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Knie mit blauer Fleck
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Was ist ein blauer Fleck?

Blaue Flecken, umgangssprachlich auch Pferdekuss genannt, sind eine häufige Sportverletzung. Manche sind klein und schmerzlos, andere größer und schmerzhaft. Was genau ist ein blauer Fleck? Und wann sind blaue Flecken gefährlich?

Was ist ein blauer Fleck?

Ein blauer Fleck ist eine Einblutung in das Unterhautfettgewebe – verursacht durch eine Verletzung eines oder mehrerer Blutgefäße. Mediziner sprechen bei der Blutansammlung auch von Bluterguss oder Hämatom. Der blaue Fleck schimmert dunkellila und blau durch die Hautoberfläche.

Blauer Fleck: Ursache für Blutergüsse unter der Haut

Blaue Flecken sind die Folge von Hautverletzungen, verursacht durch Prellungen, Quetschungen, Stößen und Stürzen. Während bei einem festeren Bindegewebe weniger schnell Gefäßverletzungen auftreten, bekommen Menschen mit einem weicheren Bindegewebe meist schnell blaue Flecken. Oft reicht beim Sport bereits ein Stoß an einem Sportgerät aus, um ein Gefäß zu verletzen. Bei einem blauen Fleck handelt es sich somit um einen Bluterguss in umliegendes Körpergewebe.

Blauer Fleck: Symptome der Blutansammlung

Typische Symptome von Hämatomen:

  • Blut: Die Einblutung in das Unterhautfettgewebe zeigt sich durch eine rote beziehungsweise lilafarbene Einfärbung der Haut, da der Blutfarbstoff Hämoglobin durchschimmert.
  • Schmerzen: Die betroffene Hautstelle schmerzt und ist berührungsempfindlich.
  • Schwellung: Der Bluterguss lässt die Haut anschwellen.
  • Farbe: Gerinnt das Blut, verfärbt sich der Fleck bläulich. Das geschieht meist etwa vier Tage nach der Sportverletzung.
  • Anschließend bekommt der Bluterguss durch das Abbauprodukt Verdoglobin eine braun-schwarze Färbung.
  • Nach weiteren fünf Tagen wird der Fleck grünlich. Grund ist das Abbauprodukt Biliverdin.
  • Kurz vor der vollständigen Heilung zeigt das Hämatom Fleck eine gelbliche Farbe – durch das Abbauprodukt Bilirubin. Der blaue Fleck wird immer blasser und verschwindet schließlich.
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Bei Stürzen kommt es häufig zu blauen Flecken.

Sind blaue Flecken gefährlich?

Meist sind blaue Flecken harmlos. Nach zwei bis drei Wochen ist der Bluterguss meist abgeheilt. Die Blutung selbst stillt der Körper mit Hilfe der Blutgerinnung meist bereits nach wenigen Minuten. Die Gefäßverletzung heilt nach einigen Tagen ab. Am längsten dauert es, bis das eingeschwemmte Blut im Gewebe abgebaut ist. Heilt ein Hämatom nicht ab, sollten Sie zum Arzt gehen.

Wann mit einem blauen Fleck zum Arzt?

Blutergüsse beziehungsweise Hämatome sollten sofort einem Arzt gezeigt werden, wenn sie im Bereich des Kopfes, der Augen oder im Genitalbereich auftreten oder wenn sich der blaue Fleck im Bereich der Gelenke zeigt. Aufmerksam sollten Sie auch bei größeren blauen Flecken sein. Nicht nur, weil im Rahmen einer Sportverletzung neben dem Hämatom auch andere Schäden entstanden sein können, die ärztlich abgeklärt werden sollten. Sondern auch, weil auch der blaue Fleck selbst behandlungsbedürftig sein kann.

Zu welchem Arzt mit Bluterguss?

Starke Einblutungen in das Gewebe sollten immer einem Arzt gezeigt werden. Das kann der Hausarzt sein, aber auch ein Sportmediziner oder ein Orthopäde. Ebenfalls zum Arzt sollten Sie gehen, wenn sich in Ihrer Haut blaue Flecken ohne Stöße und Quetschungen bilden. Das kann unter Umständen auf eine Erkrankung hindeuten, etwa Hämophilie, eine Blutgerinnungsstörung oder das Willebrand-Syndrom. Auch schmerzhafte Einblutungen bedürfen eines Arztbesuches.

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Bei blauen Flecken im Bereich der Gelenke sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen.

Welche Medikamente blaue Flecken begünstigen

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann Hämatome begünstigen. Bei Menschen beispielsweise, die Blutgerinnungshemmer (Blutverdünner wie Aspirin, Marcumar oder Heparin) einnehmen, ist die körpereigene Blutgerinnung herabgesetzt. Der Körper kann Blutungen nicht so leicht stillen. Wer Blutgerinnungshemmer einnimmt und größere Verletzungen hat, sollte immer zum Arzt gehen.

Blaue Flecken behandeln: Was gegen die Einblutung in der Haut hilft

Bemerken Sie direkt einen Stoß auf das Gewebe, können Sie die betroffene Stelle hochlagern und kühlen. Das Hochlagern verringert den Blutfluss in dem betroffenen Bereich. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und weniger Blut tritt aus den verletzen Blutgefäßen in das umliegende Gewebe aus. Der blaue Fleck wird nicht so groß. Zudem reduziert Kälte das Schmerzempfinden und beugt Schwellungen vor. Der Bluterguss tut weniger weh.

Blaue Flecken vorbeugen mit gesunder Ernährung?

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst, Salat sowie Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen versorgt den Körper mit wertvollen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Diese Nährstoffe, darunter Vitamin C, Kieselsäure und Zink, sind wichtig für die körpereigenen Heilungskräfte und ein gesundes Bindegewebe.

Eine gute Orientierung für eine ausgewogene Ernährung bietet die Mittelmeerküche (Mediterrane Küche). Eine gesunde Ernährung kann helfen, der Bildung von blauen Flecken bis zu einem gewissen Maß entgegenzuwirken sowie deren Abklingen zu beschleunigen. Dennoch: Wer sportlich aktiv ist, wird um den ein oder anderen blauen Fleck nicht herumkommen.

Quellen:

https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/bluterkrankungen/der-blutgerinnungsprozess/bluterg%C3%BCsse-und-blutungen

https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/nach-der-geburt/das-wochenbett-von-a-bis-z/die-mutter-im-wochenbett/bluterguesse-haematome/

https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/von-willebrand-syndrom-schneller-und-sicherer-erkennen.html

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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