Heilerde: Wirkung und Anwendungsgebiete des natürlichen Heilmittels
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Heilerde: Wirkung und Anwendungsgebiete des natürlichen Heilmittels

Heilerde ist fein gemahlener Ton oder Löss. Sie lässt sich sowohl äußerlich als auch innerlich anwenden und hilft zum Beispiel bei Sodbrennen oder Hautproblemen. Was Sie beachten müssen, damit Heilerde ihre Wirkung entfalten kann, erfahren Sie hier.


Was ist Heilerde?


Unter Heilerde versteht man eine spezielle, mineralische Erde, meistens in Form von Ton oder der Lehmart Löss. Es gibt sie als Pulver sowie in Kapseln zum Einnehmen, außerdem wird sie gelegentlich kosmetischen Produkten als Zutat beigemischt. Wenn Sie Heilerde kaufen, achten Sie darauf, ob sie zur inneren oder äußeren Anwendung bestimmt ist. Heilerde zur äußeren Anwendung dürfen Sie nicht oral einnehmen, ansonsten drohen Gesundheitsschäden.


Wirkung von Heilerde hängt von Zusammensetzung ab


Welche Inhaltsstoffe genau in Heilerde enthalten sind, variiert je nach Zusammensetzung, denn die ist nicht immer gleich. Häufige Bestandteile sind jedoch Mineralien wie Eisenoxid, Silizium, Kieselsäure, Phosphate, Manganverbindungen sowie Aluminium-, Magnesium-, Kalzium- und Natriumsalze.


Da nicht jede Heilerde die gleiche Zusammensetzung aufweist, kann auch die Wirkung unterschiedlich ausfallen. Sollten Sie Zweifel haben, ob ein Produkt für Sie geeignet ist, werfen Sie daher am besten einen genauen Blick auf die Verpackung oder fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Eine Liste mit Hausärzten finden Sie unter diesem Artikel.


Innere Anwendung: Heilerde zum Trinken


Für die innere Anwendung können Sie Heilerde, die dementsprechend gekennzeichnet ist, in Wasser auflösen und trinken. Alternativ lassen sich auch Kapseln einnehmen, was eventuell etwas angenehmer ist, da der Heilerde-Wasser-Mix nicht nur wie Schlamm aussieht, sondern auch so schmeckt. Möglicherweise sind die feinen Erdpartikel, die anschließend in den Zähnen knirschen, auch nicht jedermanns Geschmack.


Die bindende Wirkung von Heilerde wird zum Beispiel von Menschen geschätzt, die mit Durchfall oder Darmentzündungen zu kämpfen haben. Stoffwechselprodukte und giftige Substanzen können auf diese Weise besser aus dem Körper befördert werden. Auch die quellende Wirkung der Erde verschafft bei Durchfall Linderung. Des Weiteren findet Heilerde als natürliches Mittel gegen Sodbrennen Anwendung. Sicherheitshalber sollten Sie sich aber mit Ihrem Arzt absprechen, bevor Sie Heilerde als Medikament verwenden.


Äußere Anwendung: Masken und Bäder mit Heilerde


Wer unter Akne leidet oder sich anderweitig mit Pickeln, fettiger oder unreiner Haut herumplagt, kann sich aus Heilerde und warmem Wasser eine Paste anrühren. Diese lässt sich als Maske auftragen und bröckelt dann von allein ab, wenn sie getrocknet ist. Die Erde besitzt eine absorbierende Wirkung und entfernt unter anderem überschüssigen Talg aus der Haut, der ansonsten zu Entzündungen führen könnte. Einige Heilerden trumpfen überdies mit antibakterieller Wirkung auf, sodass auch bestehende Entzündungen gelindert werden können. Ein paar Löffel Heilerde im Vollbad sorgen außerdem für eine zarte Haut – allerdings sollte für ein solches Bad nicht zu viel Heilerde verwendet werden, um den Ausfluss nicht zu verstopfen.


Gibt es Nebenwirkungen?


Wie die Wirkung hängen auch die Nebenwirkungen von der genauen Zusammensetzung der Heilerde ab. Allgemein lässt sich sagen, dass es bei der inneren Anwendung sehr wichtig ist, genug Flüssigkeit dazu zu trinken. Ansonsten kann es zu Verstopfung oder sogar zu einem Darmverschluss kommen. Bei sehr häufiger, hoch dosierter innerer Anwendung kann es bei hohem Silikatanteil zu Nierenentzündungen kommen. Die äußere Anwendung ist in der Regel ungefährlich, es können jedoch in seltenen Fällen Allergiesymptome auftreten.


Besondere Vorsicht gilt, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen. Die Wirkstoffe der Mittel können bei der Einnahme von Heilerde gebunden werden und daraufhin nicht mehr ihre Aufgabe wie vorgesehen erfüllen. Auch hier gilt: Lassen Sie sich im Zweifel von Ihrem Hausarzt beraten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Svenja Hauke
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