Pendeln macht krank: Wie der Arbeitsweg der Gesundheit schadet
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Pendeln macht krank: Wie der Arbeitsweg der Gesundheit schadet

Wer über eine Stunde für die Fahrt zur Arbeit braucht, fühlt sich häufig gestresst und chronisch müde. Pendeln macht krank, heißt es oft, und tatsächlich scheinen Statistiken dieser Aussage recht zu geben. Aber warum ist das so und was lässt sich dagegen tun?

Warum Pendeln krank machen kann


Stress und ungesunde Gewohnheiten gehen beim Pendeln oft eine ungünstige Mischung ein, die auf Dauer krankmacht. In Stresssituationen – zum Beispiel bei Verspätungen oder Staus – schüttet der Körper die Hormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus, der Blutdruck steigt und es kommt zu großer Anspannung. Tritt dieser Zustand nur vereinzelt auf, erholen sich Betroffene meist schnell wieder, doch regelmäßig und auf Dauer steigt durch Stress das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten.


Hinzu kommt, dass Pendler es in ihrer Eile oft mit der gesunden Ernährung nicht so genau nehmen. Statt zu Hause in Ruhe zu frühstücken, kaufen sie sich schnell am Bahnhof einen Kaffee und ein Brötchen beim Bäcker, für unterwegs noch einen Schokoriegel und auf dem Rückweg zum Abendbrot noch einen Döner oder ein Stück Pizza. Das kann langfristig zu Übergewicht mit den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen führen, etwa ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Arteriosklerose. Pendler leiden überdies häufig an Verdauungsbeschwerden. Vor allem, wer mit dem Zug fährt, ist obendrein anfälliger für Erkältungen, da sich viele Menschen auf engem Raum befinden und sich die Viren so schnell ausbreiten können.


Psychische Folgen von Pendeln


Darüber hinaus kann Pendeln psychisch krank machen, so fühlen sich viele Berufspendler oft einsam. Die lange Fahrzeit schlägt sich auf das Freizeitverhalten aus, meist bleibt am Abend unter der Woche keine Zeit, mit Freunden etwas zu unternehmen. Am Wochenende müssen Pendler sich um Haushalt, Wäsche und andere Dinge kümmern, die unter der Woche zu kurz gekommen sind. Auch da bleibt wenig Zeit für Hobbys, Familie und Freunde. Das Risiko, an Depressionen oder Burn-out zu erkranken, steigt dadurch. Es wird noch dadurch erhöht, dass Pendler häufig unter Schlafstörungen leiden und während der Fahrt nur schwer zur Ruhe kommen.


So bleiben Sie beim Pendeln gesund: Tipps


Dennoch muss Pendeln nicht zwingend krank machen, wenn Sie sich an ein paar Tipps halten. So sollten Sie sich zum Beispiel morgens die Zeit nehmen, sich ein gesundes Frühstück zuzubereiten, um den süßen, fettreichen Verlockungen beim Bahnhofsbäcker zu widerstehen. Abends sollten Sie nur selten Fast Food essen und lieber zu Hause etwas kochen. Mit Tiefkühlgemüse zum Beispiel ist es möglich, schnelle Gerichte selbst zuzubereiten. Oder Sie kochen am Wochenende vor und frieren das Essen portionsweise ein – eine Strategie, die unter dem Namen Meal Prep wieder zum Trend geworden ist.


Es empfiehlt sich außerdem, mit der Bahn statt mit dem Auto zur Arbeit zu pendeln. So stehen Sie nicht im Stau und können die Bahnfahrt für vielerlei Beschäftigungen nutzen: Lesen, Musik hören oder dösen. Vielleicht ergibt sich auch das eine oder andere Gespräch mit den Mitfahrern. Versuchen Sie außerdem in Ihrer Freizeit durch Sport und Hobbys einen Ausgleich zu schaffen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

S M
Autor/-in
Sascha Müller
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