Schilddrüsenmedikamente richtig einnehmen: Fehler bei Schilddrüsen-Tabletten vermeiden
(1)

Schilddrüsenmedikamente richtig einnehmen: Fehler bei Schilddrüsen-Tabletten vermeiden

Bildet die Schilddrüse zu wenige oder zu viele Schilddrüsenhormone, kann die Einnahme von Tabletten dies ausgleichen. Damit das entsprechende Medikament richtig wirken kann, ist es wichtig, Fehler zu vermeiden. Worauf es bei der Einnahme von Schilddrüsen-Medikamenten ankommt.

Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor, werden Tabletten mit synthetischem Thyroxin (Tetrajodthyronin, T4) verschrieben. So kann der Mangel an Schilddrüsenhormonen ausgeglichen werden. T4 wird in Trijodthyronin (T3) umgewandelt. Damit kann der Stoffwechsel in allen Organsystemen und im Zentralnervensystem aufrechterhalten werden. Funktioniert die Umwandlung nicht in ausreichendem Maße, können Kombipräparate aus T4 und T3 verabreicht werden. Die Schilddrüsenüberfunktion hingegen wird in der Regel mit Thyreostatika behandelt, welche die Produktion der Schilddrüsenhormone hemmen.  

Schilddrüsenunterfunktion: Schilddrüsenhormone nicht zum Essen nehmen

Wer Schilddrüsenhormone in Form von Tabletten zu sich nehmen muss, sollte diese nicht zum Essen einnehmen. Nahrung kann Experten zufolge die Wirksamkeit des Medikaments ungünstig beeinflussen. Mediziner raten, Schilddrüsenhormone eine halbe Stunde vor dem Frühstück einzunehmen – oder mindestens zwei Stunden danach. Werden die Hormone auf nüchternen Magen eingenommen, wirken sie am besten.

Schilddrüsenunterfunktion: Schilddrüsenhormon-Tablette nicht mit Kaffee schlucken

Ein großes Glas Wasser ist für die Einnahme am besten geeignet. Kaffee, Tee oder Milch können die Wirksamkeit verringern. Wer vergessen hat, die Tablette einzunehmen, kann dies bis zu einem halben Tag später nachholen. Auf keinen Fall darf die doppelte Menge geschluckt werden. Ein einmaliges Auslassen der Schilddrüsentablette hat in der Regel keine Auswirkung auf die Schilddrüsenfunktion. Das Depot an T4 im Blut hat eine Halbwertszeit von acht Tagen.

Schilddrüsenunterfunktion: Einnahme von Schilddrüsenhormonen mit anderen Medikamenten

Wichtig ist, dass der Arzt genau weiß, welche Medikamente der Patient bereits einnimmt – das gilt übrigens auch für Nahrungsergänzungsmittel. Eisen- und Kalziumpräparate können die Wirksamkeit negativ beeinflussen, ebenso Sojapräparate und sojahaltige Lebensmittel. Wechselwirkungen sind zudem mit Diabetes-Medikamenten, Magenschutz-Tabletten, Gerinnungshemmern und Dopamin-Präparaten möglich. Am besten schreiben Sie alle Medikamente auf, die Sie einnehmen und bringen diese zum Gespräch mit Ihrem Endokrinologen mit.

Schilddrüsenunterfunktion: Schilddrüsen-Tabletten nur teilen, wenn der Arzt es sagt

Damit die Schilddrüsenhormone richtig wirken können, kommt es auf die richtige Dosierung an. Es kann also sein, dass der Arzt eine Teilung der Tabletten anordnet. Damit keine unterschiedlich großen Bruchstücke entstehen, sollte man sich in der Apotheke beraten lassen. Es gibt spezielle Tablettenteiler. Außerdem sind die Tabletten licht- und sauerstoffempfindlich. Fragen Sie Ihren Arzt, worauf Sie sonst noch achten müssen. Auf keinen Fall sollten Patienten die Tabletten auf eigene Faust teilen, etwa weil sie Kosten sparen möchten.

Schilddrüsenüberfunktion: Thyreostatika brauchen keinen nüchternen Magen 

Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, müssen für die Einnahme der Thyreostatika andere Regeln beachtet werden als bei der Einnahme von Schilddrüsenhormon-Tabletten. Thyreostatika hemmen die Bildung von Schilddrüsenhormonen (Schilddrüsenblocker). Zu den häufig verordneten Wirkstoffen gehören Carbimazol, Methimazol und Propylthiouracil.

Thyreostatika werden in der Regel einmal täglich nach dem Frühstück eingenommen. Das wichtigste bei der Einnahme ist, dass die Dosierung genau eingehalten wird. Regelmäßige Kontrolltermine und Blutuntersuchungen beugen möglichen Nebenwirkungen vor. Die Medikamente werden höchstens eineinhalb Jahre eingenommen. Tritt keine Verbesserung der Beschwerden ein, muss die Schilddrüse entweder im Zuge einer Radiojodtherapie oder einer Operation behandelt werden.

Wenn Sie Fragen zur Einnahme Ihrer Medikamente haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker und lesen Sie die genauen Einnahmeempfehlungen in der Packungsbeilage nach.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

A L
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel
Wie finden Sie diesen Artikel?