U-Heft: Wozu dient das gelbe Kinderuntersuchungsheft?
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U-Heft: Wozu dient das gelbe Kinderuntersuchungsheft?

Das Kinderuntersuchungsheft – oder kurz: U-Heft – begleitet Eltern und Kinder von der Geburt bis zur Einschulung. Was die einzelnen Angaben bedeuten und wozu das Gelbe Heft wichtig ist, erfahren Sie hier.

Wann und wo bekommt man das Gelbe Heft?

Im Kinderuntersuchungsheft hält der Arzt alle sogenannten U-Untersuchungen fest, mit denen er die Entwicklung Ihres Kindes beobachtet. Sie bekommen das Heft in den ersten Lebenstagen Ihres Babys – denn die erste U-Untersuchung (U1) wird direkt nach der Entbindung durchgeführt und eingetragen. Je nachdem, ob Sie sich für eine Geburtsklinik oder eine Hausgeburt entschieden haben, erhalten Sie das Gelbe Heft vom Pflegepersonal in der Klinik, Ihrer Hebamme oder Ihrem Geburtspfleger.

Es gibt das Kinderuntersuchungsheft auch zum Download als PDF-Dokument. Die gebundene Variante ist allerdings wesentlich praktischer, da Ärzte bis zum 64. Lebensmonat Ihres Kindes immer wieder Eintragungen in dem gelben Büchlein vornehmen. Da ist ein gebundenes, kleines Heft wesentlich handlicher als viele einzelne Zettel.

Neben dem U-Heft für den Kinderarzt gibt es auch ein zahnärztliches Kinderuntersuchungsheft für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat. Das stellt der Zahnarzt Ihres Vertrauens aus.

Was steht alles drin?

Das U-Heft begleitet Ihr Kind durch alle wichtigen Früherkennungsuntersuchungen. Das bedeutet zweierlei:

  1. Es hilft Ihnen mit genauen Datumsangaben, alle wichtigen Vorsorgetermine wahrzunehmen. Dazu enthält es auch nützliche Tipps zur Vorbereitung auf die Untersuchungen.
  2. Es beinhaltet eine Menge höchst privater Daten, da die Kinderärzte die Untersuchungsergebnisse ins U-Heft eintragen.

Um den Untersuchungs-, Gesundheits- oder Impfstatus Ihres Kindes nachzuweisen – zum Beispiel bei der Anmeldung in der Kita –, gibt es eine heraustrennbare Teilnehmerkarte im U-Heft: Sie bescheinigt die Teilnahme an den wichtigen Früherkennungsmaßnahmen, verrät aber keine Details. Immer wieder hört man, dass Kindergärten, Jugendämter oder Versicherungen um die Vorlage des kompletten U-Hefts bitten. Dazu sind Sie allerdings nicht verpflichtet.

Für Eltern sind die Gewichtstabellen und Perzentilkurven ganz hinten im U-Heft spannend: Hier können Sie anhand von Grafiken sehen, wie sich Größe und Gewicht Ihres Kindes bis zum siebten Lebensjahr entwickeln sollten, um im Normalbereich zu liegen. Bei jeder U-Untersuchung trägt der Arzt Größe und Gewicht Ihres Kindes in die Perzentilkurven ein, um die Entwicklung im Auge zu behalten.

U-Heft verloren: Und nun?

Muss man das U-Heft immer dabei haben, wenn man zum Kinderarzt geht? Nein. Sie brauchen das Gelbe Heft nur, wenn Sie zu einer der neun Kinderfrühuntersuchungen gehen. Ansonsten können Sie es getrost zu Hause lassen. 

Sollte das Gelbe Heft einmal verloren gegangen sein, ist das kein Weltuntergang: Das U-Heft kann neu ausgestellt werden. Dafür müssen Sie lediglich die Hebamme beziehungsweise die Ärzte oder Ärztinnen kontaktieren, die die jeweiligen U-Untersuchungen durchgeführt haben. Diese können in ihre Akten schauen und die Daten in ein neues U-Heft übertragen.

Neues U-Heft: Was ist anders?

Seit September 2016 gibt es ein neues U-Heft. Der Grund: Seit Einführung des Kinderfrüherkennungsprogramms in den 1970ern hat sich einiges geändert – sowohl in der Medizin als auch in der Lebenswelt der Kinder. Deshalb wurden einige Details angepasst. Wer noch ein altes U-Heft hat, bekommt Einlegeblätter für die neuen Untersuchungen. Sie brauchen also kein komplett neues Heft zu besorgen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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