Brustkrebs: 5 Fakten zum bösartigen Tumor in der Brust
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Brustkrebs: 5 Fakten zum bösartigen Tumor in der Brust

Die Diagnose Brustkrebs macht Angst: Jedes Jahr erkranken über 70.000 deutsche Frauen an Brustkrebs. Über 17.000 sterben an dem bösartigen Tumor in der Brust. Doch warum entsteht Brustkrebs und wie sind die Heilungschancen? Brustkrebs: Fünf wichtige Fakten zum bösartigen Tumor in der Brust.

Brustkrebs-Ursachen: Wie entsteht Brustkrebs?

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. ist Brustkrebs mit etwa 30,5 Prozent die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in allen Staaten der industrialisierten Welt. Warum Brustkrebs entsteht, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Ursprung ist eine Veränderung des Erbguts einer einzelnen Zelle. Sie mutiert. In Folge wächst und teilt sie sich unkontrolliert. Zudem ist das Signal zum natürlichen Zelltod gestört. Krebszellen leben deutlich länger als gutartige Zellen. 

Bekannt ist, dass eine Reihe verschiedener Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit einer Brustkrebserkrankung erhöhen. Dazu gehören:

  • Alter
  • familiäre Vorbelastung
  • Diabetes Typ 2
  • ein hormonelles Ungleichgewicht
  • Hormonersatztherapien
  • ein sehr dichtes Brustgewebe
  • eine sehr früh einsetzende Menstruation
  • ein später Eintritt in die Wechseljahre
  • Kinderlosigkeit
  • eine späte erste Schwangerschaft
  • kein oder nur kurzes Stillen des eigenen Kindes
  • Übergewicht
  • zu wenig Bewegung
  • Rauchen (auch passiv)
  • zu viel Alkohol

Brustkrebs-Symptome: Hat man bei Brustkrebs Schmerzen?

Brustkrebs verursacht zu Beginn keine Beschwerden. Auch die knotigen Veränderungen in der Brust verursachen in der Regel keine Schmerzen. Knoten in der Brust – die von den Frauen oft selbst ertastete werden – sind meist der erste Hinweis auf eine Brustkrebserkrankung. Wie die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. mitteilt, treten etwa die Hälfte der Brusttumoren bei Frauen im oberen äußeren Bereich der Brust auf; etwa 15 Prozent im inneren oberen Bereich. Die linke Brust ist etwas häufiger betroffen als die rechte.

Neben Knoten in der Brust sollten Frauen bei den folgenden Veränderungen aufmerksam werden:

  • Veränderungen der Brustwarze wie Einziehungen, Entzündungen oder Absonderungen
  • Veränderungen der Brustgröße
  • Auffälligkeiten der Haut wie Rötungen, Orangenhaut und Entzündungen
  • Schwellungen in der Achselhöhle

Brustkrebs erkennen: Früherkennungsuntersuchungen

Frauen sollten einmal im Monat die Brüste abtasten, um mögliche Veränderungen frühzeitig erspüren zu können. Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Neben der Tastuntersuchung zuhause haben Frauen Anspruch auf regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei ihrem Frauenarzt (Gynäkologen). Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

Gesetzliche Früherkennungsuntersuchungen für Frauen:

Frauen zwischen 30 und 49 Jahren: Einmal jährlich eine Tastuntersuchung der Brust und der Achselhöhlen. Ultraschalluntersuchungen gelten als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und müssen von den Frauen selbst bezahlt werden.

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren: Zusätzlich zu der jährlichen Tastuntersuchung werden Frauen alle zwei Jahre per Brief zum sogenannten Mammografie-Screening eingeladen. Bei der Röntgenuntersuchung werden die Brüste auf Veränderungen im Gewebe untersucht.

Frauen ab 70 Jahren: Frauen ab 70 haben einmal die Möglichkeit, die Tastuntersuchung beim Frauenarzt wahrzunehmen und diese, sofern sie das möchten, mit einer Ultraschalluntersuchung zu ergänzen – die sie selbst bezahlen müssen.

Früherkennung bei familiärer Vorbelastung: Frauen mit einer erblichen Vorbelastung können in speziellen Zentren schon ab dem 25. Lebensjahr alle sechs Monate eine Tast- und Ultraschalluntersuchung und einmal im Jahr eine Kernspintomografie durchführen lassen. Als erblich vorbelastet gelten Frauen, in deren Familie gehäuft Brustkrebs in jungen Jahren auftritt und bei denen eine genetische Veränderung in den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 nachgewiesen wurde.

Brustkrebs behandeln: Ist Brustkrebs gut heilbar?

Nicht immer ist bei Brustkrebs eine Operation notwendig. Manchmal kann mit Strahlentherapie und Chemotherapie behandelt werden. Auch eine Hormontherapie gehört zu den Möglichkeiten der Behandlung. Um möglichst gute Heilungschance zu erzielen, werden oftmals verschiedene Therapieformen miteinander kombiniert.

Muss operiert werden, kann dies in vielen Fällen brusterhaltend geschehen. Teilweise ist es möglich, bereits während dem Eingriff die Brust wieder aufzubauen. Betroffene Frauen sollten sich vor der Brustkrebs-Therapie ausführlich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren und Vorteile sowie Risiken und Nebenwirkungen überdenken, bevor sie sich für eine Behandlung entscheiden.

Brustkrebs vorbeugen: Was können Frauen tun?

Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, lässt sich nicht komplett ausschalten. Nicht nur, dass einige Risikofaktoren wie Alter, familiäre Veranlagung und die individuelle Hormonsituation nicht beeinflussbar sind. Krebs ist manchmal auch Unglück und kann trotz einer gesunden Lebensweise auftreten. Dennoch können Frauen dazu beitragen, ihr persönliches Erkrankungsrisiko zu senken.

Krebsexperten raten, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten und Übergewicht zu vermeiden. Regelmäßige Bewegung ist wichtig. Zudem sollten Frauen nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen trinken – maximal 125 Milliliter Wein und 200 Milliliter Bier pro Tag. Fleisch und fettreiche tierische Produkte sollten nur in Maßen verzehrt werden. Eine gesunde Alternative sind pflanzliche Fette und Öle.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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