Gesünder Leben
Bauchspeicheldrüsenkrebs: 5 Fakten zum Pankreaskarzinom
© magicmine/ iStock / Getty Images Plus
Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel
Letztes Update am: 

Bauchspeicheldrüsenkrebs: 5 Fakten zum Pankreaskarzinom

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) trifft jedes Jahr etwa 17.000 Deutsche, Frauen ebenso häufig wie Männer. Zu Beginn verursacht Krebs der Bauchspeicheldrüse keine Symptome und wird daher oft erst spät erkannt. Pankreaskarzinom: Fünf Fakten zu Bauchspeicheldrüsenkrebs, die Sie kennen sollten.

Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) bildet die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren, und produziert zudem Verdauungssäfte für den Darm (Pankreassaft). Im Verdauungssaft der Bauchspeicheldrüse befinden sich wichtige Enzyme:

  • Amylase: für die Verdauung von Kohlenhydraten
  • Lipase: für die Verdauung von Fetten
  • Proteasen: für die Verdauung von Eiweißen

Die Bauchspeicheldrüse liegt zwischen Magen und der Wirbelsäule und ist bis zu 20 Zentimeter lang. Bilden sich in der Bauchspeicheldrüse Krebszellen, die rasch wachsen und gesundes Gewebe verdrängen, sprechen Mediziner von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Am häufigsten entsteht der Tumor im Pankreaskopf. Pankreaskörper und Pankreasschwanz sind seltener betroffen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren für Männer und 75 Jahren für Frauen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs-Ursachen: Wie entsteht Krebs der Bauchspeicheldrüse?

Warum Zellen in der Bauchspeicheldrüse entarten (mutieren) und zu Krebszellen heranwachsen, ist nicht abschließend geklärt. Bekannt sind bestimmte Faktoren, die das Risiko erhöhen, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Als gesicherter Risikofaktor gilt Rauchen. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe findet sich das Pankreaskarzinom bei Rauchern zwei- bis dreimal häufiger als bei Nichtrauchern. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben zudem Menschen, die

  • stark übergewichtig sind.
  • an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus leiden.
  • an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) erkrankt sind.
  • übermäßig viel Alkohol trinken.
  • eine genetische Veranlagung in sich tragen.

„Ein weiterer wichtiger Faktor ist das familiäre Risiko. Sind zwei oder mehrere Angehörige ersten Grades (zum Beispiel Eltern/ Geschwister) an einem Pankreaskarzinom erkrankt oder sind betroffene Angehörige zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre, besteht ein erhöhtes Risiko, dass weitere Familienmitglieder ebenfalls an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken.“

— Die blauen Ratgeber: „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ der Deutschen Krebshilfe

Bauchspeicheldrüsenkrebs erkennen: Symptome von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Zu Beginn zeigt das Pankreaskarzinom keine Symptome. Erst im weiteren Verlauf der Krebserkrankung treten Beschwerden auf. Oftmals sind diese so unspezifisch, dass die Betroffenen zunächst nicht an eine ernste Erkrankung denken. Je später das Pankreaskarzinom erkannt wird, desto schlechter sind die Behandlungs- und Heilungschancen.

„Bösartige Neubildungen der Bauchspeicheldrüse verursachen in frühen Stadien oft keine oder nur unspezifische Symptome, sodass der Tumor häufig erst spät, in einem bereits fortgeschrittenen Stadium, erkannt wird. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate ist daher ausgesprochen ungünstig. Sie liegt in Deutschland bei 9 bis 10 Prozent. Damit weist das Pankreaskarzinom die niedrigsten Überlebensraten unter allen Krebserkrankungen auf und ist die vierthäufigste Krebstodesursache.“

— Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (RKI)

Bauchspeicheldrüsenkrebs-Symptome, bei denen Sie aufmerksam werden sollten, sind:

  • chronischer, dumpfer Schmerz im Oberbauch: Bis zu 80 Prozent der Pankreaskarzinom-Betroffenen berichtet über Oberbauch- oder Rückenschmerzen.
  • Rückenschmerzen: Eine kranke Bauchspeicheldrüse kann aufgrund ihrer Lage Beschwerden im Rücken verursachen.
  • Übelkeit und Erbrechen: Können auftreten, wenn ein Tumor den Zwölffingerdarm oder den Magenausgang einengt.
  • Entstehung von Diabetes mellitus: Ist die Folge, wenn die Bauchspeicheldrüse wenig oder kein Insulin mehr produziert.
  • Gelbsucht: Ist oft erstes Symptom eines Tumors im Pankreaskopf.
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall und/ oder Verstopfung
  • verstärkte Müdigkeit
  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • tastbare Veränderungen im Bauch

Die Symptome sind keinesfalls ein sicherer Hinweis auf Bauchspeicheldrüsenkrebs. Es können ebenso harmlosere Erkrankungen die Ursache sein. Beobachten Sie die genannten Beschwerden bei sich, gehen Sie zu einem Arzt und lassen Sie den Auslöser abklären. Je früher ein mögliches Pankreaskarzinom erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Prognose. Ihr Hausarzt oder ein Internist sind die ersten Ansprechpartner.

Der Weg zur Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs

Um dem Verdacht Bauchspeicheldrüsenkrebs weiter nachzugehen, stehen dem Arzt verschiedene Untersuchungen zur Verfügung, darunter:

  • Blutuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Computertomografie (CT)
  • Kernspintomografie (MRT)
  • Spiegelung der Bauchspeicheldrüse (Endoskopisch Retrograde Cholangio-Pankreatikografie, kurz ERCP)

Bestätigt sich der Verdacht und stellt der Arzt die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs, werden in weiteren Untersuchungen das Stadium des Krebses, seine Größe und Lage bestimmt. Ebenfalls wird untersucht, ob der Krebs bereits gestreut und Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet hat.

Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln: Wie Bauchspeicheldrüsenkrebs bekämpfen?

Abhängig von den Untersuchungsergebnissen wird die Krebsbehandlung zusammengestellt. Das Ziel der Krebstherapie ist, das Pankreaskarzinom zu heilen oder zumindest das Fortschreiten der Krebserkrankung zu bremsen. Ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Krebsbehandlung ist, die mit dem Krebs einhergehenden Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität des Patienten bestmöglich zu erhalten. Für die Krebsbehandlung sind vor allem drei Behandlungsansätze von großer Bedeutung:

  • Operation
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie

Bauchspeicheldrüsenkrebs: die Operation

Die Operation kommt in früheren Krebsstadien zur Anwendung und hat das Ziel, den vom Krebs befallenen Teil der Bauchspeicheldrüse herauszuoperieren und den Krebs so zu heilen.

„Sitzt der Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse, fällt die (…) Operation sehr umfangreich aus. Dabei entfernt der Arzt in der Regel den Tumor, einen Teil der Bauchspeicheldrüse und des Magens, den Zwölffingerdarm sowie die Gallenblase mit Gallengang. Zahlreiche Chirurgen versuchen allerdings in den letzten Jahren, die Teilentfernung des Magens zu vermeiden und nur noch den Zwölffingerdarm und die Gallenblase zu entfernen. (…) In manchen Fällen muss die Bauchspeicheldrüse insgesamt herausgenommen werden (totale Pankreatektomie).“

— Die blauen Ratgeber: „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ der Deutschen Krebshilfe

Oftmals können im Rahmen eines operativen Eingriffs nicht alle Krebszellen entfernt werden – vor allem, wenn sich diese bereits im Körper verteilt und an anderen Stellen Tochtergeschwulste gebildet haben. Zudem hat Bauchspeicheldrüsenkrebs ein hohes Risiko, dass er erneut auftritt. Daher wird ergänzend zur Operation eine Chemotherapie eingesetzt.

Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln: Chemotherapie

Bei der Chemotherapie werden mit Hilfe sogenannter Zytostatika die Krebszellen angegriffen. Die krebszelltötenden Medikamente können über eine Infusion in die Vene geleitet oder in Form von Tabletten verabreicht werden. Die Chemotherapie ist nicht wie die Operation auf einen bestimmten Teil des Körpers fokussiert, sondern wirkt systemisch, also im gesamten Körper.

Da die Chemotherapie die Zellen zerstört, die sich schnell teilen, werden unter der Behandlung auch gesunde Zellen zerstört. Das erklärt unter anderem, warum den Betroffenen die Körperhaare ausfallen und sich die Schleimhäute entzünden. Über die zu erwartenden Nebenwirkungen der Chemotherapie spricht der Arzt mit dem Patienten. 

Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln: die Strahlentherapie

Die Strahlentherapie (Radiotherapie) hat das Ziel, den Tumor mit Hilfe von ionisierten Strahlen zu zerstören. Die Strahlung greift den Zellkern an und zerstört die Erbinformationen der Zelle. Die Zellen können sich dann nicht mehr teilen und vermehren. Da Krebszellen nur bedingt Reparaturmechanismen aufweisen, können sie die Schäden nicht ausreichend reparieren und sterben ab. Im Rahmen der Palliativbehandlung findet die Strahlentherapie Anwendung, um die Schmerzen zu lindern und die verbleibende Zeit des Patienten zu erleichtern.

„Die Strahlen, die dabei zum Einsatz kommen, lassen sich mit denjenigen vergleichen, die bei einer Röntgenuntersuchung verwendet werden. Ihre Energie ist jedoch sehr viel höher, und dadurch können sie besser und tiefer in das Gewebe eindringen. Ein Mensch kann diese Strahlung nicht sehen und nicht spüren, sie tut also auch nicht weh.“

— Die blauen Ratgeber: „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ der Deutschen Krebshilfe

Bauchspeicheldrüsenkrebs-Früherkennung: Gibt es nicht

Eine gesetzliche Früherkennungsuntersuchung für Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es nicht. Fachleute haben bislang keine Belege gefunden, dass Früherkennungsuntersuchungen die Sterblichkeit senken oder den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können.

Hinzu kommt, dass Früherkennungsuntersuchungen mit einem Risiko für falsch-positive Ergebnisse einhergehen können. Das heißt, es wird eine Krebserkrankung vermutet, wo keine ist. Bis zur endgültigen Entwarnung muss der Betroffene neben Ängsten auch viele Untersuchungen und möglicherweise Eingriffe über sich ergehen lassen, die eigentlich unnötig und mit Risiken verbunden sind. Daher gibt es bislang keine empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen für Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Den Körper beobachten und Warnzeichen ernst nehmen

Was Sie tun können, ist, bei unspezifischen Beschwerden oder Symptomen wie den oben genannten, einen Arzt aufzusuchen und die Ursache abklären zu lassen. Ein wichtiger Früherkennungstipp ist daher: Achten Sie auf Warnzeichen, die Ihr Körper aussendet. Gehören Sie zur Risikogruppe für Bauchspeicheldrüsenkrebs, sollten Sie besonders aufmerksam sein.

Dazu gehören starke Raucher, zuckerkranke Personen, Menschen mit einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie Personen, in deren Familienangehörige ersten Grades (Eltern, Geschwister) bereits an Pankreaskrebs erkrankt sind. Gehören Sie zur Risikogruppe, sollten Sie zudem mit Ihrem Arzt besprechen, ob für Sie regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung sinnvoll sind.

Bauchspeicheldrüsenkrebs vorbeugen: Wie kann ich mich schützen?

Ihr Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, können Sie senken, indem Sie bekannte Risikofaktoren minimieren:

  • Rauchen Sie nicht.
  • Trinken Sie Alkohol nur in Maßen.
  • Senken Sie Risikofaktoren, die Diabetes mellitus begünstigen (Übergewicht, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck).
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung. Zwar ist der Einfluss der Ernährung in Bezug auf Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht abschließend geklärt. Bekannt aber ist, dass eine vorwiegend pflanzliche Ernährung mit reichlich Pflanzenfasern, Vitaminen und Mineralstoffen das Krebsrisiko im Allgemeinen senken kann.
  • Vermeiden Sie Übergewicht.
  • Bewegen Sie sich ausreichend.
Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
Wie finden Sie diesen Artikel?