Gebärmutterhalskrebs behandeln: Wie heilbar ist Gebärmutterhalskrebs?
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Gebärmutterhalskrebs behandeln: Wie heilbar ist Gebärmutterhalskrebs?

Diagnose Gebärmutterhalskrebs: Wie geht es für die betroffenen Frauen weiter? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für das Zervixkarzinom und wie sind die Heilungschancen? Gebärmutterhalskrebs behandeln: Die wichtigsten Therapien im Überblick.

Welche Behandlung bei Gebärmutterhalskrebs?

Welche Behandlung bei Gebärmutterhalskrebs für die betroffene Frau in Frage kommt, ist unter anderem davon abhängig, in welchem Stadium die Erkrankung festgestellt wird, wie weit der Krebs bereits fortgeschritten ist, wie der allgemeine Gesundheitszustand ist und ob möglicherweise Begleiterkrankungen bestehen. Auch das Alter spielt eine wesentliche Rolle bei der Wahl der Gebärmutterhalskrebs-Therapie: Möchte die Frau noch Kinder haben oder ist die Familienplanung abgeschlossen? Ist die Frau in den Wechseljahren? Die Krebsbehandlung unterscheidet sich somit von Frau zu Frau.  

 

 

Kann man schwanger werden, wenn man Gebärmutterhalskrebs hat?

Während der Krebsbehandlung sollte eine Frau nicht versuchen, schwanger zu werden, da dies für die Krebsbehandlung und das ungeborene Kind ein Risiko darstellt. Wird Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, während die Frau schwanger ist, werden die Ärzte versuchen, die Behandlung so anzupassen, dass für das Ungeborene möglichst keine Gefahr besteht. Ob das Kind ausgetragen werden kann, hängt davon ab, in welchem Stadium der Tumor ist und in welcher Schwangerschaftswoche sich die Frau befindet.

Ob nach einer Gebärmutterhalskrebs-Behandlung die Frau noch schwanger werden kann, hängt ebenfalls von verschiedenen Einflussgrößen ab. Ist der Krebs in einem sehr frühen Stadium, kann die Therapie manchmal so angepasst werden, dass die Fruchtbarkeit erhalten bleibt. Allerdings kann es für die betroffene Frau nach der Krebstherapie schwieriger sein, schwanger zu werden. Hinzu kommt, dass Operationen am Muttermund das Risiko für Frühgeburten erhöhen.

Ist der Krebs bereits weiter fortgeschritten und muss die gesamte Gebärmutter entfernt werden, kann die betroffene Frau keine Kinder mehr bekommen. Auch eine Bestrahlung von Gebärmutter und Eierstöcken geht mit dem Verlust der Fruchtbarkeit einher.  

Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie zählen zu den wichtigsten Therapien von diagnostiziertem Gebärmutterhalskrebs. Welche Behandlung die passende ist, sollten betroffene Frauen mit ihrem Arzt besprechen. Sind sie unsicher, können sie bei einem anderen Facharzt eine zweite Meinung einholen. Auch telefonische Beratungsstellen sind eine gute Anlaufstelle, beispielsweise vom Krebsinformationsdienst oder der Deutschen Krebshilfe.

Gebärmutterhalskrebs behandeln: die Operation

Die Operation findet häufig bei kleinen Zervixkarzinomen Anwendung, die noch nicht gestreut haben. Größere Tumoren werden nur dann operiert, wenn sich der Krebs noch nicht ausgebreitet hat. Bei der Operation wird – abhängig von der Größe des Tumors:

  • das veränderte Gewebe im Gebärmutterhals kegelförmig ausgeschnitten (Konisation) und der restliche Gebärmutterhals ausgeschabt (Zervixkürettage),
  • ein Großteil des Gebärmutterhalses und ein kleiner Teil der Scheide entfernt (Trachelektomie)
  • oder die gesamte Gebärmutter entnommen (Hysterektomie).

Hat sich der Krebs bereits weiter ausgedehnt, wird oftmals auch angrenzendes Gewebe entfernt (radikale Hysterektomie). Bei der Exenteration entfernen die Ärzte die Gebärmutter, umliegendes Gewebe sowie befallene Gewebe, Organe oder Organteile im Beckenbereich. Je nach Ausdehnung des Tumors gehören Teile von Scheide, Harnblase und/oder Darm dazu.

Gebärmutterhalskrebs behandeln: Bestrahlung

Abhängig vom Krankheitsstadium und dem Rückfallrisiko ist es möglich, dass Ärzte ergänzend zur Operation eine Strahlentherapie oder eine Chemotherapie empfehlen. Die Bestrahlung findet oft Anwendung, wenn der Tumor zwar schon fortgeschritten ist, aber dennoch eine Chance auf Heilung besteht. Die Bestrahlung erfolgt von außen über die Haut und in Teilen über die Scheide (Brachytherapie). Dabei wird das Bestrahlungsgerät in die Scheide eingeführt.

Gebärmutterhalskrebs behandeln: Chemotherapie

Ergänzend zur Strahlentherapie kommt in vielen Fällen die Chemotherapie zum Einsatz. Die Bestrahlung wirkt vor allem lokal auf den Tumor selbst. Die Chemotherapie hingegen wirkt systemisch, das heißt, sie wirkt im gesamten Körper und erreicht bereits gestreute Krebszellen. Da eine Kombination von Strahlen- und Chemotherapie sehr belastend ist, kommt ergänzenden Therapien, welche die Behandlungsbeschwerden lindern, eine bedeutende Rolle zu. Das kann beispielsweise eine Schmerztherapie sein.

Die Chemotherapie erfolgt nach Möglichkeit mit dem Medikament Cisplatin. Sie findet nicht nur in Kombination mit den anderen Behandlungsverfahren Anwendung, sondern auch, wenn der Krebs nicht mehr heilbar ist. Das Ziel der Chemotherapie ist es dann, den Verlauf zu verlangsamen. Die Medikamente der Chemotherapie (Zytostatika) können in Form von Tabletten oder Infusionen Anwendung finden.

Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs

Die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs geht mit einer Reihe von Risiken und Nebenwirkungen einher. Betroffene Frauen sollten sich vor der Krebstherapie ausführlich über die direkten Auswirkungen und die langfristigen Folgen der verschiedenen Therapien aufklären lassen.

Zu den kurzfristigen Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  • Reizungen und Entzündungen von Haut und Schleimhäuten von Blase, Darm, After und Scheide
  • schmerzhaftes Wasserlassen
  • Inkontinenz
  • Blutungen
  • Schleimabsonderungen
  • geschwächtes Immunsystem
  • Durchfälle
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Erschöpfung
  • Haarausfall

Zu den langfristigen Folgen der Gebärmutterhalskrebs-Behandlung gehören:

  • trockene Schleimhäute (Geschlechtsorgane, Blase und Darm)
  • Verwachsungen, Verhärtungen und Narbenbildung
  • Verengungen in Scheide und Darm
  • Lymphödeme (bei entfernten Lymphknoten)
  • vorzeitige Wechseljahre
  • Unfruchtbarkeit
  • Nervenschädigungen

Heilungschancen von Gebärmutterhalskrebs

Es gibt keine gesicherten Informationen zu den Heilungschancen bei Gebärmutterhalskrebs. Die Prognose ist von Frau zu Frau verschieden – abhängig von ihrer persönlichen Krankengeschichte und den Behandlungsverfahren, die eingesetzt werden (können). Grundsätzlich gilt: Je früher Gebärmutterhalskrebs erkannt und behandelt wird, desto günstiger ist der Behandlungsverlauf. Am besten ist es, wenn Krebsvorstufen am Gebärmutterhals erkannt und entfernt werden, bevor sich aus ihnen Krebs entwickelt.

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. können Vor- und Frühstadien von Gebärmutterhalskrebs in der Regel geheilt werden. Bei invasiven bösartigen Tumoren sind die Erfolgsaussichten der Behandlung von der Ausdehnung der Erkrankung und vom Ausmaß der Operation abhängig. Kann durch die Operation das gesamte Tumorgewebe entfernt werden, sind die Chancen auf Heilung den Krebsexperten zufolge günstig. In weiter fortgeschrittenen Stadien oder bei einem Rückfall sei dauerhafte Heilung zwar weniger wahrscheinlich, in manchen Fällen aber dennoch möglich.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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