Kopfschmerzen an der Stirn: häufige Ursachen
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Kopfschmerzen an der Stirn: häufige Ursachen

Die Stirn ist ein häufiges Kopfschmerz-Zentrum. Oftmals strahlt der Schmerz seitlich zu den Schläfen aus und kann sogar den Bereich der Augen, des Kiefers und des Hinterkopfes umfassen. Kopfschmerzen an der Stirn: Woher der Schmerz kommen kann und was hilft.

Kopfschmerzen: Stirn ist häufiges Schmerzzentrum

Kopfschmerzen an der Stirn sind häufig. Bei den Kopfschmerzarten Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen treten sie häufig auf. Doch auch bestimmte Erkrankungen können Kopfschmerzen an der Stirn verursachen, ebenso Prellungen oder ein Schleudertrauma.

Kopfschmerzen: Stirn schmerzt oft bei Stress

Spannungskopfschmerzen, die oft durch Stress hervorgerufen werden, sind ein typischer Auslöser für Kopfschmerzen an der Stirn. Die Betroffenen verspüren ein unangenehmes Druckgefühl hinter der Stirn. Zu Schmerzmitteln greifen sollten Sie bei Spannungskopfschmerzen nicht sofort. Versuchen Sie es zuerst mit einer Pause. Haben Sie zum Beispiel lange am Computer gesessen, gehen Sie eine Runde um den Block und recken und strecken Sie sich dabei etwas. Das hilft Verspannungen in der Nacken-, Schulter- und Rückenpartie zu lockern und das Plus an Sauerstoff tut dem Kopf gut.

Trinken Sie außerdem ein großes Glas Wasser. Eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme über den Tag hinweg ist ein häufiger Auslöser von Kopfschmerzen hinter der Stirn. Als angenehm finden viele zudem eine sanfte Stirnmassage mit etwas „Tiger-Balsam“. Die ätherischen Öle wirken leicht kühlend und fördern die Durchblutung der Haut. Halten Sie genügend Abstand zu den Augen, um Reizungen zu vermeiden.

Kopfschmerzen an der Stirn nach Sturz: besser zum Arzt

Haben Sie nach einem Sturz – etwa vom Fahrrad – Kopfschmerzen an der Stirn, sollten Sie an eine Gehirnerschütterung (leichtes Schädel-Hirn-Trauma) denken. Sind die Kopfschmerzen stark oder verschlimmern sie sich und kommen Übelkeit, Erbrechen, Nackenschmerzen und Schwindel hinzu, sollten Sie immer zu einem Arzt gehen. Es ist wichtig, die Schwere des Schädel-Hirn-Traumas zu erfassen. In schwereren Fällen bleiben die Betroffenen eine Nacht im Krankenhaus unter Beobachtung.

Meist heilt die Gehirnerschütterung folgenlos wieder aus. In zehn bis 20 Prozent der Fälle kann sich ein sogenanntes chronisches posttraumatisches Syndrom entwickeln, bei dem die Beschwerden länger als drei bis sechs Monate andauern. Dumpfe, drückenden Kopfschmerzen, Befindlichkeitsstörungen, subjektiv verminderte Leistungsfähigkeit sowie depressive Verstimmungen gehören zu den Symptomen.

Kopfschmerzen an der Stirn bei Migräne und Cluster-Kopfschmerzen

Treten die Kopfschmerzen an der Stirn im Rahmen einer Migräne- oder Cluster-Kopfschmerz-Attacke auf, hilft es den Betroffenen meist, wenn sie die vom Arzt verordneten Medikamente einnehmen und sich ausruhen. Die Umgebung sollte dunkel und still sein. Geräusche, grelles Licht und Unruhe können die Symptome verstärken. Migräne- und Cluster-Kopfschmerz-Patienten wählen bei einer Kopfschmerz-Attacke meist instinktiv die Maßnahmen, die ihnen helfen. Auch ein kühler oder warmer Waschlappen kann lindernd wirken. Hier sollten Sie die Temperatur wählen, die Sie als angenehm empfinden.

Neue Brille kann an Stirn-Kopfschmerzen schuld sein

Sie haben erst kürzlich eine neue Brille gekauft und ständig plagen Sie Kopfschmerzen? Besonders wenn sich die Sehstärke deutlich verändert hat, sind Kopfschmerzen an der Stirn möglich. Es kann zwei bis drei Tage dauern, bis sich die Augen an eine neue Sehstärke gewöhnt haben. Zu den Stirn-Kopfschmerzen können zudem Schwindel und Übelkeit hinzukommen.

Lassen die Kopfschmerzen an der Stirn nach drei Tagen nicht nach, gehen Sie zu Ihrem Optiker und lassen Sie Ihre Brille überprüfen. Vielleicht ist beim Schleifen der Gläser ein Fehler passiert oder Ihre Augen hatten an dem Tag der Messung nicht die gewohnte Sehkraft – etwa weil Sie müde waren. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie Kopfschmerzen haben, weil sich Ihre Sehwerte unbemerkt verschlechtert haben und Ihre Brille nicht mehr passend ist.

Kopfschmerzen an der Stirn: Zu lange am Bildschirm gesessen?

Kopfschmerzen entstehen oft dann, wenn sich die Augen besonders anstrengen müssen. Das ist bei andauernder Bildschirmarbeit häufig der Fall. Arbeiten Sie viel am Schreibtisch, lohnen sich Augen-Übungen für zwischendurch. Nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit. Lassen Sie Ihren Blick entspannt im Raum umherschweifen. Schauen Sie in die Ferne und in die Nähe. Lassen Sie die Augen kreisen oder schauen Sie langsam von links nach rechts. Anschließend schließen Sie für einen kurzen Moment die Augen und genießen die Dunkelheit. Alle diese Übungen entspannen die Augenmuskulatur. Das kann helfen, Kopfschmerzen an der Stirn zu lindern.

Kopfschmerzen: Stirn pocht auch bei Bluthochdruck

Haben Sie immer wieder Kopfschmerzen und können sich nicht erklären warum, gehen Sie zu Ihrem Hausarzt oder in die Apotheke und lassen Sie Ihren Blutdruck messen. Zu hoher Druck in den Gefäßen kann Kopfschmerzen an der Stirn und in anderen Kopfbereichen verursachen. Von Bluthochdruck sprechen Mediziner bei Werten von 140 zu 90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Unbehandelter Bluthochdruck kann wichtige Organe wie das Herz, die Nieren und das Gehirn schädigen. Die Folgen können Herzinfarkt und Schlaganfall sein.

Kopfschmerzen an der Stirn: Wann Sie zum Arzt müssen

Mit Kopfschmerzen im Bereich der Stirn müssen Sie immer dann zum Arzt, wenn

  • die Kopfschmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten.
  • die Kopfschmerzen von Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder anderen Symptomen begleitet sind.
  • die Kopfschmerzen nach einem Unfall oder Sturz auftreten.
  • die Kopfschmerzen plötzlich intensiver sind als gewohnt.

Der erste Ansprechpartner bei Kopfschmerzen an der Stirn ist der Hausarzt (Allgemeinmediziner oder Internist). Dieser wird Sie bei Bedarf an weitere Ärzte überweisen. Um Kopfschmerzen abzuklären, sind oft mehrere Arzttermin notwendig. Ärzte, die Sie möglicherweise aufsuchen müssen, sind:

Plötzlich starke Kopfschmerzen: Es kann ein Schlaganfall sein

Ein echter Notfall, bei dem jede Sekunde zählt und unbedingt der Notarzt unter 112 gerufen werden muss, ist der Schlaganfall. Wie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mitteilt, sind die häufigsten Symptome eines Schlaganfalls:

  • Sehstörungen
  • Sprach- und Sprachverständnisstörungen
  • Lähmungen
  • Taubheitsgefühle
  • Schwindel mit Gangunsicherheit
  • sehr starke Kopfschmerzen

Eine erste Einschätzung der Situation bietet der sogenannte FAST-Test. Mit ihm können Sie innerhalb weniger Sekunden den Verdacht auf einen Schlaganfall überprüfen. „FAST“ ist eine Wortbildung aus den Begriffen Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit).

Schlaganfall? So funktioniert der FAST-Test

Face: Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin - ein Warnzeichen für einen Schlaganfall.

Arms: Bitten Sie die betroffene Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich.

Speech: Lassen Sie die betroffene Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor, die ebenfalls ein Schlaganfall-Symptom ist.

Time: Hat die betroffene Person mit einem oder mehreren Punkten Schwierigkeiten, besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall. Wählen Sie den Notruf 112 und äußern Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall. Der Notarztwagen wird den Betroffenen in eine Stroke-Unit bringen. Diese Zentren sind auf Schlaganfälle spezialisiert. Bei einem Schlaganfall gilt: Time is Brain, also Zeit ist Gehirn.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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