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Woher kommt Wasser in der Lunge?

Wasser in der Lunge gelangt nicht durch Verschlucken in das Atemorgan, sondern bildet sich in der Lunge selbst. Ein krankes Herz und Entzündungen sind häufige Ursachen für Wasser in der Lunge. Mediziner sprechen von einem Lungenödem. Woher Wasser in der Lunge kommt und was hilft.

Was ist Wasser in der Lunge?

Wasser in der Lunge, beziehungsweise das Lungenödem, bildet sich aus den flüssigen Bestandteilen des Blutes, dem Blutplasma. Dieses tritt aufgrund verschiedener Ursachen aus den Blutgefäßen in der Lunge aus und gelangt in das umliegende Gewebe.

  • Interstitielles Lungenödem: Wasser sammelt sich im Lungengewebe an.
  • Alveoläres Lungenödem: Wasser sammelt sich in den Lungenbläschen (Alveolen) an.
Notfall
Ein Lungenödem kann sich langsam bilden oder akut auftreten. Ein akutes Lungenödem ist ein lebensbedrohlicher Notfall und muss sofort intensivmedizinisch behandelt werden. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten. Eine Röntgenuntersuchung zeigt, ob Wasser in der Lunge ist.  

Woher kommt Wasser in der Lunge?

Eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) gehört zu den häufigen Ursachen für Wasser in der Lunge. Mediziner sprechen bei Beteiligung des Herzens von einem kardinalen Lungenödem. Angaben der Deutschen Herzstiftung e.V. zufolge leiden etwa 1,8 Millionen Menschen und einer Herzinsuffizienz. Bei einer Herzschwäche ist die Funktion des Herzens beeinträchtigt und das Herz, genauer die linke Herzkammer (Linksherzinsuffizienz), schafft es nicht, mehr, genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen.

In Folge ist die Durchblutung von Organen und Geweben verringert. Der Druck in den Lungengefäßen nimmt zu. Es bilden sich Ödeme (Wassereinlagerungen), besonders an den Beinen, da dort die Schwerkraft am stärksten wirkt (Beinödem). Steigt der Druck in den Lungenvenen und den Lungenkapillaren, sind in der Lunge Wasseransammlungen möglich (Lungenödem). Um dem vorzubeugen wird eine Herzschwäche unter anderem mit entwässernden Medikamenten behandelt, sogenannten Diuretika.

Warum bildet sich bei einer Herzschwäche Wasser in der Lunge?

Bei einer Herzschwäche spielen verschiedene Faktoren zusammen, die zu Wasser in der Lunge führen:

  1. Das zum Herzen zurückfließende Blut wird nicht ausreichend weitergepumpt und vor dem Herzen entsteht ein Rückstau. Der Druck in den Gefäßen ist erhöht und der Körper gibt vermehrt Flüssigkeit aus dem Blut ins umliegende Gewebe ab, um diesen Druck zu verringern.
  2. Durch den Druck in den Gefäßen kann weniger Flüssigkeit aus dem Gewebe aufgenommen werden. Der Anteil an Gewebeflüssigkeit nimmt zu.
  3. Die Nieren sind oft mitbeteiligt und scheiden weniger Harn aus, was die Ödembildung zusätzlich fördert.

Nicht-kardinales Lungenödem: Woher kommt Wasser in der Lunge?

Sind andere Ursachen als ein schwaches Herz die Ursache für Wasser in der Lunge, sprechen Mediziner von einem nicht-kardinalen Lungenödem. Die Auslöser sind vielfältig:

  1. Einatmen giftiger Substanzen: Die Blutgefäße werden aufgrund von Schädigungen der Wände der Lungenkapillaren durchlässig.
  2. Drogen, Medikamente, Chemotherapeutika: Können ebenso zum toxischen Lungenödem führen.
  3. Entzündungen: Schädigen die Gefäßwände und führen zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe. Beispiele sind eine Lungenentzündung (Pneumonie) und Entzündungsprozesse aufgrund allergischer Reaktionen.
  4. Beinahe-Ertrinken in Salzwasser: Der hohe Salzgehalt von eingeatmetem Salzwasser lässt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in die Blutbläschen strömen.
  5. Sepsis (Blutvergiftung): Kann zum Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) führen. Die Gefäßwände werden durchlässig und die Lunge füllt sich rasch mit Flüssigkeit und Entzündungszellen.
  6. Höhe über 3.000 Meter über dem Meeresspiegel: Kann ein Höhenödem verursachen.

Wasser in der Lunge: Symptome, die auf ein Lungenödem hindeuten

Wasser in der Lunge führt zu einer Vielzahl verschiedener Symptome. Dazu gehören:

  • Kurzatmigkeit
  • beschleunigte Atmung
  • Atemnot
  • Druckgefühl im Brustbereich
  • Unruhe
  • Angst

Symptome bei schwerem Lungenödem:

  • Rasselgeräusche beim Atmen
  • Blaufärbung von Fingern und Lippen aufgrund des Sauerstoffmangels
  • Abhusten von weißlich-schaumigem Sekret
  • blutiger Husten
  • beschleunigter Herzschlag

Je stärker das Lungenödem ausgeprägt ist, desto stärker sind die Symptome. Besonders intensiv sind die Beschwerden ausgeprägt, wenn das Ödem die Lungenbläschen erreicht hat.

Wasser in der Lunge behandeln: Was hilft gegen ein Lungenödem?

Ein akutes Lungenödem ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden. Bei Verdacht auf ein akutes Lungenödem sollte der Notarzt unter 112 verständigt werden. Betroffene dann direkt auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht. 

Für die Behandlung von Wasser in der Lunge kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz:

  • Diuretika, umgangssprachlich Entwässerungsmittel: Fördern die Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren.
  • Nitrate: Erweitern die Blutgefäße, verbessern die Sauerstoffversorgung und entlasten so das Herz.
  • ACE-Hemmer: Kommen bei Lungenödem-Patienten mit hohem Blutdruck zur Anwendung.
  • Adrenalin: Verstärkt den Herzschlag.
  • Antibiotika: Kommen bei einer Infektion zum Einsatz.
  • Kortison: Dämpft Entzündungsprozesse.  

Bei Nierenversagen kann eine Blutwäsche notwendig sein. Nach der Akutbehandlung des Lungenödems gilt es, die verursachende Grunderkrankung zu behandeln beziehungsweise gut einzustellen. So lässt sich das Risiko für Wasser in der Lunge senken.

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Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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