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Iboprufen geschrieben auf Rezept
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Ist Ibuprofen entzündungshemmend? So wirkt der Schmerzwirkstoff

Ibuprofen gehört zu den beliebtesten Schmerzmitteln zur Schmerzlinderung. Der Wirkstoff Ibuprofen ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich und zur Behandlung von leichten bis mittelstarken Schmerzen geeignet.

Was ist Ibuprofen?

Ibuprofen ist ein Schmerzwirkstoff, der zur Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika, kurz NSAR, gehört. Früher wurden NSAR hauptsächlich zur Behandlung von rheumatoider Arthritis eingesetzt – daher der Name. Nicht steroidal bedeutet ohne Steroide, also ohne Kortison. Ibuprofen ist bis zu einer Dosierung von 400 Milligramm pro Tablette rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Ibuprofen wirkt unter anderem bei:

  • Kopfschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Regelbeschwerden
  • Fieber
  • Entzündungen
Ibuprofen: Warnhinweise
Nehmen Sie Ibuprofen ohne ärztliche Absprache nicht länger als drei Tage hintereinander ein. Suchen Sie bei wiederkehrenden Schmerzen Ihren Hausarzt auf. Leiden Sie unter einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, sollten Sie Ibuprofen nicht ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt einnehmen.

Ibuprofen entzündungshemmend: Wie wirkt Ibuprofen?

Ibuprofen wirkt nicht nur schmerzstillend (analgetisch), sondern auch entzündungshemmend (antiphlogistisch) und fiebersenkend (antipyretisch). Ibuprofen gehört zu den nicht-opioiden Schmerzmitteln. Die schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung von Ibuprofen ist auf enzymhemmende Wirkmechanismen zurückzuführen. Ibuprofen hemmt das Enzym Cyclooxygenase (COX) und somit die Bildung sogenannter Prostaglandine. Prostaglandine sind Gewebehormone, die an Schmerz-, Fieber- und Entzündungsreaktionen des Körpers beteiligt sind.

Cyclooxygenase ist dann aktiv, wenn Körpergewebe beschädigt wird – etwa durch Verletzungen oder Entzündungen. Die in Folge gebildeten Prostaglandine steigern die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren, fördern Entzündungsprozesse und lassen die Körpertemperatur steigen, indem sie auf den Bereich im Gehirn einwirken, der für die Körpertemperatur zuständig ist.  

Wann wirkt Ibuprofen?

Die schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung von Ibuprofen setzt nach etwa einer halben Stunde ein und hält etwa drei bis vier Stunden an. Meist reicht eine Dosierung zwischen 200 und 400 Milligramm pro Einnahme aus, um die Schmerzen zu lindern.

Ibuprofen-Höchstdosis
Die tägliche Höchstdosis von Ibuprofen liegt für gesunde Erwachsene bei 1200 mg. Wer eine Ibuprofen-Tablette mit 400 mg einnimmt, sollte nicht mehr als drei Tabletten am Tag einnehmen.

Warum schlägt Ibuprofen auf den Magen?

Prostaglandine sind nicht nur an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen beteiligt. Unter anderem schützen Prostaglandine die Magen- und Darmschleimhaut vor der Magensäure. Prostaglandine regen die Bildung einer Schleimschicht an, welche die innere Oberfläche des Magens auskleidet und als wichtige Schutzschicht dient. Fehlt dieser Schutz, sind Magen und Darm empfindlicher und angreifbarer. Das ist der Grund, warum die Hemmung von Prostaglandinen Übelkeit und Bauchschmerzen auslösen und bei dauerhafter Anwendung zu Entzündungen und Schäden der Magenschleimhaut bis hin zu Magenblutungen und Magengeschwüren führen kann,

Auch die Darmschleimhaut ist empfindlicher und anfälliger für Schäden und Blutungen. Aus diesem Grund sollten Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, etwa Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

Magenprobleme durch Ibuprofen?
Magenprobleme sind die häufigste Nebenwirkung von NSAR. Mediziner empfehlen daher, Ibuprofen zum Essen mit ausreichend Wasser einzunehmen. Der Speisebrei und die Flüssigkeit können helfen, das Schmerzmittel verträglicher zu machen.  
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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