5 Fakten zu schwarzem und weißem Hautkrebs
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5 Fakten zu schwarzem und weißem Hautkrebs

Bei Hautkrebs handelt es sich um bösartige Zellveränderungen auf der Haut. Besonders häufig sind der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) und der weiße Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom). Schwarzer Hautkrebs ist besonders riskant, da er streuen kann. Hautkrebs: Fünf Fakten zu schwarzem und weißem Hautkrebs, die Sie kennen sollten.

Was ist Hautkrebs?

Die Haut ist das größte Organ des Menschen und zugleich eine wichtige Schutzhülle. Sie setzt sich aus drei Schichten zusammen:

  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Corium)
  • Unterhaut (Subcutis)

Hautkrebs entsteht auf der Oberhaut, da sie ständig äußeren Einflüssen wie UV-Licht ausgesetzt ist. Kommt es zu Fehlern im Kopiervorgang der Zellteilung, können sich aus gesunden Hautzellen Krebszellen entwickeln. Mediziner unterscheiden vor allem zwei Hautkrebs-Formen:

  • Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom): Erinnert vom Aussehen an einen Leberfleck beziehungsweise an ein Muttermal. Ist die bösartigste Form von Hautkrebs. Kann rasch streuen.
  • Weißer Hautkrebs: Unterteilt sich in das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Ist fast immer heilbar, da er zwar in die Haut hineinwächst, sich aber nicht im Körper ausbreitet. Ähnelt oft einer kleinen wunden Stelle oder einem Pickel, der nicht abheilen will.

Hautkrebs Ursachen: Die größten Risikofaktoren für Hautkrebs

Es sind verschiedene Risikofaktoren für Hautkrebs bekannt, die die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen. Zu den Hautkrebs-Ursachen gehören:

  • Sonnenlicht beziehungsweise UV-Licht (UV-A- und UV-B-Strahlung)
  • künstliche UV-Strahlung (Solarium)
  • familiäre Veranlagung
  • das Alter
  • heller Hauttyp
  • große Anzahl an Leberflecken
  • ein geschwächtes Immunsystem

Wie häufig ist Hautkrebs?

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 21.200 Menschen an einem malignen Melanom. Das maligne Melanom ist für etwa vier Prozent der bösartigen Neubildungen und für etwa ein Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich. Die Fälle von hellem Hautkrebs werden in Deutschland nicht flächendeckend erfasst. Angaben einiger Krebsregister deuten darauf hin, dass jährlich etwa 300 von 100.000 Einwohnern an hellem Hautkrebs erkranken – das sind bis zu 170.000 Menschen. Dabei handelt es sich in 80 Prozent der Fälle um ein Basalzellkarzinom und in 20 Prozent der Fälle um ein Plattenepithelkarzinom.

Hautkrebs-Screening: So funktioniert die Hautkrebsfrüherkennung

Gesetzlich Versicherte haben ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautuntersuchung durch einen Hautarzt (Dermatologen). Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Hautkrebs in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden kann. Beim Hautkrebsscreening sucht der Dermatologe Haut und Schleimhäute mit bloßem Auge nach Hautveränderungen ab. Findet er eine auffällige Stelle, wird er dem Patienten vorschlagen, diese entfernen zu lassen.

Patienten haben die Möglichkeit, eine individuelle Gesundheitsleistung, kurz IGeL, in Anspruch zu nehmen. Dann nimmt der Hautarzt eine Licht-Lupe (Dermatoskop) zur Untersuchung hinzu. Diese Zusatzleistung muss der Patient allerdings selbst bezahlen. Über die Kosten sollte er sich im Vorfeld informieren. 

Dafür ist ein kleiner operativer Eingriff notwendig, bei dem die betroffene Hautstelle herausgeschnitten (Biopsie) und die kleine Wunde vernäht wird. Der Leberfleck wird anschließend im Labor auf bösartige Zellen untersucht. Bestätigt sich der Verdacht Hautkrebs, wird der Patient zu weiteren Untersuchungen gebeten. Meist wird die betroffene Stelle nochmals größer herausgeschnitten. Weitere Untersuchungen sollen klären, ob der Krebs in den Körper gestreut hat.

Hautkrebs-Symptome: Was sind die Anzeichen für Hautkrebs?

Nicht nur der Besuch beim Hautarzt ist für die frühe Erkennung von Hautkrebs eine wichtige Maßnahme. Ebenso kann jeder selbst den eigenen Körper im Blick behalten und die Haut zwischendurch nach Veränderungen absuchen. Besonders häufig betroffen sind Stirn, Nasenrücken, Ohren, Augen, Lippen, Kinn, Schultern, Rücken, Dekolleté, Gesäß und Fußrücken. Eine Orientierung für die Selbstuntersuchung der Haut bietet die ABCDE-Regel.

Wenn mindestens eines der Merkmale der ABCDE-Regel zutrifft, sollten Sie zum Arzt gehen:

  • A-Asymmetrie: Der Leberfleck ist ungleichmäßig geformt. Er ist nicht gleichmäßig rund, oval oder länglich.
  • B-Begrenzung: Der Leberfleck zeigt verwaschene, gezackte oder unebene und raue Ränder.
  • C-Colour (engl. Farbe): Der Leberfleck zeigt unterschiedliche Färbungen, also hellere und dunklere Flecken in einem. Es sind möglicherweise sogar rosafarbene, graue oder schwarze Punkte zu sehen. Auch wenn sich eine Kruste bildet, ist das ein Warnsignal.
  • D-Durchmesser: Der Leberfleck ist an der breitesten Stelle größer als fünf Millimeter.
  • E-Evolution: Der Leberfleck hat sich innerhalb der letzten 3 Monate verändert.

Kleine raue und gerötete Stellen, die nicht abheilen oder immer wieder bluten, sollten ebenfalls ernst genommen werden. Möglicherweise sind diese Symptome Hinweise für weißen Hautkrebs. Auch wenn sich an einer Hautstelle immer wieder eine Kruste bildet, die Hautstelle nässt oder juckt oder ein Pickel einfach nicht abheilt, sollte ein Arzt sich das anschauen.

Hautkrebs behandeln: Wie heilbar ist Hautkrebs?

Bei Verdacht auf weißen oder schwarzen Hautkrebs wird die betroffene Hautstelle zuerst entfernt. Dieser operative Eingriff gehört zu den wichtigsten Therapiemaßnahmen der Hautkrebs-Behandlung. Reicht das Herausschneiden des Tumors nicht mehr aus und hat der Krebs bereits gestreut, sind Bestrahlung und Chemotherapie Teil des Behandlungsplans.

Wie schnell kann man an Hautkrebs sterben?

„Wie schlimm ist Hautkrebs?“, fragen sich viele Menschen besorgt. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) liegen für Frauen mit ma­lignem Melanom der Haut in Deutschland die rela­tiven 5-­Jahres ­Überlebensraten bei 94 Prozent und für Männer bei 91 Prozent. Zwei Drittel aller Melanome werden in einem noch frühen Tumorstadium entdeckt. Die meisten Betroffenen überleben die Hautkrebserkrankung. Die Heilungschancen sind von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • In welchem Stadium wird der Hautkrebs entdeckt?
  • Um welchen Hautkrebs handelt es sich?
  • Ist der Krebs bereits in die Haut eingedrungen oder ist er noch auf der Hautoberfläche?
  • Haben sich bereits Metastasen (Tochtergeschwüre) gebildet?
  • Sind Lymphknoten betroffen?

Hautkrebs, der sich rasch ausbreitet und in gesundes Gewebe vordringt, kann sich auch über das Blut und die Lymphflüssigkeit im Körper verbreiten. Unbehandelt können Metastasen innerhalb weniger Monate zum Tod führen. Vor allem schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) streut in einem relativ frühen Stadium.

Hautkrebs vorbeugen: Sonnenschutz ist das A und O

Hautkrebs vorbeugen können Sie, indem Sie sich vor zu viel Sonnenstrahlung schützen. Ein Übermaß an UV-Strahlung kann in den Hautzellen zu Schädigungen des Erbgutes führen und auf diese Weise für die Krebsentstehung verantwortlich sein. Cremen Sie die Haut immer ein, wenn Sie nach draußen gehen und nutzen Sie einen hohen Lichtschutzfaktor. Nutzen Sie ausreichend Sonnencreme. Krebsexperten empfehlen 30 bis 40 Milliliter Creme für den gesamten Körper.

Mehrmaliges Nachcremen verlängert nicht ihren Sonnenschutz, sondern erneuert ihn lediglich.

Ein Sonnenhut schützt ebenfalls vor UV-Licht – und beugt zugleich einem Sonnenstich vor. Eine Sonnenbrille bietet Ihren Augen Schutz. Meiden Sie besonders die intensive Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr. Und: Auch im Schatten ist Ihre Haut UV-Licht ausgesetzt. Denken Sie daher auch im Schatten an Sonnencreme. Möchten Sie baden gehen, sollte Ihr Sonnenschutz wasserfest sein. Cremen Sie nach dem Aufenthalt im Wasser sicherheitshalber trotzdem nochmal nach. Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen sowie die Selbstuntersuchung der Haut helfen, bösartige Hautveränderungen in einem frühen Stadium zu erkennen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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