Die 5 hartnäckigsten Verhütungsmythen
(0)

Die 5 hartnäckigsten Verhütungsmythen

Einige Verhütungsmythen sind extrem hartnäckig. Stillen verhütet wie die Pille? Ohne Zyklus ist eine Frau nicht fruchtbar? Lesen Sie hier, welchen fünf Irrtümern in Sachen Verhütung Sie keinesfalls auf den Leim gehen sollten.

1. Coitus interruptus ist ein sicheres Verhütungsmittel

Beim Coitus interruptus zieht der Mann seinen Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide der Frau – und das ist tatsächlich genauso unsicher, wie es klingt. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass bereits vor der Ejakulation kleine Mengen an Samen aus dem Penis austreten können. Dabei handelt es sich um den sogenannten Lusttropfen.

2. Während der Periode kann man nicht schwanger werden

Dass Frauen, die ihre Periode haben, nicht schwanger werden können, ist einer der hartnäckigsten Verhütungsmythen. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit tatsächlich sehr gering – doch es ist nicht unmöglich. Spermien können drei bis fünf und in seltenen Fällen sogar bis zu acht Tage lang im Genitaltrakt der Frau überleben. Es kann also passieren, dass die flinken Schwimmer innerhalb ihrer Lebenszeit doch noch auf eine befruchtungsfähige Eizelle treffen – und die Frau schwanger wird.

3. Kein Zyklus – keine Schwangerschaft!

Einer der vielen Verhütungsmythen lautet auch, dass Frauen, die einen so unregelmäßigen Zyklus haben, dass sie (fast) nie ihre Menstruation bekommen, nicht verhüten bräuchten. Eine Schwangerschaft ist in so einem Fall tatsächlich recht unwahrscheinlich. Da es jedoch jederzeit zu einem spontanen Eisprung ohne vorhergehende Blutung kommen kann, ist auch diese Methode alles andere als sicher.

4. Wer stillt, wird nicht schwanger!

Eines stimmt: Das Gehirn einer Frau schüttet während des Stillens das Hormon Prolaktin aus, welches die Hormone hemmt, die die Eizellen reifen lassen und den Eisprung auslösen. Da hierbei aber Faktoren wie der Abstand zwischen den Stillzeiten und die Häufigkeit des Stillens eine erhebliche Rolle spielen, bietet Stillen grundsätzlich keine Sicherheit vor einer ungewollten Schwangerschaft.

5. In den Wechseljahren kann man nicht mehr schwanger werden

Wer denkt, dass er sich ab Beginn der Wechseljahre nicht mehr um ungeplanten Nachwuchs sorgen muss, der irrt. Nach diesem Zeitpunkt kann es noch jahrelang zu spontanen Eisprüngen und damit zu einer Schwangerschaft kommen. In Spanien hat zum Beispiel eine Frau im Alter von 67 Jahren noch Zwillinge bekommen.

Das beste Mittel gegen eine ungewollte Schwangerschaft ist es demnach, nicht an Verhütungsmythen zu glauben, sondern konsequent und tatsächlich zu verhüten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

S H
Autor/-in
Svenja Hauke
Wie finden Sie diesen Artikel?