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Lungenhochdruck: Ursachen, Symptome und Behandlung pulmonaler Hypertonie

Mediziner sprechen von Lungenhochdruck oder pulmonaler Hypertonie, wenn der Blutdruck im Lungenkreislauf anhaltend zu hoch ist. Sind die Gefäße einer ständigen Druckbelastung ausgesetzt, kommt es zu Veränderungen und Gewebewachstum. Lungenhochdruck: Ursachen, Symptome und Behandlung pulmonaler Hypertonie.

Was ist Lungenhochdruck?

Bei Lungenhochdruck, auch pulmonale Hypertonie (PH) genannt, ist der Blutdruck im Lungenkreislauf chronisch zu hoch. Ab einem pulmonalen Druck von 25 mm Hg sprechen Mediziner von Lungenhochdruck. Der anhaltend zu hohe Druck in den Lungengefäßen verändert die Fließeigenschaften des Blutes und führt zu Gefäßschäden und Narbenbildung. Die Gefäße verlieren an Elastizität und werden starrer und enger. Bei vorliegender pulmonaler Hypertonie ist die Sauerstoffversorgung des Körpers vermindert und die Leistungsfähigkeit des Körpers in Folge stark eingeschränkt. Betroffene sind unter anderem müde, erschöpft und zunehmend kurzatmig. Im fortgeschrittenen Stadium kann Lungenhochdruck lebensbedrohlich sein.

Warum Lungenhochdruck? Ursachen pulmonaler Hypertonie

Bei Lungenhochdruck ist das Zusammenspiel zwischen den Botenstoffen im Blut und in den Lungengefäßen beziehungsweise dem Lungengeweben gestört. Das beeinflusst die Muskulatur der Blutgefäße negativ. Die Gefäßinnenhaut (Endothel) sowie die glatte Gefäßmuskulatur werden vermehrt gefäßverengenden Botenstoffen ausgesetzt. Die Produktion gefäßerweiternder Botenstoffe hingegen ist verringert.

Die Gefäße ziehen sich zusammen und der Blutdruck steigt. Weniger Blut fließt mit höherem Druck durch die Lunge. Die Sauerstoffversorgung des Körpers ist nicht mehr vollständig gewährleistet. Gleichzeitig ist das Zellwachstum in den Gefäßen gestört. Gewebe beginnt zu wuchern und die Gefäßwände verdicken sich – was die Gefäße zusätzlich verengt. Die Blutgefäße büßen zunehmend an Elastizität ein. Das Blut kann immer schwerer Sauerstoff aufnehmen. Es kommt zu Sauerstoffmangel.

Lungenhochdruck bei welchen Krankheiten?

Der Begriff Lungenhochdruck beziehungsweise pulmonale Hypertonie umfasst eine Reihe verschiedener Krankheitsbilder, bei denen der Druck im Lungenkreislauf zu hoch ist. Lungenhochdruck ist unter anderem eine mögliche Folge:

  • einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD)
  • einer Erkrankung der linken Herzkammer
  • einer Lungenfibrose
  • einer Lungenembolie
  • Einer AIDS-Erkrankung
  • von Autoimmunerkrankungen wie Sklerodermie oder Lupus erythematodes

Lungenhochdruck: Symptome pulmonaler Hypertonie

Lungenhochdruck entwickelt sich langsam. Die Symptome, die oft unspezifisch sind, werden von den Betroffenen lange nicht als Warnzeichen einer pulmonalen Hypertonie erkannt. Zu den Lungenhochdruck-Symptomen gehören:

  • Leistungsschwäche
  • Kurzatmigkeit
  • Erschöpfung
  • fehlende körperliche Belastbarkeit
  • Atemnot bis hin zu Ohnmacht
  • Wasseransammlungen (in den Beinen)
  • Brustschmerzen

Wie gefährlich ist Lungenhochdruck?

Lungenhochdruck kann für die Betroffenen lebensbedrohlich werden. Die Prognose der Betroffenen ist abhängig von dem Auslöser der Erkrankung, der Höhe des Blutdrucks in den Lungengefäßen sowie der Fähigkeit des Herzens, den erhöhten Druck auszugleichen.

Mediziner unterscheiden vier Schweregrade der pulmonalen Hypertonie:

  1. Die körperliche Aktivität ist nicht eingeschränkt. Symptome wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schmerzen in der Brust bestehen nicht.
  2. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist leicht eingeschränkt. Lungenhochdruck-Symptome zeigen sich bei normalen, alltäglichen Aktivitäten. In Ruhe treten keine Beschwerden auf.
  3. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist deutlich eingeschränkt. Schon geringfügige Aktivitäten verursachen Lungenhochdruck-Symptome. In Ruhe zeigen sich keine Beschwerden. Die Sauerstoffsättigung im Blut liegt bei 60 Prozent. Ärzte raten dringend zur Behandlung.
  4. Schwäche des rechten Herzens. Körperliche Aktivitäten können nicht mehr unternommen werden. Nun zeigen sich auch im Ruhezustand Symptome der pulmonalen Hypertonie. Die Sauerstoffsättigung im Blut liegt unter 50 Prozent. Es besteht die Gefahr eines Rechtsherzversagens.

Lungenhochdruck-Verdacht: Zu welchem Arzt?

Leiden Sie unter Kurzatmigkeit, bemerken Sie einen Leistungsabfall, haben Sie immer wieder Schmerzen in der Brust und Wasseransammlungen in den Beinen? Lassen Sie die Symptome auf jeden Fall ärztlich abklären. Da die Beschwerden auch bei vielen weiteren Erkrankungen auftreten können, ist es wichtig, dass ein Arzt Sie untersucht und eine an die Diagnose angepasste Behandlung beginnt.

Bei leichten Beschwerden können Sie sich zuerst an einen Facharzt für Allgemeinmedizin oder einen Facharzt für Innere Medizin (Internist) wenden. Dieser wird Sie, je nach Verdacht, zu weiteren Ärzten zur Abklärung überweisen. Das kann ein Lungenarzt (Pneumologe) oder ein Herzspezialist (Kardiologe) sein.

Wichtig

Bei akuter Atemnot sollten Sie immer den Notarzt unter 112 rufen.

Lungenhochdruck behandeln: Grunderkrankung therapieren

Wird Lungenhochdruck nicht behandelt, muss mit einem frühen Tod der Betroffenen gerechnet werden. Ein wichtiger Baustein der Behandlung von Lungenhochdruck ist die Therapie der auslösenden Grunderkrankung. Betroffene sollten aufhören zu rauchen. Des Weiteren helfen Medikamente, den Druck in den Lungengefäßen zu senken – entweder indem sie die Gefäße weit stellen oder verhindern, dass sich diese verengen.

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Bei diagnostitiertem Lungenhochdruck sollten Betroffene aufhören zu rauchen.

Die Gabe von Gerinnungshemmern senkt das Risiko für Blutgerinnsel (Thromben). Die Behandlung einer Herzschwäche ist ebenfalls ein wichtiger Baustein der Lungenhochdruck-Therapie. Auch die Gabe von Sauerstoff unterstützt die Behandlung der pulmonalen Hypertonie.

Welche Behandlung für wen geeignet ist, ist unter anderem vom Stadium der Erkrankung sowie von den vorliegenden Grunderkrankungen abhängig. Eine Lungen- oder Herztransplantation gilt als letzte Behandlungsoption des Lungenhochdrucks.

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Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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