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Depressionen: Kann Ernährung die Psyche beeinflussen?
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Depressionen: Kann Ernährung die Psyche beeinflussen?

Psyche und Ernährung stehen miteinander in Wechselwirkung. Details der gegenseitigen Beeinflussung werden derzeit noch erforscht. Doch es gibt bereits Hinweise darauf, dass sich die Ernährung positiv und negativ auf das Entstehen und die Behandlung von Depressionen auswirken kann.

Schlechte Ernährung kann Depressionen begünstigen

„Der Mensch ist, was er isst“: So kommentierte der Philosoph Ludwig Feuerbach schon im 19. Jahrhundert das Zusammenspiel zwischen Ernährung und körperlich-seelischem Wohlbefinden. Heute scheint Feuerbachs Diktum aktueller denn je. Der Einfluss von Ernährung auf Körper und Geist ist Thema zahlreicher Forschungsarbeiten und Studien. Demnach lassen sich offenbar nicht nur Herzkrankheiten und Diabetes mit dem richtigen Speiseplan vorbeugen. Es gibt Hinweise darauf, dass Essen au  ch das psychische Befinden beeinflussen kann.

Studien sehen einen Zusammenhang zwischen der typisch westlichen fett- und zuckerreichen Ernährung, dem weitverbreiteten sitzenden Lebensstil und einer wachsenden Zahl psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Angsterkrankungen. Demnach werden Menschen, die gesund und ausgewogen essen, eher selten depressiv. Empfehlenswert ist eine an mediterrane Essensgewohnheiten angelehnte Ernährung, also:

  • viel frisches Gemüse
  • Obst
  • Fisch
  • Nüsse
  • Vollkorn

Eine einseitige, nährstoffarme Ernährung kann sich hingegen negativ auf den Gemütszustand auswirken. Zumindest, wenn der Speiseplan vor allem Süßes., Frittiertes, Weißmehlprodukte und verarbeitete Lebensmittel enthält.

Nährstoffmangel setzt dem Gehirn zu

Eine Ursache für Depressionen sind Stoffwechselstörungen im Gehirn. Werden zum Beispiel bestimmte Botenstoffe nicht ausreichend produziert, weil es an den nötigen Nährstoffen fehlt, gerät die Psyche leicht aus dem Gleichgewicht. In diesem Zusammenhang sind die Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin besonders wichtig. Diese Botenstoffe koordinieren die allgemeine Gemütslage, Antrieb, Schlafund Konzentration.

Ein Nährstoffmangel allein reicht in manchen Fällen offenbar schon aus, um die Entstehung von Depressionen zu begünstigen. Zudem führen Stress und schlechte Ernährung zu einer vermehrten Bildung der Stresshormone Kortisol, Aldosteron und Adrenalin. Die wiederum schwemmen Mineralien aus dem Körper aus, sodass noch weniger der Nährstoffe vorhanden sind, die für die Produktion der “guten” Neurotransmitter wie Serotonin gebraucht werden.

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Diese Nährstoffe sind besonders wichtig für die Psyche

Fitte Gehirnzellen, ein intaktes Immunsystem, eine gesunde Schilddrüse, funktionierende Nervenbahnen, ausreichende Durchblutung – all dies hat Anteil an einer guten Konstitution. Ist der Körper in dieser Hinsicht gesund, sind Depressionen weniger wahrscheinlich. Diese zehn Nährstoffe sind dafür besonders wichtig:

  • Omega-3-Fettsäuren(enthalten in fettem Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering, Nüssen, Chiasamen, Eigelb und Öl)
  • Vitamin B(Steck in grünem Blattgemüse, Bananen, Kleie, Meeresfrüchten und rotem Fleisch)
  • Folsäure(in Spinat, Avocado, Hülsenfrüchten, Brokkoli, Vollkornprodukten)
  • Zink(in Spinat, gekochtem Rindfleisch, Kürbiskernen, dunkler Schokolade)
  • Selen (in Sonnenblumenkernen, Vollkornbrot, Thunfisch, Schweinefleisch, Paranüssen)
  • Magnesium(in Soja, Nüssen, Milchprodukten, gekochten Linsen)
  • Vitamin D(in fettem Fisch, Tofu, Lebertran)
  • Jod (in angereichertem Salz, Fisch, Käse, getrockneten Algen)
  • Eisen(in Leber, Hülsenfrüchten, Eigelb, Nüsse, Weizenkleie, Quinoa, Amaranth)

In einigen Fällen wurde beobachtet, dass Medikamente gegen Depressionen schlechter anschlagen, wenn Patienten nicht ausreichend mit Folsäure, Zink oder Omega-3-Fettsäuren versorgt sind. Deshalb werden die Antidepressiva mitunter in Verbindung mit Nährstoffcocktails verschrieben.

Zusammenhang zwischen Ernährung, Übergewicht und Depressionen

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist in jedem Fall sinnvoll – auch, um ungesundes Übergewicht zu vermeiden. So gibt es nach Stand der Forschung beispielsweise einen Zusammenhang zwischen Übergewicht, Ernährung und Depression. Wie genau diese Faktoren zusammenspielen und welche Rolle das Ernährungsverhalten einnimmt, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt.

Sicher ist, dass der menschliche Magen-Darm-Trakt mit seinem komplexen Nervengeflecht Signale direkt in die Gefühlszentren des Gehirns schicken kann. Zudem beeinflusst die Darmflora – die Vielzahl der im Darm heimischen Mikroorganismen – ebenfalls unsere Stimmung.

Ist es sinnvoll bei Depression die Ernährung umzustellen?

Es kursieren viele Ansätze zur ernährungszentrierten Behandlung von Krankheiten. Mal sollen Vitamine gegen die Depression helfen, mal eine kohlenhydratarme, ketogene Ernährung.

Unumstritten ist jedoch, dass eine gesunde Lebensweise sich insgesamt positiv auf die Psyche auswirkt, Mangelerscheinungen vorbeugt, und so die Behandlung von Depressionen unterstützen kann. Anzunehmen, dass eine Depression allein durch falsche Ernährung entsteht oder sich durch eine bestimmte Ernährungsform therapieren lässt, ist allerdings ein Trugschluss.

Eine Ernährungsumstellung ist häufig sinnvoll, ersetzt aber auf keinen Fall ärztliche Beratung, Psychotherapie oder eine Therapie mit Antidepressiva. Allein mit der Umstellung der Ernährung gegen Depression ankämpfen zu wollen, ist gefährlich. Eine erfolgreiche Heilung kann nur erfolgen, wenn Betroffene Hilfe bei einem entsprechend ausgebildeten Arzt oder Therapeuten suchen.

Bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge können genetische Veranlagungen die Entwicklung einer Depression beeinflussen. Menschen können allerdings auch ohne eine genetische Ursache Depressionen entwickeln.
Das fokussierte Ziel einer Psychotherapie ist es zunächst, den Betroffenen Ressourcen zu vermitteln, die beim Umgang mit einer Depression hilfreich sind. Eine Verhaltenstherapie kann hier besonders sinnvoll sein, um die Lebensqualität um ein Vielfaches zu steigern. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Es ist möglich, dass eine Depression heilbar ist, der Heilungsverlauf ist nur besonders individuell und verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich.
Viele Therapeuten empfehlen Menschen, die von einer Depression betroffen sind, Johanniskraut zu sich zu nehmen. Es handelt sich hierbei um eine pflanzliche Alternative zu Antidepressiva - so soll Johanniskraut beispielweise weniger Nebenwirkungen aufweisen. Generell gilt aber: Egal, welche Präparate depressive Menschen zur Therapie zu sich nehmen, die Medikation sollte immer mit einem Psychotherapeuten und/oder einem Arzt besprochen werden.
Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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