Hantavirus: Symptome und Diagnose der Infektion
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Hantavirus: Symptome und Diagnose der Infektion

Sie wird vor allem durch Nagetiere wie der Rötelmaus übertragen. Die Infektion mit dem Hantavirus. Symptome der Erkrankung lassen sich jedoch oft nicht eindeutig zuordnen. Eine Diagnose hilft zumindest insofern, als dass die Schmerzen, die im Laufe der Erkrankung auftreten, gelindert werden können.

Hantavirus: Symptome im frühen Stadium

Über Nagetiere wie Mäuse, Ratten und insbesondere die Rötelmaus gelangt das Hantavirus zum Menschen. Das Virus befindet sich im Speichel und Kot der Nager – Menschen stecken sich an, wenn sie die Viren einatmen. Das kann bei der Gartenarbeit passieren, zum Beispiel beim Rechen von Laub, beim Putzen und Aufräumen im Keller oder durch einen Biss des infizierten Tieres.

Manche Menschen bemerken die Virusinfektion nicht, weil ihr Immunsystem die Viren unterdrückt. Andere Menschen hingegen bekommen Beschwerden. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Wochen treten bei ihnen die ersten Hantavirus-Symptome auf. Diese ähneln denen der Grippe. Betroffene können bei einer Infektion mit dem Hantavirus Kopf- und Gliederschmerzen bekommen und auch Schmerzen in Rücken, Brust und Bauch. Husten ist ein mögliches Symptom, ebenso wie Schüttelfrost. All diese Anzeichen können aber auch auf viele andere Krankheiten hinweisen. Da man in Deutschland selten als Erstes an das Hantavirus denkt, gehen diverse Infektionen auch unerkannt vorbei.

Der schwere Verlauf

Nimmt die Erkrankung einen schweren Verlauf, spricht man vom HFRS, dem Hämorrhagischen Fieber mit renalem Syndrom. In diesem Fall entwickeln sich beim Hantavirus Symptome wie Blutdruckabfall und eine Beeinträchtigung der Nieren. Letzteres stellen Sie zum Beispiel an einer verminderten Harnproduktion oder an Blut im Urin fest. Wird diese Beeinträchtigung nicht behandelt, kann es im schlimmsten Fall  zu einem Nierenversagen kommen, das eine Dialyse notwendig macht. Auch die Leber kann sich vergrößern und in einigen Fällen tritt eine Blutungsneigung auf.

Stämme des Virus, die die Funktionen von Lunge und Herz beeinträchtigen und für lebensbedrohlichen Atemstillstand sorgen können, gibt es bei uns glücklicherweise nicht. Sie kommen nur in Nord- und Südamerika vor. Die Erkrankungen durch diese Viren sind es meist auch, die Menschen in Mitteleuropa solche Angst vor dem Virus einflößen. Allerdings besteht hierzulande keine Gefahr eines derartigen Krankheitsverlaufs.

So wird das Hantavirus diagnostiziert

Entsprechen Ihre Symptome denen einer Infektion mit dem Hantavirus, sollten Sie Ihren Arzt darauf hinweisen. Um die Diagnose zu stellen, muss er Blut abnehmen, denn anders lässt sich die Erkrankung nicht zweifelsfrei feststellen. Sind Sie an dem Virus erkrankt, hat Ihr Immunsystem wahrscheinlich bereits Antikörper dagegen gebildet, um die Krankheitserreger abzutöten. Allerdings ist das bei 30 bis 40 Prozent der Betroffenen nicht der Fall.

Daher bleiben andere Aspekte zu untersuchen: Es kann eine Thrombozytopenie vorliegen, also ein zu geringer Wert an Blutplättchen. Bei Verdacht auf die Virusinfektion sollte der Arzt auch die Nierenwerte messen: Sind sie verändert, ist das eine weiteres Anzeichen. Da die Infektion bei uns nur selten auftritt, kann es sein, dass auch der Arzt sie nicht erkennt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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