Chronischer Rückenschmerz: Was ist das?
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Chronischer Rückenschmerz: Was ist das?

Rückenschmerzen gelten als die häufigste Art der Schmerzen. Sie werden nach Dauer, Lage und Ursache unterschieden. Von chronischen Rückenschmerzen spricht der Arzt, wenn die Beschwerden länger als sechs Monate andauern oder nach mindestens drei Monaten der Schmerzphase und einem Abklingen wiederkehren. Die Ursachen zeigen sich dabei vielfältig von Haltungsfehlern über Verletzungen bis hin zu Erkrankungen.

Oberer, mittlerer und unterer Rücken 

In den unterschiedlichen Rückenpartien können jeweils akute, subakute und chronische Rückenschmerzen auftreten. Akute und subakute Rückenschmerzen hängen meist mit klaren Ursachen, beispielsweise Verspannungen (Nackenbereich), Fehlhaltungen (vor allem Nacken und mittlerer Rückenbereich) oder mit Schädigungen oder Verletzungen der Rückenpartie (alle Rückenpartien möglich) zusammen. Die Schmerzen können stechend oder dumpf sein, sich auf einen Teilbereich des Rückens beschränken oder sogar in andere Körperbereiche ausstrahlen. 

Sind spezifische Ursachen ermittelbar, handelt es sich im Fall von chronischen Rückenschmerzen meist um Reizungen und Funktionsstörungen der Nervenbahnen rund um die Wirbelsäule, beispielsweise um Bandscheibenvorfälle, Überanstrengungen der Muskulatur (zum Beispiel durch spezifische Arbeitsbelastungen, starkes Übergewicht) oder um Beschwerden aufgrund zusätzlicher Erkrankungen wie verschleißbedingte und entzündliche Gelenkerkrankungen der Wirbelsäule (Arthrose), Wirbelblockaden oder ein eingeklemmter Ischiasnerv, Osteoporose, Skoliose oder ISG-Syndrom.

Auch eine chronische Bronchitis kann langanhaltende Rückenschmerzen auslösen.
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Auch eine chronische Bronchitis kann langanhaltende Rückenschmerzen auslösen.

Auch eine chronische Bronchitis, eine Nierenbeckenentzündung, eine Gürtelrose, Herzschwächen, Rippenfellentzündungen, Depressionen oder Schlaganfälle können langanhaltende Schmerzen im Rücken auslösen. In diesen Fällen gilt es stets die Ursache der Rückenschmerzen an der Basis zu beheben, um nachhaltige Linderung für die Rückenschmerzen zu erzielen.

Während akute und subakute Schmerzen im Rücken jedoch meist durch die passende Behandlung erfolgreich beseitigt werden können, bleiben chronische Rückenschmerzen auch aufgrund der oft unspezifischen Ursachen meist lange erhalten. Unspezifische Ursachen besagen, dass der Ursprung der Schmerzen nicht klar definiert werden kann. Die Behandlung erfolgt in diesen Fällen stets symptomatisch, um die Beschwerden bestmöglich zu lindern. 

Untersuchungen bei chronischen Rückenschmerzen

Um eine Diagnose und somit einen Behandlungsplan zu erstellen, bieten sich dem Arzt neben der körperlichen Untersuchung Blut- und Urintests sowie bildgebende Verfahren wie MRT, CT, Röntgen und Ultraschall. Mitunter kommen auch eine Magenspiegelung, Herzkatheteruntersuchungen oder eine Szintigrafie in Betracht, wenn der Verdacht auf organische Erkrankungen als Ursache der Rückenschmerzen vorliegt. 

Eine Bewegungstherapie kann bei unspezifischen Rückenschmerzen für Linderung sorgen.
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Eine Bewegungstherapie kann bei unspezifischen Rückenschmerzen für Linderung sorgen.

Wird eine spezifische Ursache gefunden, wird eine entsprechende Behandlung in der Erkrankung in die Wege geleitet. Bei unspezifischen Rückenschmerzen können nur symptomatische Behandlungen erfolgen, beispielsweise durch Wärmebehandlungen, Rückenschule (richtiges Bücken, Heben, Bewegen), Bewegungstherapien und Entspannungstechniken. Ergänzend können Schmerzmittel zum Einsatz kommen. 

Therapie nach Maß und entsprechend den Symptomen

Die Behandlung von chronischen Rückenschmerzen ohne spezifische Ursache erfolgt nach Art und Lokalisierung des Beschwerdebildes. So können rückenfreundliche Bewegungen in einer Rückenschule erlernt, ergonomische Veränderungen im Arbeits- und Lebensumfeld vorgenommen und therapeutische Maßnahmen zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. 

Wichtig ist die gesunde Balance zwischen Schonung und Aktivität. Übertriebene Schonung führt zu neuen Verkrampfungen und erhält den Schmerzzustand, während rückenfreundlicher Sport in Maßen zur Lockerung von Verkrampfungen führt. Wichtig ist bei unsportlichen Menschen die richtige Einführung in die Bewegungen, beispielsweise bei leichtem Kraftsport oder in der Rückenschule, damit falsche Bewegungsabläufe im Vorfeld vermieden werden. Auch in Kombination mit Wärmebehandlungen kann die Bewegung akute wie chronische Rückenschmerzen lindern helfen.

Yoga, Qi Gong oder andere Sportarten können zur Entspannung der Rückenmuskulatur beitragen.
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Yoga, Qi Gong oder andere Sportarten können zur Entspannung der Rückenmuskulatur beitragen.

Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxion (PMR) helfen dabei, mentale Belastungen wie Stress, als Ursache von somatischen Schmerzen im Rücken zu beseitigen. Auch Autogenes Training und Meditation sind hierfür geeignet. Ganzheitliche Methoden wie Qi Gong, Yoga oder Feldenkrais können ebenfalls bei der Körperentspannung am Rücken helfen. Von Massagen wird hingegen bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen eher abgeraten.

Schmerzmittel als Medikamente sollten vor allem bei chronischen Schmerzzuständen möglichst vermieden werden. Allerdings können sie phasenweise genutzt werden, um eine leichte Bewegung wieder möglich zu machen. Zielführend sind gegebenenfalls Schmerzmittel mit Ibuprofen oder Diclofenac. Die Empfehlung des Arztes sollte dabei eingehalten und beispielsweise eine Sport- und Bewegungstherapie durchgeführt werden, um die Medikamentendosis so gering wie möglich zu halten und Gewöhnungseffekte zu vermeiden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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