Therapiehund: Mit dem Hund Angststörung behandeln
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Therapiehund: Mit dem Hund Angststörung behandeln

Eine Angststörung kann Betroffene in ihrem Leben und ihrem Freiraum stark einschränken. Ein Therapiehund unterstützt sie dabei, sich ihrem Therapeuten zu öffnen, sodass dieser die Angststörung behandeln kann. Zudem fassen Menschen mit einer Angststörung durch Tiere wieder schneller Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten, das Leben zu meistern.


Angststörung behandeln: So können Tiere helfen


Tiere haben in der Regel viel feinere Sinne als Menschen. Hunde spüren beispielsweise ganz genau, wie es Menschen geht, und nehmen auch subtile Stimmungen deutlich wahr. Ein Therapiehund kann beispielsweise mit in der Praxis sitzen, wenn Patienten ihre Angststörung behandeln lassen, und die Scheu vor dem Gespräch mit dem Psychotherapeuten lindern. Wenn der Therapiehund dem Angstpatienten den Kopf auf den Schoß legt und sich streicheln lässt, wirkt das beruhigend auf Betroffene. Studien haben ergeben, dass es die Ausschüttung des “Kuschelhormons” Oxytocin anregt und die Produktion des “Stresshormons” Cortisol reduziert, wenn Menschen Hunde streicheln.


Der Therapiehund wertet nicht, gibt keine vorschnellen, gut gemeinten Ratschläge und setzt den Patienten trotz seiner Angstzustände nicht unter Druck. Er kann sich auf diese Weise als Mensch angenommen fühlen und sich so leichter öffnen. Dies wiederum erleichtert die Behandlung. Manche Therapiehunde können “ihre” Patienten auch außerhalb der Praxis für einen festgelegten Zeitraum auf einen Spaziergang begleiten. Auf diese Weise lernen Angstpatienten allmählich, sich wieder hinauszuwagen und den Alltag besser zu bewältigen.


Welche Hunde eignen sich zum Therapiehund?


Ein Therapiehund sollte eine umfassende Ausbildung genossen haben, die idealerweise bereits im Welpenalter begonnen hat. Doch auch erwachsene Hunde können noch ausgebildet werden, sofern sie ein sehr freundliches, sanftes Wesen und eine gefestigte Persönlichkeit haben. Geeignete Hunde lassen sich möglichst durch nichts aus der Ruhe bringen und ertragen auch längere oder festere Streicheleinheiten mit Geduld und Sanftmut.


Wer seine Angststörung behandeln lässt, neigt womöglich zu Beginn zu starken, heftigen Reaktionen. Diesen muss der Therapiehund mit Gelassenheit begegnen. Hunde, die sich leicht verunsichern lassen, sind daher nicht geeignet.


Weitere Einsatzmöglichkeiten für Therapiehunde


Nicht nur bei Angststörungen kann ein Therapiehund helfen, sondern auch bei Depressionen. Menschen mit einer geistigen Behinderung können ebenfalls von einem Therapiehund profitieren und auch in der Sprachtherapie von Kindern kommen die speziell ausgebildeten Hunde zum Einsatz.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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