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Hautkrebs behandeln: Wie heilbar ist Hautkrebs?
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Hautkrebs behandeln: Wie heilbar ist Hautkrebs?

Hautkrebs behandeln lässt sich vor allem mit einer Operation. Je früher weißer oder schwarzer Hautkrebs erkannt wird, desto erfolgreicher lässt er sich entfernen. Oftmals ist dafür nur ein kleiner operativer Eingriff notwendig. Strahlentherapie und Chemotherapie hingegen kommen bei der Hautkrebs-Behandlung zur Anwendung, wenn die Krebszellen bereits in den Körper gestreut haben.

Hautkrebs behandeln: Wie heilbar ist Hautkrebs?

Bei Verdacht auf weißen oder schwarzen Hautkrebs wird die betroffene Hautstelle zuerst operativ entfernt. Dieser operative Eingriff gehört zu den wichtigsten Therapiemaßnahmen der Hautkrebs-Behandlung.

Das entnommene Gewebe wird in einem Labor untersucht. Bestätigt die Gewebeuntersuchung den Verdacht Hautkrebs, wird die weitere Behandlung abhängig von der individuellen Krebssituation zusammengestellt:

  • In welchem Stadium wird der Hautkrebs entdeckt?
  • Um welchen Hautkrebs handelt es sich?
  • Ist der Krebs bereits in die Haut eingedrungen oder ist er noch auf der Hautoberfläche?
  • Haben sich bereits Metastasen (Tochtergeschwüre) gebildet?
  • Sind Lymphknoten betroffen?

„Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten bei dieser Krebsart sind günstig. Dazu trägt auch bei, dass zwei Drittel aller Melanome in einem noch frühen Tumorstadium entdeckt werden. Dieser Anteil hat sich seit Einführung des Screenings im Jahr 2008 merklich erhöht.“

— Robert Koch-Institut (RKI)

Reicht das alleinige Herausschneiden des Tumors nicht mehr aus, etwa wenn der Krebs bereits gestreut hat, sind Bestrahlung und Chemotherapie Teil des Behandlungsplans. Hautkrebs, der sich rasch ausbreitet und in gesundes Gewebe vordringt, kann sich auch über das Blut und die Lymphflüssigkeit im Körper verbreiten. Unbehandelt können Metastasen innerhalb weniger Monate zum Tod führen. Vor allem schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) streut in einem relativ frühen Stadium.

Diagnose Hautkrebs – und jetzt?

Stellt der Arzt die Diagnose Hautkrebs, gehört die Operation zur der wichtigsten Behandlungsmaßnahme. Ist der Tumor dicker als ein Millimeter, werden zudem die benachbarten Lymphknoten mittels Ultraschall untersucht. Häufig wird der im Lymphabfluss der betroffenen Hautstelle erstgelegene Lymphknoten (Wächterknoten oder „Sentinel Lymph Node“) operativ entfernt. Auch dieser wird im Labor feingeweblich untersucht. Hat der Hautkrebs die Lymphknoten befallen, ist es möglich, dass der Hautkrebs bereits gestreut, also in andere Körperbereiche metastasiert hat. Dann sind weitere Behandlungsschritte notwendig.

„Ist der Tumor noch klein und wächst er nur in der Oberhaut, sind die Chancen auf voll-ständige Genesung am größten. So leben 99 Prozent der Patienten mit einem Melanom im Stadium IA fünf Jahre später noch. In Deutschland werden etwa 2/3 der Melanome mit einer Tumoreindringtiefe von weniger als 1 mm diagnostiziert, bei der die 10-Jahresüberlebensrate bei über 90 Prozent liegt.“

— Patientenratgeber Hautkrebs, Bayerische Krebsgesellschaft e.V.

Kritischer ist es, wenn der Tumor in die zweite Hautschicht, die sogenannte Lederhaut vorgedrungen ist. Dann kann er in Kontakt mit den Blut- und Lymphgefäßen kommen und sich darüber im ganzen Körper ausbreiten. Dann ist es für die Behandlung besonders wichtig, dass Ärzte zusammenarbeiten, die über eine entsprechende Erfahrung in der Hautkrebs-Behandlung verfügen. Dazu zählen Onkologen ebenso wie Strahlentherapeuten und Chirurgen. In speziellen Kliniken und Zentren arbeiten diese Experten Hand in Hand. Auch eine Chemotherapie kann Teil der Hautkrebs-Therapie sein, welche die Operation ergänzt.

Hautkrebs behandeln: die Operation

Die Hautkrebs-Operation ist die effektivste und wichtigste Behandlungsmethode bei Hautkrebs. Dabei wird das Tumorgewebe mit Sicherheitsabstand großzügig herausgeschnitten. Ziel ist es, alle Krebszellen zu entfernen. Häufig ist dieser Eingriff unter örtlicher Betäubung möglich. Eine Vollnarkose ist bei einem größeren Eingriff notwendig, etwa bei der Entfernung der Lymphknoten.

Hautkrebs behandeln mit Medikamenten

Die medikamentöse Therapie schließt sich meist an die Operation an. Sie soll das erneute Wachstum von Krebszellen verhindern beziehungsweise ein erneutes Auftreten hinauszögern. Es sind verschiedene Präparate auf dem Markt. Welches für den Patienten geeignet ist, hängt von seiner individuellen Krankheitssituation ab.

Hautkrebs behandeln mit Chemo- und Strahlentherapie

Strahlentherapie und Chemotherapie: Kommen vor allem dann in den Behandlungsplan, wenn sich in inneren Organen Tochtergeschwülste gebildet haben. Bei der Chemotherapie kommen zellwachstumshemmende Medikamente, sogenannte Zytostatika, zum Einsatz. Bei der Strahlentherapie (Radiotherapie) wird der Tumor lokal bestrahlt. Die Strahlung soll das Erbgut der Krebszellen schädigen, sodass sie absterben.

„Die Ansprechraten in fortgeschrittenen Stadien auf chemotherapeutische Behandlungen sind zwar hoch und liegen bei bis zu 80 Prozent. Dennoch zielt die Behandlung nicht mehr auf Heilung ab, da es in aller Regel zu einem Rückfall kommt.“

— Patientenratgeber Hautkrebs, Bayerische Krebsgesellschaft e.V.

Hautkrebs behandeln: die Immuntherapie

Bei der Immuntherapie wird der Ansatz verfolgt, das Immunsystem gegen den Krebs mit Hilfe verschiedener Botenstoffe zu aktivieren. Impfungen gegen Krebs sind dabei ein wichtiger Teil der Forschung. Die Impfung mit bestimmten Tumorzellbestandteilen soll die eigene Körperabwehr fördern. Auch die Gabe von verschiedenen Antikörpern wird derzeit erforscht.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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