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Was sind Tennisarm, Golferellenbogen und Skidaumen?

Tennisarm, Golferellenbogen und Skidaumen sind Sportverletzungen, die vor allem bei bestimmten Sportarten auftreten – wie die Namen bereits vermuten lassen. Was hinter den Beschwerden steckt und was hilft.
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Tätigkeiten, bei denen der Arm und Ellenbogen stark gefordert ist (wie auch beim Tennissspiel), begünstigen einen Tennisarm.

Was ist ein Tennisarm?

Das typische Tennisarm-Symptom sind Schmerzen der Muskelsehnen im Außenbereich des Ellenbogens bei Bewegung, die nicht selten in den gesamten Arm ausstrahlen. Der Ellenbogen ist aufgrund der kleinen inneren Verletzungen der Muskelsehnen oft berührungsempfindlich. Der Arm ist nicht mehr so beweglich wie gewohnt. Zugreifen fällt vielen Betroffenen ebenfalls schwer. Die Tennisarm-Ursache sind einseitige, starke, aber auch anhaltende Belastungen der Unterarmmuskulatur wie Beugen, Strecken, Drehen und Greifen, wie sie beispielsweise beim Tennis oder Rudern stattfinden. Auch Tätigkeiten, bei denen Arm und Ellenbogen stark gefordert sind, erhöhen das Risiko für einen Tennisarm. So manchem Kassierer und Handwerker ist der Tennisarm ein Begriff. Für die Tennisarm-Behandlung braucht es Geduld – nicht selten mehrere Monate.

Tennisarm: Was hilft?

Wird der Tennisarm geschont, lassen die Tennisarm-Symptome oft nach einigen Wochen nach. Häufiger dauern sie mehrere Monate an. Experten zufolge sind etwa 20 Prozent der Patienten erst nach einem Jahr vollkommen schmerzfrei. Im Fokus der Tennisarm-Behandlung steht die Linderung der Schmerzen. Der Arzt verschreibt oft nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen. Kortisonspritzen können ebenfalls den Schmerz lindern, aber auch den Heilungsverlauf negativ beeinflussen.  Ebenfalls wichtig ist, Beweglichkeit und Belastbarkeit des betroffenen Arms zu verbessern. Schmerzverursachende Bewegungen sollten vermieden werden. Spezielle Kräftigungsübungen helfen, Muskeln und Sehnen des Arms zu stabilisieren und zu stärken. Die Therapie kann von Krankengymnastik begleitet werden.

Was ist ein Golferellenbogen?

Die Golferellenbogen-Symptome beziehungsweise die Beschwerden des Golferarms ähneln denen des Tennisarms. Allerdings schmerzt beim Golferellenbogen der Ansatz der Muskelsehnen im Innenbereich des Ellenbogens. Die Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens können in den Arm ausstrahlen.

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Die Golferellenbogen-Ursache ist ebenfalls einseitige Bewegungen.

Die Golferellenbogen-Ursache sind ebenfalls einseitige Bewegungen sowie starke Belastungen, wie sie unter anderem beim Golfen durchgeführt werden, aber auch bei handwerklichen Tätigkeiten. Vor allem das Beugen des Handgelenks verursacht Schmerzen. Diese Bewegung ist beim Golfen typisch, aber auch beim Schreiben, beim Tippen am Computer oder Bewegen der Maus sowie beim Heben von Gegenständen. Die Golferellenbogen-Behandlung erfordert Geduld.

Golferellenbogen: Was hilft?

Experten gehen davon aus, dass die Schmerzen auf Über- oder Fehlbelastungen zurückzuführen sind, die zu kleinen Verletzungen und zum Verschleiß am Ansatz der Muskelsehnen führen. Manchmal verbessern sich die Golfarm-Symptome nach wenigen Wochen wieder. Oft halten sie aber über mehrere Monate an. Etwa 80 Prozent der Patienten sind innerhalb eines Jahres schmerzfrei. Die Golferellenbogen-Behandlung ist ähnlich wie die Tennisarmbehandlung: Schmerzlinderung sowie Kräftigung und Stabilisierung von Armmuskeln und -sehnen stehen im Fokus. Die Schmerzen werden meist durch Schmerzmittel, seltener mit Kortison behandelt. Dehn- und Kräftigungsübungen bei einem Krankengymnasten ergänzen die Therapie. Ebenfalls wichtig ist es, Bewegungen, die Schmerzen verursachen, zu vermeiden.

Was ist ein Skidaumen?

Der Skidaumen ist nicht nur eine Sportverletzung in Folge einen Skiunfalls. Als Skidaumen werden Verletzungen bezeichnet, die durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand oder seltener durch eine direkt Krafteinwirkung auf den Daumen, Anpralltrauma genannt, entstehen. Die Skidaumen-Ursache ist eine starke Krafteinwirkung auf den Daumen, bei der es zu einer Überdehnung oder einen Riss des auf Höhe des Daumengrundgelenks befindlichen ulnaren Kollateralbandes kommt. Das Kollateralband liegt innen am Daumen in Richtung Zeigefinger und sorgt für die seitliche Stabilität im Daumengrundgelenk. Bei Verdacht auf einen Skidaumen sollte ein Sportmediziner oder Handchirurg aufgesucht werden. Zu den Skidaumen-Symptomen gehören starke Schmerzen und Schwellungen (möglicherweise mit Bluterguss) in Daumengelenk und um den Daumen herum, Bewegungseinschränkungen sowie das Gefühl fehlender Stabilität im Daumen.

Skidaumen: Was hilft?

Die exakte anatomische Wiederherstellung der Bandverläufe ist für die Skidaumen-Behandlung unverzichtbar, um Langzeitfolgen zu verhindern. Nicht oder falsch behandelt kann die Sportverletzung zu einer funktionellen Störung mit bleibender Instabilität des Daumengrundgelenkes führen – was die gesamte Handfunktion beeinträchtigt. Damit der Daumen ruhiggestellt ist, wird ein Gipsverband für etwa vier Wochen angelegt. Anschließend müssen Betroffene eine Orthese tragen, die den Daumen stützt und vor falschen Bewegungen schützt.

Ist das Kollateralband gerissen, ist eine Operation notwendig. Der Eingriff sollte innerhalb von zehn Tagen nach dem Unfall erfolgen. Der Arzt kann entweder Bandnähte setzen, die beide Bandenden miteinander verbinden. Auch können Drähte, Schrauben oder Anker zur Anwendung kommen. Abhängig ist das von der Schwere der Verletzung. Nach der Skidaumen-Operation muss der Daumen für vier Wochen ruhiggestellt werden. Danach darf nur langsam wieder belastet werden.

Quellen:

https://www.gesundheitsinformation.de/tennisarm-tennisellenbogen.2605.de.html

https://www.gesundheitsinformation.de/golferarm-golferellenbogen.3130.de.html

https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2001/heft11/stort11_01.pdf

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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