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frau hält verletztes bein hoch und kühlt mit kühlpack
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PECH-Regel: Erste Hilfe bei Sportverletzung

Ein Sturz mit dem Fahrrad, beim Joggen umgeknickt oder eine Kniegelenksverletzung beim Fußball: Sportverletzungen passieren häufig. Wichtig ist eine rasche und gute Erstversorgung. Sportmediziner empfehlen die sogenannte PECH-Regel als Leitfaden für die Erste Hilfe bei Sportverletzungen.

Was ist die PECH-Regel?

Bei der PECH-Regel handelt es sich um vier Akutmaßnahmen, die bei Prellungen, Zerrungen, Bänderrissen, Verstauchungen und anderen Verletzungen von Sehnen, Bändern, Muskeln und Gelenken durch Sport angewendet werden sollen. Die PECH-Regel hilft, den Schaden in der Akutphase der Verletzung möglichst gering zu halten.

Für was steht das C in der PECH-Regel?

Die PECH-Regel setzt sich aus vier Akutmaßnahmen bei Sportverletzungen zusammen:

  • P wie Pause
  • E wie Eis
  • C wie Compression
  • H wie hochlegen

PECH-Regel 1: Pause

Hören Sie bei einer Sportverletzung sofort mit dem Training auf. Die Pause ist notwendig, um das betroffene Körperteil zu schonen und einer Verschlimmerung der Verletzung vorzubeugen.

Wichtig: Auch wenn der Schmerz nachlässt, trainieren Sie nicht weiter.

PECH-Regel 2: Eis

Legen Sie sofort Eis auf die verletzte Stelle. Besonders die ersten 15 Minuten sind von großer Bedeutung. Die Kälte wirkt einer zu starken Schwellung entgegen. Durch die Kühlung ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Blutungen lassen bei verengten Blutgefäßen nach und ein vorhandener Bluterguss wird nicht ganz so groß. Auch die Ansammlung von Gewebeflüssigkeit wird verringert. Zudem lindert Kälte den Schmerz. Nutzen Sie kaltes Wasser, Eis, Eisbeutel oder ein Kühlpad.

Wichtig: Legen Sie Eis oder Kühlpad für die Kühlung nie direkt auf die Haut. Sie riskieren sonst Erfrierungen. Wickeln Sie das Eis in ein Handtuch oder ein T-Shirt ein. Kühlen Sie in Intervallen: Zehn Minuten kühlen, zehn Minuten Pause. Verwenden Sie kein Kühlspray.

PECH-Regel 3: Compression

Legen Sie sofern möglich einen Druckverband an die verletzte Stelle an. Dieser stabilisiert das betroffene Gelenk und stellt die Gefäße eng. Das sorgt dafür, dass sich Schwellungen und Blutergüsse nicht so stark ausbreiten.

Wichtig: Achten Sie darauf, eine Blutstauung zu vermeiden.

PECH-Regel 4: Hochlagern

Legen Sie das verletzte Körperteil hoch – am besten über Herzhöhe. Das Hochlagern verhindert, dass sich zu viel Blut und Gewebeflüssigkeit ansammeln und die Schwellung verstärken.

Wichtig: Lagern Sie das betroffene Körperteil 24 bis 48 Stunden hoch.

Wann und wie lange PECH-Regel zur Erstversorgung anwenden?

Die PECH-Regel sollten Sie sofort nach der Verletzung anwenden und bei leichteren Sportverletzungen am besten zwei bis drei Tage zuhause fortführen. Bei stärkeren Sportverletzungen entscheidet der Sportmediziner beziehungsweise der Sportchirurg oder Orthopäde, wie weiter behandelt werden muss. Abhängig von der Schwere der Verletzung kann es entweder ausreichen, die PECH-Regel zu befolgen und eine Stütze zu tragen oder es muss operiert werden.

Kein Alkohol nach Sportverletzung

Verzichten Sie in den ersten zwölf Stunden nach der Verletzung auf Alkohol. Alkohol erweitert die Gefäße und bremst den Heilungsverlauf.

Warum PECH-Regel bei Sportverletzung anwenden?

Die PECH-Regel zur Erstversorgung von Sportverletzungen und zur Nachbehandlung leichterer Verletzungen zuhause lindert zum einen die Schmerzen des Betroffenen. Zum anderen sorgt sie dafür, dass die Verletzung geschont und das Gewebe entlastet wird. Das beeinflusst den Heilungsverlauf positiv. Manchmal ist es notwendig, die PECH-Regel für mehrere Tage durchzuführen, bis die Verletzung überhaupt behandelt werden kann. Starke Schwellungen und Blutergüsse verzögern den Therapiebeginn und verlangsamen den Heilungsprozess.

Quellen:

https://www.dfb.de/trainer/artikel/die-pech-regel-414/?no_cache=1

https://www.abda.de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/detail/sportverletzungen-nach-der-pech-regel-versorgen/

https://www.dhfpg.de/fileadmin/files/news/Fachartikel/fachartikel_tw_sportverletzungen.pdf

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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