Diabetes vorbeugen: Warum Stress das Diabetes-Risiko erhöht
© fizkes/iStock/Thinkstock
(0)

Diabetes vorbeugen: Warum Stress das Diabetes-Risiko erhöht

Stress ist ein eigenständiger Risikofaktor für Typ-2-Diabtetes, wie verschiedene Studien zeigen. Dazu zählt auch Stress am Arbeitsplatz. Personen mit einer hohen Arbeitsbelastung haben ein bis zu 45 Prozent höheres Risiko an Diabetes zu erkranken als Personen mit geringem Stresslevel. Warum Stress Diabetes Typ 2 begünstigt.

Eine hohe Arbeitsbelastung zeichnet sich durch ein Gefühl der Überforderung und Überbelastung aus und geht zugleich mit wenig Handlungs- und Entscheidungsspielräumen einher. Personen, die einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind, haben das Gefühl, dem Stress hilflos ausgeliefert zu sein. Diese Empfindungen wirken sich auf den Blutzuckerspiegel aus.

Stress auf der Arbeit: Frustessen sorgt für kritische Kilos

Gestresste neigen eher zu einem ungesunden Lebensstil, der Diabetes begünstigt. So greifen viele bei Stress häufiger zu Ungesundem: Schokolade und Kekse sind ein beliebter Zwischensnack für den kleinen Energie-Kick zwischendurch. Der Griff zur Zigarette soll beruhigen und das Glas Wein nach Feierabend entspannen. Diese Genussmittel sind alles andere als gesund. Zudem drohen mit der Zeit Zusatzkilos auf der Hüfte. Übergewicht gilt als größter Risikofaktor für Diabetes Typ 2. 

Diabetes durch Stress? So wirken Stresshormone auf den Blutzucker

Außerdem fördert Stress die Ausschüttung von Stresshormonen. Forscher vermuten, dass dem Stresshormon Kortisol eine bedeutende Rolle bei der Diabetes-Entstehung zukommt. Werden Stresshormone ausgeschüttet, steigt der Blutzuckerspiegel an. Diabetes-Patienten kennen das: Bei akutem Stress lässt sich ihr Blutzucker schwerer regulieren und der Insulinbedarf steigt. Chronischer Stress ist für die Bauchspeicheldrüse eine Belastung.

Depressionen haben Einfluss auf das Diabetes-Risiko

Nicht nur Stress auf der Arbeit ist ein Risikofaktor für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes. Depressionen und belastende Ereignisse im Leben können bei entsprechender Veranlagung ebenfalls eine Typ-2-Diabetes-Erkrankung auslösen beziehungsweise begünstigen. 

Schlafstörungen begünstigen Diabetes Typ 2

Auch Schlafstörungen können die Entstehung von Diabetes Typ 2 begünstigen. Mediziner vermuten hier ebenfalls einen Zusammenhang mit einer vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen, die eine Insulinresistenz begünstigt. Schnarchen und Atemaussetzer während des Schlafs (Schlafapnoe) erhöhen ebenfalls das Risiko für die Stoffwechselerkrankung.

Sport baut Stresshormone ab

Um Stresshormone abzubauen, ist es nicht nur wichtig, den Stresslevel selbst zu verringern und zu schauen, wo man Freiräume schaffen und Stress verringern kann. Stresshormone lassen sich auch durch Sport reduzieren: Sport lenkt ab und kann helfen, die Gedanken zu sortieren und den Kopf frei zu bekommen. Außerdem hilft Sport dem Körper dabei, Stresshormone abzubauen. Bevor man es sich auf dem Sofa gemütlich macht, lohnt es sich, für eine halbe Stunde die Laufschuhe zu schnüren oder in die Pedale zu treten. Auch ein zügiger Spaziergang tut Körper und Seele gut. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

https://www.ann-kathrinlandzettel.de

Wie finden Sie diesen Artikel?