Hautkrebs Ursachen: Die größten Risikofaktoren für Hautkrebs
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Hautkrebs Ursachen: Die größten Risikofaktoren für Hautkrebs

UV-Strahlung gilt als DER Risikofaktor für die beiden häufigsten Hautkrebsarten: weißer Hautkrebs und schwarzer Hautkrebs. Doch es gibt weitere Hautkrebs-Risikofaktoren, die die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen. Hautkrebs-Ursachen: Die größten Risikofaktoren für Hautkrebs.

Was ist UV-Strahlung?

Als ultraviolette Strahlung oder kurz UV-Strahlung werden elektromagnetische Wellen mit Wellenlängen von 100 bis 400 Nanometer bezeichnet. Die UV-Strahlen sind Bestandteil des Sonnenlichts. Sie sind für das menschliche Auge unsichtbar und energiereicher als die Strahlen des sichtbaren Lichts. Besonders gefährlich für die Haut sind kurzwellige Strahlen. Die Ozonschicht fängt einen Teil der UV-Strahlen ab. Dennoch gelangt ein Teil der Strahlung auf die Erde – vor allem UV-A- und UV-B-Strahlen.

Was macht UV-Strahlung mit der Haut?

Trifft UV-Strahlung auf die Haut, versucht sich diese zu schützen. Die Pigmentzellen der Haut werden aktiv und die Haut bräunt sich. Dieser natürliche Hautschutz ist vor allem bei hellen Hauttypen rasch ausgeschöpft. Zu lange und intensive Sonnenbäder überfordern die Haut. Sie rötet sich, schwillt an, schmerzt. Starke Verbrennungen zeigen sich durch Blasenbildung und Schälen der Haut. Die Haut verbrennt regelrecht. Das Gewebe der oberen Hautschicht stirbt ab.

Hautkrebs-Ursache: zu viel Sonne

Wird die Haut immer und immer wieder UV-Licht ausgesetzt (UV-Langzeitkonto) wird nicht nur der Reparaturmechanismus der Haut geschwächt. Vor allem die UV-A-Strahlung schädigt die menschliche Erbsubstanz. Am Ende reicht es aus, wenn der Körper eine einzige entartete Zelle übersieht: Hautkrebs entsteht. Krebsexperten zufolge verstärken häufige Sonnenbrände die schädliche Wirkung des Sonnenlichts auf die Haut: Sonnenbrände im Kinder- und Jugendalter erhöhen nach Angaben der Deutschen Krebshilfe das Hautkrebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache.

Hautkrebs nicht nur auf den „Sonnenterrassen“ der Haut

Hautkrebs bildet sich zwar vermehrt an Körperstellen, die der Sonne ausgesetzt sind. Doch die bösartigen Hauttumoren können sich auch auf Hautbereichen entwickeln, die keinen oder nur selten Sonnenkontakt haben. Auch Schleimhäute im Mund, der Geschlechtsorgane sowie die Bereiche unter Fuß- und Fingernägeln können betroffen sein. Sogar im Auge kann sich Hautkrebs bilden.

Hautkrebs-Ursache: Solarium  

Neben der echten Sonne birgt auch die künstliche Sonne Risiken für die Haut. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie die Euroskin European Society of Skin Cancer Prevention raten von Solarienbesuchen ab. Auf Vorbräunen vor dem Urlaub, um die Haut an die Sonne „zu gewöhnen“, sollte man verzichten. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass jeder Solarienbesuch das Hautkrebsrisiko steigert. Was vielen zudem nicht bewusst ist: Auch wenn die Haut keinen Sonnenbrand zeigt, wird sie durch Sonne und Solarium geschädigt.

Hautkrebs-Ursache: chemische Zusätze und pflanzliche Substanzen

Die schädliche Wirkung von UV-Licht kann durch bestimmte Zusätze in Kosmetikprodukten wie Parfums, Gesichtswassern oder Cremes intensiviert werden und wie ein „Brennglas“ wirken. Auch bestimmte Medikamente machen die Haut sonnenempfindlich. Die Packungsbeilage gibt Auskunft, ob das Präparat die Sonnenempfindlichkeit der Haut erhöht. Pflanzliche Mittel wie etwa Johanniskrautpräparate können ebenfalls dazu führen, dass die Haut schneller einen Sonnenbrand bekommt. Röntgenstrahlung wird ebenso als Hautkrebsrisikofaktor diskutiert.

Hautkrebs-Ursache: Beruf

Bestimmte Berufe bringen ein erhöhtes Hautkrebsrisiko mit sich. Arbeitnehmer, die viel im Freien arbeiten, sind ultravioletter Strahlung bis zu fünfmal mehr ausgesetzt als Menschen, die in Innenräumen arbeiten. Zum Schutz von Arbeitnehmern gibt es deshalb gesetzliche Regelungen zum Schutz der Mitarbeiter. Diese betreffen nicht nur den direkten Schutz vor Sonnenlicht wie Sonnenschutzmaßnahmen. Auch der Kontakt mit bestimmten Chemikalien kann das Hautkrebsrisiko erhöhen. Wird Hautkrebs diagnostiziert, ist es möglich, dass dieser als Berufskrankheit anerkannt wird. 

Hautkrebs-Ursache: genetische Ursache

Die genetische Veranlagung spielt bei der Entstehung von Hautkrebs ebenso eine Rolle. Vor allem helle Hauttypen sind gefährdet. Auch wenn in der Familie bereits Hautkrebsfälle bekannt sind, ist das eigene Risiko erhöht. Wie die Deutsche Krebshilfe mitteilt, können Personen mit heller Haut, rötlichen oder blonden Haaren, Neigung zu Sommersprossen, Sonnenbrandflecken oder mit einem Familienmitglied, das an einem malignen Melanom erkrankt ist, ein pro Faktor verdoppeltes Risiko haben, selbst an Hautkrebs zu erkranken. Auch wer bereits Hautkrebs hatte, trägt ein erhöhtes Risiko für eine erneute Hautkrebserkrankung in sich.

Hautkrebs-Ursache: schwaches Immunsystem

Auch bei einem stark geschwächten Immunsystem, etwa nach einer Organtransplantation oder bei einer HIV-Erkrankung steigt das Hautkrebsrisiko. Die Abwehr und Reparaturmechanismen sind dann schwächer und der Körper schafft es nicht, alle schädlichen Einflüsse abzuwehren. Zudem spielt der Einfluss von Viren bei der Krebsentstehung eine Rolle. In Verdacht stehen heute vor allem humane Papillomviren (HPV). Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass HPV insbesondere an der Entstehung von Plattenepithelkarzinomen beteiligt sind – auch bei Gesunden. Der Grund: Sie könnten die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen.

Hautkrebs-Ursache: das Alter

Das Risiko im Laufe des Lebens an Hautkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Jeder sammelt im Laufe seines Lebens eine bestimmte UV-Dosis an. Das durchschnittliche Erkrankungsalter für schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) beispielsweise liegt bei 67 Jahren für Männer und 59 Jahren für Frauen. Doch auch junge Menschen können Hautkrebs entwickeln. Vor allem dann, wenn sich bei ihnen mehrere Risikofaktoren summieren.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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