Narzissten erkennen: An diesen Symptomen erkennen Sie Narzissmus
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Narzissten erkennen: An diesen Symptomen erkennen Sie Narzissmus

Im alltĂ€glichen Sprachgebrauch wird ein selbstverliebter Mensch unabhĂ€ngig von weiteren Eigenschaften schnell als Narzisst bezeichnet. Dabei fĂ€llt oft auf, dass besondere Thematiken, Eigenarten und Interessen neben der ausgeprĂ€gten Liebe zum Selbst intensiv ausgelebt werden.. Sofern die Selbstliebe als Persönlichkeitsmerkmal gepflegt wird, ohne das Umfeld zu schĂ€digen, kann dies als starker Egoismus fĂŒr das Umfeld zwar störend und anstrengend sein, ist jedoch fĂŒr den Betreffenden ebenso wie fĂŒr andere Menschen nicht gefĂ€hrlich. Nimmt der Narzissmus hingegen krankhafte Formen an, durch die sich der Betreffende selbst oder seine Mitmenschen einschrĂ€nkt oder gefĂ€hrdet, kann eine narzisstische Persönlichkeitsstörung als psychische Erkrankung vorliegen.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung

Das Leben mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung zeigt sich als Erkrankung weniger fĂŒr den Betroffenen als fĂŒr sein Umfeld. Die unterschiedlichen AusprĂ€gungen des Narzissmus werden jedoch meist charakterlichen Persönlichkeitsmerkmalen zugezĂ€hlt. Die Problematik in der Unterscheidung zwischen der Eigenschaft und dem krankhaften Verhaltensmuster liegt in der AusprĂ€gung und den damit einhergehenden Extremen. 

Übertriebene Selbstliebe und Arroganz

Typisch sind bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung eine ĂŒbertriebene Selbstliebe, ein verzerrtes Selbstbild mit arroganten, hochmĂŒtigen Verhaltensweisen und eine extreme SelbstĂŒberschĂ€tzung. Nach außen tritt der Narzisst Ă€ußerst souverĂ€n auf, hat oft charismatische ZĂŒge und weiß in der Regel, wie er sich selbst in das beste Licht zu rĂŒcken. Im engeren Umfeld besteht der Narzisst jedoch darauf, dass sich alles um ihn und seine BedĂŒrfnisse dreht. Fehlendes EinfĂŒhlungsvermögen verstĂ€rkt die Ich-Bezogenheit zusĂ€tzlich. 

SelbstĂŒberschĂ€tzung, Übertreibung und KritikunfĂ€higkeit

Der Narzisst sieht sich selbst als besonders einzigartig und großartig an. Gleichzeitig ist er ĂŒbermĂ€ĂŸig empfindlich gegenĂŒber Kritik jeglicher Art und ĂŒbertreibt seine eigenen FĂ€higkeiten und Leistungen, wĂ€hrend er andere Menschen fĂŒr seine persönlichen Ziele ausnutzt. HĂ€ufig werden Kritiker zudem vom Narzissten herabgesetzt sowie durch manipulative Äußerungen und Verhaltensweisen nach Möglichkeit verunsichert oder gar unter Druck gesetzt, um die eigenen WĂŒnsche durchzusetzen.

Stete Suche nach Bewunderung

Bei genauerer Betrachtung zeigen sich in den Symptomen gravierende WidersprĂŒche, da zur scheinbar Ă€ußerst positiven Selbstbetrachtung eine intensive Suche nach BestĂ€tigung und Bewunderung hinzutritt, die auf einem schlechten SelbstwertgefĂŒhl und mangelndem Selbstbewusstsein beruhen.

Gefahr von Depressionen, Burnout und psychosomatischen Funktionsstörungen

Bleiben die Bewunderung und die BestĂ€tigung aus oder stĂ¶ĂŸt der Narzisst durch sein krankhaftes Verhalten auf Ablehnung, sucht er die Schuld bei mangelhaften FĂ€higkeiten anderer Menschen, schiebt Fehler auf Ă€ußere UmstĂ€nde oder andere Personen. Dabei kann er Depressionen oder psychosomatische Beschwerden, beispielsweise sexuelle Funktionsstörungen, entwickeln. 

Durch vielfÀltige Narzissmus-Symptome Erschwernis in der Diagnosestellung

Da dem Narzisst durch sein verzerrtes Selbstbild seine Erkrankung nicht oder nur schwer bewusst wird, zeitgleich die Selbstdarstellung des Betroffenen dem Arzt die Diagnosestellung erschwert, begeben sich Narzissten nur selten in geeignete psychologische Behandlung. Zumeist fĂŒhren erst Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen sowie die damit einhergehende Suizidgefahr zu einer geeigneten Therapie, in der die Art der narzisstischen Persönlichkeitsstörung definiert wird und eine entsprechende Behandlung erfolgen kann.

Disclaimer: Dieser Text enthÀlt nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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