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Nachtblindheit: Symptome und Ursachen der Sehstörung
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Gisèle Schneider
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Gisèle Schneider
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Nachtblindheit: Symptome und Ursachen der Sehstörung

Die Symptome von Nachtblindheit treten auf, sobald die Lichtverhältnisse schlechter werden und können vor allem beim Autofahren gefährlich werden. Erfahren Sie hier mehr über die Ursachen und was Sie gegen schlechte Sicht bei Dunkelheit unternehmen können.

Was ist Nachtblindheit?

Menschen, die unter Nachtblindheit leiden, sehen in der Dämmerung oder im Dunkeln nur sehr schlecht bis gar nichts. Grund dafür ist ein Schaden an der Netzhaut, oder genauer: der Stäbchenzellen des Auges, die die Hell-Dunkel-Wahrnehmung ermöglichen. Nachtblindheit betrifft vor allem Personen zwischen 30 und 50 Jahren und ist selten eine Einzelerkrankung, sondern meistens die Folge anderer gesundheitlicher Probleme.

Erbkrankheiten als Ursache für Nachtblindheit

Es gibt eine Reihe von angeborenen Augenkrankheiten wie zum Beispiel Morbus Oguchi oder Fundus albipunctatus, zu deren Symptomen Nachtblindheit gehört. Derartig erbliche Augenkrankheiten bringen in der Regel verschiedene weitere Sehprobleme mit sich, wie etwa:

• hohe Blendempfindlichkeit • Augenzittern • geringe Sehschärfe • zunehmende Farbenblindheit • eingeschränktes Sichtfeld

Die meisten dieser Erkrankungen fallen untern den Oberbegriff Retinitis pigmentosa, der eine Gruppe von Augenkrankheiten beschreibt, bei denen die Stäbchen- und/oder Zapfenzellen der Netzhaut absterben.

Nicht-erbliche Ursachen für Nachtblindheit

Nachtblindheit muss nicht immer genetische Ursachen haben. Manchmal tritt sie auch spontan auf oder in Folge anderer erworbener Erkrankungen. Dazu gehören:

• Hornhauttrübung • Diabetes mellitus • Vitamin-A-Mangel

Ein Mangel an Vitamin A tritt in Industrieländern dank ausgewogener Ernährung kaum auf. Lediglich während der Schwangerschaft oder bei Mangelernährung – etwa infolge von Essstörungen oder Darmerkrankungen – ist eine Unterversorgung mit dem Augenvitamin möglich.

Grauer Star & altersbedingte Pseudo-Nachtblindheit

Der Graue Star und die natürliche Alterung der Augen bringen Symptome mit sich, die Betroffene schnell mit Nachtblindheit verwechseln:

• erhöhte Blendempfindlichkeit • schlechtere Anpassung des Auges bei Hell-Dunkel-Wechseln • eingeschränkte Sicht bei Dunkelheit

Auch wenn sich die Symptome ähneln, führt Grauer Star nicht zu echter Nachtblindheit.

Test auf Nachtblindheit

Wenn Sie bemerken, dass Sie nachts schlecht sehen, wenden Sie sich an Ihren Augenarzt. Er kann anhand einiger Untersuchungen abklären, was die Ursache der vermeintlichen Nachtblindheit ist und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Behandlung bei Nachtblindheit durch Retinitis pigmentosa

Die durch Retinitis pigmentosa ausgelöste Nachtblindheit ist bisher leider nicht heilbar, da die Ursache in den Genen liegt. Im Zuge dieser Erkrankung können Betroffene auch ganz erblinden. Die Forschung arbeitet aber an Lösungswegen wie zum Beispiel:

• Gentherapie • Stammzelltherapie • elektronische Netzhautimplantate • Behandlungen zum Zellschutz

Betroffene können versuchen, an aktuellen Studien teilzunehmen. Bis eine Methode zur Heilung gefunden wurde, können nur Hilfsmittel wie der Blindenstock oder Orientierungstraining den Umgang mit der Einschränkung erleichtern.

Therapie bei Nachtblindheit im Alter

Wenn es sich gar nicht um echte Nachtblindheit handelt, sondern um eine altersbedingte Sehschwäche, löst oft schon eine neue Brille das Problem. Außerdem sollten Sie beim Autofahren Ihre Windschutzscheibe sauber halten, um weniger Blendeffekte im Sichtfeld zu haben.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Gisèle Schneider
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Gesunde Ernährung und Sport sind für Gisèle Schneider nicht nur im Alltag wichtige Themen. Seit Jahren behandelt Sie in Ihren Artikeln Fragen rund um Sport, Ernährung und Medizin.
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