlen sich noch wenige Wochen bis Tage vor dem Ausbruch der Krebserkrankung gesund. Dann verschlechtert sich der Gesundheitszustand rasch innerhalb weniger Tage. Ohne Behandlung kann die Situation lebensbedrohlich werden. Zu den möglichen Blutkrebs-Symptomen von akuten Leukämien gehören:

  • verstärkte Blutungsneigung
  • vermehrte Infektionen
  • Fieber
  • Erschöpfung
  • Müdigkeit
  • Blässe
  • Schmerzen und Druck im Oberbauch (aufgrund einer vergrößerten Leber oder Milz)
  • Gelenk- und Knochenschmerzen (aufgrund der Ausbreitung von Leukämiezellen im Knochenmark)
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Atemnot
  • geschwollene Lymphknoten
  • schweres Krankheitsgefühl
  • Gefühlsstörungen
  • Lähmungen

Leukämie erkennen: mögliche Symptome chronischer Leukämie

Chronische Leukämien hingegen entwickeln sich schleichend, oft über Jahre hinweg, und sind durch drei Krankheitsstadien gekennzeichnet.

  1. Chronische Phase: Die Betroffenen haben keine oder nur sehr gering ausgeprägte Beschwerden, die erst mal nicht als Belastung empfunden werden und oft anderen Erkrankungen oder Stress zugeschrieben werden. Zudem treten auch nicht alle Symptome zeitgleich auf. In diesem Stadium ist die Diagnose Leukämie meist ein Zufallsbefund. Es können Blässe, Müdigkeit, Leistungsabfall, Nachtschweiß, Fieber ohne Ursache, Knochenschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Druck- und Völlegefühle im Oberbauch, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit auftreten.
  2. Akzelerierte Phase: Das Allgemeinbefinden verschlechtert sich und die Symptome intensivieren sich. Im Blut steigt die Zahl der unreifen weißen Blutkörperchen an – im Blutbild ist das zu sehen.
  3. Blastenphase: Die Beschwerden entsprechen nun denen einer akuten Leukämie. Die Anzahl nicht funktionsfähiger weißer Blutkörperchen (Leukozyten) im Knochenmark und im Blut ist stark erhöht. Ohne Behandlung schreitet die chronische Leukämie ab diesem Punkt genau wie die akute Leukämie rasch voran.

Alle diese genannten Symptome können auch im Rahmen verschiedener harmloserer Erkrankungen auftreten und bedeuten nicht automatisch, dass Blutkrebs vorliegt. Dennoch sollten diese Symptome untersucht werden – vor allem, wenn mehrere der genannten Beschwerden zusammenkommen. Ein Arzt kann die Ursache herausfinden. Ein möglicher Ansprechpartner ist ein Facharzt für Innere Medizin (Internist) mit einer Weiterbildung für Onkologie oder Hämatologie.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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