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Entzündete Gallenblase: Ursachen, Symptome und Behandlung der Cholezystitis

Die Ursache einer akuten Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) sind meist Gallensteine. Diese reizen oder verstopfen die Gallengänge, den Gallenblasenhals oder die Gallenblase. Entzündungen entstehen – und mit ihnen starke Schmerzen (Gallenkoliken).

Was ist eine entzündete Gallenblase?

Bei der Nahrungsaufnahme zieht sich die Gallenblase rhythmisch zusammen und stößt Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm für die Verdauung aus. Befinden sich Gallensteine in der Gallenblase, können sich diese bei der Kontraktion der Blase ebenfalls bewegen – und so die Gallenblasenwand reizen oder den Gallenblasenhals oder die Gallenblasengänge verstopfen.

Staut sich die Galle über eine längere Zeit, ist eine entzündete Gallenblase (Cholezystitis) die Folge. Sie zeigt sich in der Regel durch heftige Schmerzen im rechten Oberbauch (Gallenkolik). Hält die Gallenkolik länger als drei bis sechs Stunden an, ist von einer akuten Gallenblasenentzündung auszugehen - ein medizinischer Notfall.

Achtung
Eine akute Gallenblasenentzündung sollte noch am selben Tag entfernt werden, um Komplikationen wie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Perforation der Gallenblase oder einer Gallengangsentzündung zu verhindern. 

Gallenblasenentzündung: Ursachen und Risikofaktoren

Bei 90 Prozent aller Gallenblasenentzündungen sind Gallensteine der Auslöser. Das Risiko, Gallensteine zu entwickeln, ist beispielsweise bei

  • Diabetes-Patienten,
  • Patienten mit Lebererkrankungen,
  • Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion,
  • Patienten mit Darmerkrankungen wie Morbus Crohn,
  • Schwangeren,
  • Übergewichtigen

erhöht.

Diese Erkrankungen und auch eine familiäre Veranlagung spielen in die Entstehung von Gallensteinen mit ein. Weitere Risikofaktoren sind eine fett- und kohlenhydratreiche sowie ballaststoffarme Ernährung sowie Bewegungsmangel. Frauen sind zudem öfter von Gallensteinen betroffen als Männer.

Zu den selteneren Ursachen einer Gallenblasenentzündung gehören:

  • Tumoren
  • Durchblutungsstörungen
  • Verletzungen
  • Infektionen mit Salmonellen oder Parasiten
  • chronische Entzündungen der Nieren
  • chronische Darmerkrankungen
  • lange Nüchternphasen (wie sie etwa beim Fasten eingehalten werden)
  • künstliche Ernährung
  • Radikaldiäten mit raschem Gewichtsverlust und sehr geringer Nahrungsaufnahme

Gallenblasenentzündung erkennen: Symptome einer Cholezystitis

Zu den Symptomen einer entzündeten Gallenblase gehören:

  • heftige Dauerschmerzen im rechten Oberbauch (länger als drei bis sechs Stunden)
  • Fieber
  • Übelkeit, möglicherweise Erbrechen
  • Druckschmerz
  • feste, gespannte Bauchdecke
  • schmerzhaftes Einatmen
  • eventuell Husten
  • erhöhte Entzündungswerte im Blut
  • eine Verdickung der Gallenblasenwand (sichtbar im Ultraschall)
  • Gelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht, Ikterus)

Zu welchem Arzt mit einer Gallenblasenentzündung?

Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Beschwerden ihre Ursache in der Gallenblase haben, sollten Sie einen Facharzt für Gallen- und Lebererkrankungen kontaktieren, einen sogenannten Hepatologen. Weitere mögliche Ansprechpartner sind Fachärzte für Darmerkrankungen (Gastroenterologen), Fachärzte für Innere Medizin (Internisten) sowie Fachärzte für Allgemeinmedizin. Dieser können Sie bei Bedarf in eine Klinik zur Behandlung überweisen.

Gallenblasenentzündung behandeln: Was hilft bei einer Cholezystitis?

Da die Gallenblasenentzündung meist auf Gallensteine zurückzuführen ist, empfehlen Ärzte meist eine Gallenblasenoperation, bei der die Gallenblase entfernt wird (Cholezystektomie). Auch deshalb, weil das Rückfallrisiko bei Gallensteinen groß ist. Werden Gallensteine im Rahmen eines kleinen Eingriffs zertrümmert oder mit Medikamenten aufgelöst, ist der Erfolg meist nur von kurzer Dauer. Die Neigung zur Steinbildung bleibt.

Die akute Entzündung behandelt der Arzt zuerst mit entzündungshemmenden, schmerzlindernden und krampflösenden Medikamenten. Liegt eine bakterielle Infektion zugrunde, kommen Antibiotika zur Anwendung. Zudem darf der Patient nichts essen, damit die Gallenblase nicht aktiv wird.

Unbehandelte Gallenblasenentzündung: Komplikationen

Als mögliche Komplikation einer Gallenblasenentzündung droht ein Durchbruch der Gallenblase in die freie Bauchhöhle (Gallenblasenperforation) mit nachfolgender Bauchfellentzündung. Das ist lebensgefährlich. Ebenso können Bakterien aus der Gallenblase ins Blut überwandern und zu einer Entzündung des gesamten Körpers führen, die eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen kann. Passiert es, dass ein Gallenstein in den Darm rutscht, droht ein Darmverschluss. Des Weiteren können sich die Gallengänge entzünden sowie Leberabszesse (Eiteransammlungen) bilden. Auch kann sich die Entzündung auf die Bauchspeicheldrüse ausdehnen.

Was ist eine chronische Gallenblasenentzündung?
Kommt es über Jahre hinweg immer wieder zu Gallenblasenentzündungen, kann sich eine Schrumpfgallenblase, auch Porzellangallenblase genannt, entwickeln. Dabei führen Kalkablagerungen an den Wänden der Galleblase dazu, dass die Wand weiß und hart wird. Bei der Porzellangallenblase ist zudem das Risiko erhöht, dass sich ein Gallenblasenkarzinom entwickelt.

Gallenblasenentzündung vorbeugen: Was kann ich tun?

Einer Gallenblasenentzündung vorbeugen können Sie am besten, indem Sie das Risiko für Gallensteine senken. Das gelingt, indem Sie

  • Übergewicht vermeiden.
  • auf lange Fastenintervalle verzichten.
  • keine Radikaldiäten machen.
  • fett- und zuckerarm essen.
  • auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukten achten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich 30 Gramm Ballaststoffe aufzunehmen.
  • sich regelmäßig bewegen und sportlich aktiv sind. Am besten 30 Minuten pro Tag.
  • ausreichend trinken. Die DGE empfiehlt 1,5 bis 2 Liter täglich über Getränke aufzunehmen. Wichtig: Haben Sie eine Nieren- oder Herzerkrankung, stimmen Sie die für Sie ideale Trinkmenge mit Ihrem behandelnden Arzt ab.
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Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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