Chemotherapie: Häufige Nebenwirkungen der Behandlung
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Chemotherapie: Häufige Nebenwirkungen der Behandlung

Die Chemotherapie ist ein probates Mittel der Krebsbekämpfung. Allerdings kann sie auch starke Nebenwirkungen mit sich bringen, da sie nicht speziell gegen Krebszellen, sondern allgemein gegen schnell wachsendes Gewebe vorgeht. Wir erklären Ihnen, welche Beschwerden die Chemotherapie begleiten können.

Besonders häufig: Übelkeit und Haarausfall

Wird Krebs mit einer Chemotherapie behandelt, klagen viele Patienten über Übelkeit. Sie ist eine der häufigsten Nebenwirkungen und tritt auf, weil ein körpereigener Botenstoff den Brechreiz auslöst. Das ist eine wichtige körperliche Schutzmaßnahme, die normalerweise eintritt, wenn man etwa Giftstoffe oder Verdorbenes zu sich genommen hat. Die Zytostatika aus dem Mittel während der Chemotherapie greifen die Darmschleimhäute an, die daraufhin den Botenstoff freisetzen. So wird der Brechreiz ausgelöst, ohne dass die Notwendigkeit dazu besteht.

Auch Haarausfall ist auf die aggressiven Medikamente zurückzuführen: Die Zellen, die die Haarwurzeln in der Kopfhaut verankern, teilen sich ebenfalls rasch genug, um die Aufmerksamkeit der Zytostatika auf sich zu ziehen. Aufgrund desselben Mechanismus kann es während der Therapie zu Nagelschäden kommen: Es bilden sich vorübergehend weiße Streifen oder Längs- beziehungsweise Querrillen in den Nägeln.

Angegriffene Schleimhäute durch die Chemotherapie

Angegriffene Schleimhäute können als Nebenwirkung der Chemotherapie an verschiedenen Körperstellen auftreten: Die schnell erneuernden Zellen der Schleimhaut werden von den Zytostatika ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Mit Schmerzen verbundene Entzündungen der Mund-, Magen- oder Darmschleimhaut können auftreten. Auch die Schleimhaut der Genitalien kann betroffen sein. Durch die Schädigung kommt es leichter zu Infektionen.

Chemotherapie beeinträchtigt die Blutbildung

Zu den Zellen, die die Chemotherapie angreift, zählen zudem die der Nieren und die des Knochenmarks. Eine gesunde Niere produziert wichtige Bestandteile der roten Blutplättchen. Wird diese Produktion durch die Nebenwirkungen der Krebstherapie eingeschränkt, neigen die Patienten zu stärkerem Bluten, wenn sie sich verletzen: Die Blutplättchen bilden sonst den Pfropf an der Wunde, der verschorft und so die Heilung beschleunigt. Nasenbluten tritt bei einer Chemotherapie daher häufiger auf, und auch Blut im Urin kann vorkommen.

Das gesunde Knochenmark bildet weiße Blutkörperchen, die gegen Krankheitserreger im Körper vorgehen. Zu den Nebenwirkungen der Chemotherapie zählt, dass weniger von ihnen gebildet werden, sodass die Immunabwehr geschwächt ist. Auch die eingeschränkte Bildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark hat starke Auswirkungen auf das Befinden: Sie sind verantwortlich für den Sauerstofftransport durch den Körper. Läuft dieser nicht optimal, kann es zur sogenannten Fatigue kommen, einem Zustand der permanenten Müdigkeit und Erschöpfung. Die Patienten sind bei diesen Nebenwirkungen blass und abgeschlagen, können sich kaum konzentrieren und bringen nur schwer die Energie für die einfachsten Aufgaben auf.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Gisèle Schneider
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