Sauna bei Erkältung: Warum Sie den Infekt nicht ausschwitzen sollten
© boggy22/iStock/Thinkstock Sauna
(1)

Sauna bei Erkältung: Warum Sie den Infekt nicht ausschwitzen sollten

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Sauna bei Erkältung hilft, da die Krankheitserreger quasi mit ausgeschwitzt werden – doch das ist Mumpitz. Warum Sie bei einer Erkältung die Sauna meiden sollten und wie Sie das Schwitzbad stattdessen für Ihre Gesundheit einsetzen können, erfahren Sie hier.


Sauna bei Erkältung? Auf keinen Fall!


Die Deutschen lieben es, sich gesund zu schwitzen. Mehr als 30 Millionen Bundesbürger gehen regelmäßig aus den unterschiedlichsten Gründen saunieren, die allermeisten aber, um sich abzuhärten und länger gesund zu bleiben. Ist die heiße Luft und das Schwitzen in der Sauna also besonders gesund? Nicht in jedem Fall. Manchmal bewirkt das Schwitzbad genau das Gegenteil – zum Beispiel, wenn man die Sauna bei Erkältung als Heilmittel einzusetzen versucht.


Dies gilt sowohl für eine bereits ausgebrochene Erkältung mit Husten, Fieber und Schnupfen als auch für einen sich anbahnenden Infekt mit den ersten Symptomen von Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen. Die Hitze der Sauna setzt dem ohnehin geschwächten Körper und dem Kreislauf zusätzlich zu, sodass sich die Ausheilung der Erkältung verzögern oder der Infekt einen schwereren Verlauf nehmen kann. Außerdem verbreiten sich Bakterien und Viren in der warmen Luft besonders gut, sodass Sie mit einem unüberlegten Gang in die Sauna bei einer Erkältung auch noch ihre Mitmenschen anstecken können. Wenn Sie schon ihre Krankheitserreger ausschwitzen wollen, dann tun Sie dies lieber unter kontrollierten Bedingungen im heimischen Bett, bei sehr viel Ruhe, frischer Luft und Flüssigkeitszufuhr. In die Sauna sollten Sie erst dann wieder gehen, wenn die Erkältung vollständig abgeklungen ist.


Schwitzbad für die Prophylaxe


Auch wenn der Gang in die Sauna bei Erkältung für Sie selbst und andere gesundheitsgefährdend ist, so können Sie Ihre Schwitzbadleidenschaft durchaus zum Vorbeugen einsetzen. Ein Saunagang pro Woche kann Ihre Abwehrkräfte bereits nach etwa zwei Monaten deutlich verbessern und das Infektionsrisiko senken. Der Grund dafür liegt im Wechsel von sehr heißen und sehr kalten Temperaturen, der das Immunsystem stärkt. Gleichzeitig wird der Nasen-Rachen-Raum durch die warmen Temperaturen stärker durchblutet, was bewirkt, dass sich dort mehr Abwehrzellen gegen Krankheitserreger sammeln können.


Erkältung mit Sauna vorbeugen


Damit Sie das Dampfbad effizient für Ihre Gesundheit nutzen können, sollten Sie nach jedem Saunagang von etwa 10 bis 15 Minuten einen Kältereiz folgen lassen, zum Beispiel durch einen Gang ins Freie oder durch Abkühlen mit kaltem Wasser. Diesen Temperaturwechsel wiederholen Sie bei ihrem Saunabesuch im Idealfall zwei bis drei Mal nacheinander. Damit der Körper nicht auskühlt, sollten Sie sich dem Kältereiz jedoch nur kurz aussetzen. Vor dem nächsten Saunagang ist es ratsam, sich eine kurze Ruhezeit auf der Liege oder in einem nicht zu kalt temperiertem Becken gönnen.


Es genügt, wenn Sie der Sauna ein bis zwei Mal pro Woche einen Besuch abstatten, um sich abzuhärten und ein robustes Immunsystem aufzubauen. Gehören Sie zu den Glücklichen, die über eine eigene Heimsauna verfügen, haben Sie weitere Möglichkeiten. Sie können den entspannenden Effekt auf Körper und Immunsystem zum Beispiel noch verbessern, indem Sie den Aufgüssen ätherische Öle beimengen. Nur wenn Ihr regelmäßiger Saunabesuch zur Lust und nicht zur Last wird, haben Sie und Ihre Gesundheit langfristig etwas davon.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
Wie finden Sie diesen Artikel?