Diabetes und Sport: Wie Sport die Zuckerkrankheit verhindern kann
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Diabetes und Sport: Wie Sport die Zuckerkrankheit verhindern kann

Übergewicht und Bewegungsmangel zählen zu den größten Risikofaktoren für Diabetes Typ 2. Vor allem die Ansammlung von Fettgewebe im Bauchraum erhöht das Diabetes-Risiko deutlich. Regelmäßige Bewegung ist für die Diabetes-Prävention daher unverzichtbar.

Sport ist für den Körper wichtig und lässt nicht nur überflüssige Pfunde purzeln. Sport wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus, senkt den Blutdruck und den Cholesterinspiegel, baut Muskelgewebe auf, stärkt das Immunsystem, schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall und beugt Osteoporose vor.

Darum beugt Sport Diabetes Typ 2 vor

Wer sich regelmäßig bewegt und sportlich aktiv ist, kann sein Risiko, an Diabetes zu erkranken, deutlich senken. Körperliche Aktivität zapft die Fettspeicher an und beugt Übergewicht vor. Zudem stärkt Sport die insulinbildenden Zellen. Auch auf die Blutzuckerwerte wirkt Sport regulierend, denn die Muskeln verbrauchen Energie und damit auch Zucker (Gluckose). Je länger man sich bewegt, desto mehr Glukose wird verarbeitet und desto mehr sinkt der Blutzuckerspiegel. Und das schont die Bauchspeicheldrüse.

Bringt Sport auch bei Diabetes Typ 1 Vorteile? 

Typ-1-Diabetiker profitieren ebenfalls von regelmäßigem Sport. Der Auslöser eines Typ-1-Diabetes ist zwar eine autoimmunologische Störung, die durch Sport nicht behoben werden. Doch Bewegung schützt vor Erkrankungen des Herz-Kreislauf-System, für die Diabetiker ein erhöhtes Risiko haben. Zudem gibt es Hinweise, dass sich der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c-Wert) auch bei Typ-1-Diabetikern manchmal durch Sport verbessern lässt.

Soirt senkt außerdem das Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken. Untersuchungen haben gezeigt, dass sportlich aktive Frauen gegenüber Frauen, die sich nur wenig bewegen, ein bis zu 55 Prozent geringeres Risiko haben, in der Schwangerschaft an Diabetes zu erkranken

Warum die Kombination von Ausdauer- und Kraftsport am effektivsten ist

Vor allem die Kombination von Ausdauer- und Krafttraining ist ideal, um Diabetes vorzubeugen. Ausdauertraining hat eine direkte Wirkung auf den langfristigen Blutzuckerwert, also den HbA1c-Wert: Er kann durch Ausdauersport  um bis 0,7 Prozent abgesenkt werden, so der Diabetesinformationsdienst des Helmholtz-Zentrums München. Dies entspreche in etwa der Wirkung einer medikamentösen Diabetes-Therapie. Krafttraining hingegen senke bei gleichem Umfang und gleicher Intensität den HbA1c-Wert um etwa 0,5 Prozent. Krafttraining hilft zudem, Fettgewebe abzubauen – darunter das kritische innere Bauchfett (viszerales Fett). Diabetes-Experten raten, jeden Tag mindestens 30 Minuten aktiv zu sein, um Diabetes vorzubeugen.

So hilft Sport Diabetes-Patienten

Nicht nur für die Diabetes-Prävention ist Sport unverzichtbar. Auch Diabetiker profitieren von Alltagsbewegung und Sport. Wer körperlich aktiv ist, wirkt einer Insulinresistenz entgegen und senkt die langfristigen Blutzuckerwerte. Auch für Diabetes-Patienten gilt: Am besten ist eine Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining, kombiniert mit einem Plus an Alltagsbewegung. Wichtig für Diabetiker ist zudem Koordinationstraining, da bei ihnen die Ansteuerung der Muskeln über die Nerven beeinträchtigt ist. 

Diabetes-Experten raten, Sport wie ein Medikament zu betrachten: Nicht nur, weil Bewegung so effektiv ist, sondern auch, weil sie möglichst jeden Tag durchgeführt werden sollte. Bevor Diabetiker ihren Trainingsplan zusammenstellen, sollten sie mit ihrem Arzt besprechen, welche sportliche Belastung für sie geeignet ist und was sie beim Sport beachten müssen, um eine Unterzuckerung zu verhindern.

Diabetes: So viel Sport braucht der Körper

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) empfiehlt Typ-2-Diabetikern zur Verbesserung ihrer Glukose-Regulation mindestens 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche, aufgeteilt auf fünf Tage. Die Trainingspause sollte nicht länger als zwei Tage sein: Die Verbesserungen im Glukose-Stoffwechsel durch den Sport halten maximal 48 Stunden an. Krafttraining sollte laut der DDG mindestens drei Mal in der Woche durchgeführt werden. Dabei alle großen Muskelgruppen in das Training einbeziehen. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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