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Wie Gallenkrankheiten mit Ernährung vorbeugen?

Die Galle ist ein wichtiges Verdauungssekret für die Fettverdauung und die Aufnahme wichtiger fettlöslicher Vitamine. Außerdem schleust die Galle Stoffwechselabbauprodukte und Giftstoffe aus dem Körper. Ein gesundes Gallensystem sowie eine ausreichende Gallenproduktion sind die Voraussetzung dafür. Wie Sie Gallenkrankheiten mit Ernährung vorbeugen helfen.

Gallensteine: Cholesterinsteine besonders häufig

Sind die Hauptbestandteile der Galle – Cholesterol, Lecithin und Gallensalze – nicht im Gleichgewicht oder ist der Gallenfluss gestört, kann es zu Gallenproblemen und Gallenerkrankungen wie Gallenblasenentzündungen kommen, da die Galle auskristallisiert. Die winzigen Kristalle werden als Gallengries bezeichnet. Klumpt Gallengries zusammen, entstehen Gallensteine.

Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung kann jeder einen wertvollen Beitrag für sein Gallensystem leisten. Denn was viele nicht wissen: Gallensteine gehören zu den häufigsten Beschwerden des Gallensystems – und die bestehen zu 80 Prozent aus Cholesterin. Cholesterinsteine entstehen, wenn die Leber zu viel Cholesterin produziert und dieses die Galle anreichert.

Gallenkrankheiten vorbeugen mit gesunder Ernährung

Da die meisten Gallensteine aus Cholesterin bestehen, lässt sich hier bei der Ernährung ansetzen. Denn: Die Leber produziert besonders viel Cholesterin, wenn man sich zu fett- und kohlenhydratreich ernährt. Experten empfehlen für ein gesundes Gallensystem daher, nicht zu fett- und zuckerhaltig zu essen

Auf eine cholesterinarme Ernährung zu achten, hat hingegen keinen Effekt auf die Bildung von Gallensteinen. Das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin gelangt nicht in die Galle. Vegetarier haben nicht weniger Gallensteine als Menschen, die Fleisch und andere tierische Produkte verzehren. Wohl aber hilft eine cholesterinarme Ernährung Fettfallen wie Wurst, Käse und Fleisch zu reduzieren – und das hilft, Übergewicht vorzubeugen.

Gallenkrankheiten vorbeugen: mit der richtigen Nahrung Übergewicht vermeiden

Übergewicht gilt als Risikofaktor für Gallenerkrankungen. Wer auf ein gesundes Gewicht achtet, trägt einen bedeutenden Teil für eine gesunde Galle bei. Wer abnehmen möchte, sollte dies aber nicht mit Radikaldiäten tun: Ein zu rascher Gewichtsverlust verbunden mit langen Essenpausen und einer zu geringen Kalorienzufuhr fördert die Bildung von Gallensteinen. Der Grund: Die Zusammensetzung der Galle kann aus dem Gleichgewicht geraten. Experten raten, nicht mehr als ein halbes bis ein Kilo pro Woche abzunehmen.

Bewegung für ein gesundes Gallensystem

Übergewicht lässt sich neben einer gesunden Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten auch mit regelmäßiger Bewegung und sportlicher Aktivität vorbeugen. Das Gesundheitsplus: Bewegung unterstützt ebenfalls ein gesundes Gallensystem. Mindestens 30 Minuten pro Tag sollte jeder aktiv sein, so die Empfehlung von Experten.

Gallenkrankheiten mit Ernährung vorbeugen: mehr Ballaststoffe

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hat zudem den Vorteil, dass sie reich an Ballaststoffen ist. Ballaststoffe tragen einen wichtigen Teil dazu bei, das Gallensystem gesund zu halten. Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten sind reich an Ballaststoffen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, täglich 30 Gramm Ballaststoffe aufzunehmen. Beispiel: Karotten, Paprika, rote Bete, Kohl und Fenchel enthalten zwischen zwei und fünf Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm. Hülsenfrüchte liefern durchschnittlich über sieben Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm. Vier Scheiben Vollkornbrot enthalten 15 Gramm Ballaststoffe.

Gallenkrankheiten mit Ernährung vorbeugen: Zuckerkrankheit vermeiden

Wer sich gesund ernährt, auf ein normales Körpergewicht achtet und körperlich aktiv ist, senkt zugleich das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2. Ein zusätzlicher Vorteil, denn: Die Zuckerkrankheit ist mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Gallensystems verbunden.

Gallenkrankheiten mit Ernährung vorbeugen: Fünf Tipps

Und es gibt noch weitere Experten-Tipps für eine Gallendiät, die ein gesundes Gallensystem und eine gut funktionierende Gallenproduktion unterstützt:

  • Auf zu fettige, zuckerreiche und große Essensportionen verzichten.
  • Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
  • Alkohol nur in Maßen trinken.
  • Ausreichend Vitamin C aufnehmen.
  • Auf eine Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren achten.
  • Nicht rauchen.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren für Gallenbeschwerden

Aber: Die Nahrung allein trägt nur einen Teil zur Vorbeugung von Gallensteinen bei. Es gibt viele Faktoren, welche die Gallensteinbildung beeinflussen und die nicht veränderbar sind, darunter:

  • weibliches Geschlecht
  • zunehmendes Alter (ab 40 Jahren)
  • erbliche Veranlagung
  • Schwangerschaften

Dennoch trägt ein gesunder Lebensstil einen bedeutenden Teil für ein gesundes Gallensystem bei. Und die meisten Empfehlungen lassen sich ganz leicht und fast nebenbei in den Alltag integrieren.

Wann Gallenblase entfernen?

Verursacht die Gallenblase Beschwerden, raten Mediziner zu einer Gallenblasenentfernung (Cholezystekomie). Auch ohne Gallenblase kann der Mensch gut leben, da der Gallensaft weiterhin in der Leber gebildet und in den Zwölffingerdarm abgegeben wird. Allerdings werden nach der Entfernung der Gallenblase fettreiche Mahlzeiten und schwer Verdauliches schlechter vertragen. Eine Ernährungsanpassung lindert die Beschwerden.

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Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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