Fibromyalgie-Ernährung: Hilft gesundes Essen gegen die Beschwerden?
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Fibromyalgie-Ernährung: Hilft gesundes Essen gegen die Beschwerden?

Eine feste wissenschaftlich gesicherte Form der Fibromyalgie-Ernährung gibt es zurzeit noch nicht. Aber es gibt Hinweise darauf, dass eine fettarme vegetarische oder sogar vegane Kost die Beschwerden lindern kann. Warum das so ist und welche Lebensmittel sich besser eignen als andere, erfahren Sie im Folgenden.

Viel Obst und Gemüse zur Fibromyalgie-Ernährung

Die rhematische Erkrankung Fibromyalgie ist von Patienten zu Patienten unterschiedlich ausgeprägt – da über die genauen Ursachen noch zu wenig bekannt ist, gestaltet sich die Behandlung daher oft schwierig. Auch, was eine spezielle Fibromyalgie-Ernährung angeht, die die für die Krankheit typischen Muskelschmerzen lindern könnte, gibt es noch keine eindeutig bewiesenen Erkenntnisse.

In kleineren Studien ließ sich jedoch beobachten, dass sich eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise positiv auf das Wohlbefinden Betroffener auswirken kann. Forscher vermuten, dass bei der Schmerzerkrankung der oxidative Stress erhöht ist. Sogenannte freie Radikale – aggressive Sauerstoffatome – werden dabei im Körper freigesetzt und schädigen die Zellen.

Mit Antioxidantien kann diesem schädlichen Prozess entgegengewirkt werden – und diese Stoffe befinden sich überwiegend in pflanzlicher Kost. Diverse Vitamine und Mineralstoffe haben antioxidative Wirkung, vor allem die Vitamine C und E, Betacarotin (Provitamin A) sowie Zink, Selen und Schwefel. Heidelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren sind zum Beispiel reich an den gesunden Pflanzenstoffen, ebenso Rote Beete, Brokkoli und Radieschen.

Generell ist es eine gute Faustregel, möglichst bunt zu essen. Kohl und Hülsenfrüchte sind ebenfalls sehr gesund, aber da viele Fibromyalgie-Patienten unter einem Reizdarm leiden und Verdauungsprobleme haben, sind solche blähenden Lebensmittel mit Vorsicht zu genießen.

Fett, Zucker und Fleisch nur in Maßen bei Fibromyalgie

Zu viel Fett, Zucker und Fleisch können die Entzündungsprozesse im Körper fördern und die Fibromyalgie-Symptome verstärken – daher sollten Betroffene hier vorsichtig sein. Zudem geht eine fett- und zuckerreiche Ernährung oft mit Übergewicht einher, das ebenfalls die Schmerzen und anderen Beschwerden verschlimmern kann.

Sie müssen als Fibromyalgie-Patient nicht vollständig auf Fast Food oder Süßes verzichten, sondern können ausprobieren, wie viel Sie individuell vertragen. Dennoch ist es sinnvoll, den Konsum fettreicher Snacks, von Süßigkeiten, Fleisch und Fleischprodukten einzuschränken. Auch bei Alkohol, Kaffee und Nikotin sollten Betroffene vorsichtig sein.

Nahrungsergänzungsmittel mit dem Arzt besprechen

Manche Studien legen nahe, dass eine zusätzliche Einnahme von Tryptophan – einem Vorläufer des Botenstoffs und “Glückshormons” Serotonin – sowie Magnesium bei der Fibromyalgie-Ernährung helfen können. Tryptophan ist etwa in Soja, Haferflocken und Nüssen enthalten. Letztere haben außerdem einen hohen Magnesiumgehalt.

Möglicherweise können auch Nahrungsergänzungsmittel helfen, die Beschwerden bei Fibromyalgie zu lindern – aber bevor Sie zur Selbstmedikation greifen, sollten Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann in einem Bluttest überprüfen, ob bei Ihnen ein Nährstoffmangel vorliegt und die Ergänzungsmittel genau darauf abstimmen. Auf diese Weise lässt sich eine versehentliche Überdosierung vermeiden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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