Alzheimer: Ursachen der Demenzerkrankung

Bislang konnten die Ursachen für Alzheimer nicht zweifelsfrei gefunden werden. Es gibt jedoch einige Beobachtungen und Ansätze, die nahelegen, dass krankhafte Proteinablagerungen im Gehirn für die Demenzerkrankung verantwortlich sind. Auch scheint die Botenstoffkonzentration bei Betroffenen verändert zu sein.

Ursachen für Alzheimer noch nicht vollständig geklärt

Warum manche Menschen an Alzheimer erkranken und andere nicht, ist bislang noch ungeklärt. Fest steht nur, dass durch die Krankheit Nervenzellen im Gehirn absterben, beginnend bei den sogenannten Riechzellen und dann immer weiter fortschreitend. Vor allem das Kurzzeitgedächtnis wird dadurch angegriffen und die Erinnerungen verblassen immer mehr. Die Ursachen dafür scheinen nach derzeitigem Stand der Wissenschaft mit Proteinablagerungen im Gehirn zusammenzuhängen.

“Senile Plaques” bei Alzheimerpatienten: Ablagerungen im Gehirn

Diese Proteinablagerungen konnten bisher bei jedem Alzheimer-Patienten gefunden werden. In den Nervenzellen und ihren Zwischenräumen sammeln sich nach und nach immer mehr Reste eines bestimmten Proteins an, das im Gehirn nicht vollständig abgebaut wurde. Die Proteinablagerungen in den Zwischenräumen der Nervenzellen werden “senile Plaques” genannt und wurden bereits um die Jahrhundertwende von Dr. Alois Alzheimer entdeckt, nach dem diese Demenzform benannt wurde. Die faserartigen Ablagerungen innerhalb der Nervenzellen werden als “Neurofibrillenbündel” bezeichnet und auch sie hatte der deutsche Arzt erstmals beobachtet. Die Plaques stören offenbar den Stoffwechsel der Nervenzellen sowie die Sauerstoff- und Energieversorgung des Gehirns. Die Neurofibrillenbündel können anscheinend die Stabilisierungs- und Transportprozesse in den Zellen beeinträchtigen und dazu beitragen, dass die Zelle abstirbt. Neben den absterbenden Zellen kommt es bei Alzheimer auch zu einem Verlust von Synapsen. Nach aktuellem Forschungsstand wurden die Proteinablagerungen zwar entdeckt, aber man weiß noch nicht genau, wie sie entstehen und woher sie kommen.

Alzheimer: Ursachen hängen mit Botenstoffkonzentration zusammen

Weitere mögliche Alzheimer-Ursachen sind bestimmte Veränderungen der Botenstoffkonzentrationen im Gehirn. Die Botenstoffe oder Neurotransmitter leiten Reize und Signale zwischen den Nervenzellen weiter – stimmt ihr Gleichgewicht nicht mehr, kann das Gehirn nicht mehr richtig arbeiten. Insbesondere der Neurotransmitter Acetylcholin scheint bei Alzheimerpatienten in zu geringer Konzentration vorhanden zu sein. Der Botenstoff Glutamat hingegen weist eine zu hohe Konzentration auf. Dies könnte ein weiterer Grund für das allmähliche Absterben der Nervenzellen im Gehirn sein.

Gibt es eine genetische Veranlagung und Risikofaktoren für ALzheimer?

Die Alzheimer-Demenz kommt in einigen Familien gehäuft vor, weshalb vermutet wird, dass bei einer Erkrankung auch manche genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten. In welchem Ausmaß weiß man allerdings noch nicht. Es gibt eine Variante der Demenzerkrankung, die dominant vererbt wird und bereits recht früh ausbricht, teilweise schon im Alter von 40. Hierbei sind die Gene wohl in der Tat ein entscheidender Faktor. Ansonsten ist das Risiko bei nahen Verwandten von Alzheimerpatienten möglicherweise etwas erhöht, doch je älter die Angehörigen waren, als die Krankheit ausbrach, umso geringer ist das Risiko für die Nachkommen, ebenfalls zu erkranken.

Darüber hinaus stehen einige weitere Faktoren im Verdacht, die Entstehung von Alzheimer zu begünstigen. An erster Stelle steht das Alter, denn je älter ein Mensch wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass er dement wird und Alzheimer bekommt. Außerdem scheint es sich ungünstig auszuwirken, wenn viel Alkohol getrunken wird, Raucher gelten ebenfalls als stärker gefährdet. Starkes Übergewicht respektive Adipositas stellt ebenfalls einen Risikofaktor da, ebenso ein hoher Cholesterinspiegel, Diabetes, Bluthochdruck sowie Unter- oder Überfunktionen der Schilddrüse.