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Zahnschmerzen Hausmittel: Was hilft gegen Zahnschmerzen?
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Zahnschmerzen Hausmittel: Was hilft gegen Zahnschmerzen?

Zahnschmerzen-Hausmittel – die verzweifelte Suche startet immer dann, wenn kein Zahnarzt erreichbar ist, etwa am Wochenende oder im Urlaub. Es gibt eine Reihe verschiedener Hausmittel, mit denen Sie Zahnschmerzen bis zum Zahnarztbesuch lindern können. Welches Hausmittel hilft gegen Zahnschmerzen besonders gut? Fünf Tipps.

Schmerzmittel bei Zahnschmerzen: Was hilft schnell?

Das zuverlässigste „Hausmittel“ gegen Zahnschmerzen im Sinne von „zu Hause haben“ sind Schmerzmittel. Zahnärzte empfehlen die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol. Beide lindern Zahnschmerzen und wirken fiebersenkend. Der Wirkstoff Ibuprofen hat zudem den Vorteil, dass er entzündungshemmend wirkt. Auch Diclofenac, das Ibuprofen ähnlich ist, kann bei Zahnschmerzen helfen. Halten Sie sich bei der Einnahme von Schmerzmitteln immer an die in der Packungsbeilage empfohlene Dosierung und nehmen Sie auf keinen Fall mehr von dem Schmerzmittel ein. So senken Sie das Risiko für Nebenwirkungen.

Schmerzmittel bei Zahnschmerzen: Vorsicht bei Acetylsalicylsäure (ASS)

Bei Zahnschmerzen raten Zahnärzte von einer Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) ab. Der Klassiker unter den rezeptfreien Schmerzmitteln ist bei Kopfschmerzen zwar die Nummer eins, bei Zahnschmerzen ist aber Vorsicht geboten. ASS wirkt „blutverdünnend“, das heißt, es hemmt die Blutgerinnung. Und das erhöht die Blutungsneigung. Riskant kann das werden, wenn ein operativer Eingriff ansteht. Und der kann – je nach Zahnschmerz-Ursache – bei Zahnschmerzen notwendig werden.

  Paracetamol gehört nicht zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Es besitzt praktisch keinen entzündungshemmenden Effekt. Bei entzündlich bedingten Schmerzen ist Paracetamol daher nur bedingt hilfreich. Es lindert zwar Schmerzen, hemmt aber nicht die Entzündung.  

Zahnschmerz-Hausmittel Nelke: Mit Vorsicht anwenden

Das bekannteste Hausmittel bei Zahnschmerzen ist vermutlich die Gewürznelke. Das in ihr enthaltene ätherische Öl Eugenol wirkt betäubend und lindert so den Schmerz im Zahn. Die Nelke sollte in der Nähe des betroffenen Zahns zerbissen werden. Allerdings geben Zahnärzte den Hinweis, dass Eugenol nicht nur betäubend wirkt, sondern in seltenen Fällen sogar den Zahnnerv abtöten kann. Nelken bei Zahnschmerzen sollten daher mit Vorsicht angewendet werden. Tasten Sie sich vorsichtig heran.

Alternativ können Sie vorbeugend für den Zahnschmerz-Fall Präparate mit Eugenol in der Apotheke kaufen und in Ihrer Hausapotheke aufbewahren. So haben Sie bei Zahnschmerzen ein Hausmittel zur Hand. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, wie Sie das Mittel anwenden sollen, sodass Ihr Zahnnerv keinen Schaden nimmt.

Zahnschmerzen: Hausmittel Tee hemmt Zahnweh

Ebenfalls lindernd wirkt Tee als Hausmittel bei Zahnschmerzen. Da Tee lange hält, können Sie sich in der Apotheke oder in gut sortierten Teeläden eine Teemischung zusammenstellen lassen, die Sie bei Zahnschmerzen trinken können – oder aber auch einfach so. Folgende Tee-Mischung kann helfen, Zahnschmerzen zu lindern: Zwei Teile Pfefferminztee, je vier Teile Johanniskraut und Melisse sowie etwas Baldrian.

Ist Ihnen das zu kompliziert, können Sie auf Salbeitee zurückgreifen. Salbei wirkt entzündungshemmend und kann entzündungsbedingte Beschwerden, etwa am Zahnfleisch, lindern helfen. Sie können den Tee trinken oder gezielt als Gurgellösung verwenden. Auch Kamille wirkt beruhigend und entzündungshemmend.

Hausmittel Salz bei Zahnschmerzen

Ein Hausmittel gegen Zahnschmerzen, das jeder zuhause hat, ist Salz. Wie wirksam es ist, ist abhängig von der Intensität der Schmerzen. Ein Versuch ist das Gurgeln einer Salzlösung im Notfall aber allemal wert. Mischen Sie sich eine hoch konzentrierte Salzlösung an und behalten Sie diese ein bis zwei Minuten im Mund. Spucken Sie diese dann aus. Wiederholen Sie die Salz-Behandlung im Bedarfsfall erneut.

Zahn-Tipp: Verwenden Sie am besten fluoridhaltiges Speisesalz – egal ob zum Kochen oder zum Spülen des Mundraums. Laut der Leitlinie zur Kariesprophylaxe führender Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) ist die karieshemmende Wirkung fluoridhaltigen Speisesalzes nachgewiesen.

Kälte als Hausmittel bei Zahnschmerzen

Ebenfalls schmerzlindernd kann Kälte wirken. Durch Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und die Durchblutung von Zahn und Zahnfleisch ist verringert. Das hemmt die Schmerzwahrnehmung sowie die Entzündungsreaktion und wirkt gegen Schwellungen. Damit Sie keine Erfrierungen riskieren, sollten Sie das Kühlpad (Coolpack) oder den Eisbeutel immer mit einem Tuch umwickeln.

Treten bei Ihnen plötzlich ungewöhnlich starke Zahnschmerzen auf, die nicht nur einen Zahn, sondern den gesamten Unterkiefer betreffen und mit Atemnot, Enge im Brustkorb und Schmerzen im Bereich der Schulter verbunden sind, kann ein Herzinfarkt die Ursache sein. Rufen Sie dann unbedingt den Rettungsdienst unter 112.

Zahnschmerzen: Hausmittel nur eine Übergangslösung

Hausmittel bei Zahnschmerzen sind immer nur eine kurze Lösung. Sie können helfen, das unangenehme Zahnweh zu lindern und die Zeit bis zum Zahnarztbesuch zu überbrücken.

Sie können die Zahnschmerzursache wie Karies, eine Zahnwurzelentzündung oder entzündetes Zahnfleisch nicht heilen und den Krankheitsverlauf eines Zahnes nicht stoppen. Sie können lediglich das Symptom Zahnschmerz lindern. Mit Zahnschmerzen sollten Sie immer schnellstmöglich einen Zahnarzt aufsuchen und die Ursache klären lassen.

Je früher ein kranker Zahn oder krankes Zahnfleisch sowie Kieferbeschwerden und Zahnfehlstellungen behandelt werden, desto weniger aufwendig ist in den meisten Fällen der Eingriff und desto besser stehen die Chancen, Zahn und Zahnfleisch vor größeren Schäden zu bewahren.

Kommt der Zahnarzt an die Grenzen seiner Behandlungsmöglichkeiten, wird er Sie – abhängig von der Diagnose oder dem Verdacht – an weitere Fachärzte überweisen. Das kann ebenso ein Kieferchirurg, ein Parodontologe, ein Kieferorthopäde, ein Orthopäde oder ein anderer Facharzt sein. Der erste Ansprechpartner bei Zahnschmerzen ist immer der Zahnarzt.

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Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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