Das sind die vier größten Ängste von Narzissten
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Das sind die vier größten Ängste von Narzissten

Selbstherrlich, arrogant, dominant und stets darauf bedacht, den eigenen Willen und den persönlichen Vorteil durchzusetzen, wirkt der Narzisst auf den ersten Blick wie ein Ausbund an Selbstbewusstsein und Stärke. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung beruht jedoch paradoxerweise auf zahlreichen Ängsten, die tief in der Seele verwurzelt sind. Um diese zu überspielen und Außenstehende nicht erkennen zu lassen, trägt der Narzisst eine Maske, die ihn vor Nähe und Abhängigkeit schützen soll. Das persönliche, großartige Selbstbild, dass sich der Narzisst selbst einredet, wird durch mangelnden Erfolg und fehlende Selbstbestätigung erschüttert, weshalb er jegliche Kritik ebenso fürchtet wie die Einsamkeit. 

1. Nähe

Der Narzisst hat sich ein großartiges Selbstbildnis aufgebaut, mit dem er sich selbst und sein Umfeld blendet. Aus Angst, dass seine sorgfältig kreierte Maske auffliegt, lässt er Menschen nicht nah an sich heran, um durch diesen nicht verletzbar zu werden. Gefühle sieht der Narzisst als Schwäche an, nutzt sie daher lediglich als gespielte Variante als Mittel zum Zweck.

Gleichzeitig sucht er die Nähe zu unsicheren Persönlichkeiten, die ihm die Selbstbestätigung geben, die er sich wünscht, und die er manipulieren oder dominieren kann. Zeigt sich, dass eine unsichere Person hinter seine Fassade schauen könnte, neigt der Narzisst dazu, diese Person gezielt herabzusetzen, um sich selbst noch größer und stärker darstellen zu können, dabei jedoch gleichzeitig die Oberhand zu behalten.

2. Abhängigkeit

Damit der Narzisst seine selbst gewählte Rolle ausüben kann, benötigt er viel Freiraum. Entsprechend versucht er, in jedem Lebensbereich den Ton anzugeben, um sein Freiheitsgefühl ausleben zu können. Seine Fassade darf nicht gefährdet werden, da der Narzisst stets die Kontrolle über seine Situation und am liebsten auch über seine Mitmenschen haben will.

Entsprechend groß ist seine Angst vor Abhängigkeit gegenüber Umständen und Personen, die er nicht kontrollieren kann. Ordnet er sich unter, muss eine großartige Persönlichkeit vorne anstehen, die ihm nicht nur die nötige Selbstbestätigung gibt, sondern für seine Unterordnung auch herausragende Privilegien einräumt. Hierdurch erhält sich der Narzisst seine "Großartigkeit" und gerät nicht in die Situation, sich durch die Abhängigkeit wertlos zu fühlen. 

3. Misserfolg, Kritik und fehlende Selbstbestätigung

Große Angst hat der Narzisst vor jeder Art des Misserfolges. Seine Großartigkeit darf entsprechend nicht mit (berechtigter oder unberechtigter) Kritik geschmälert werden. Entsprechend neigt der Narzisst dazu, jeden Misserfolg auf andere Menschen oder äußere Umstände zu schieben. Schon eine angedeutete Kritik kann das scheinbar starke Selbstbewusstsein des Narzissten erschüttern.

Sein hohes Verlangen nach Selbstbestätigung führt durch Misserfolge oder Kritik zu einer Entwertung seiner Persönlichkeit, die mit jeder ihm zur Verfügung stehenden "Waffe" (Herabsetzung anderer, Manipulation etc.) bekämpft wird. Nötigenfalls wird er Ränkespiele anfangen, um sein Umfeld zu diskreditieren. Fliegt sein Misserfolg auf und er verliert Prestige, Statussymbole und Ansehen, kann dies den Narzissten in eine Lebenskrise mit Depressionen bis hin zum Suizid stoßen.

4. Einsamkeit

Sein selbstherrliches Gebaren und die Kontrolle über sein Umfeld machen den Narzissten oft trotz seines Charismas zu einem unangenehmen und anstrengenden Zeitgenossen. Wenngleich der Narzisst sein Umfeld oft wegstößt, keine Nähe zulässt und andere für seinen Gewinn manipuliert, fürchtet er die Einsamkeit. Er sucht entsprechend oft die Nähe von Menschen, die ihn in seiner Großartigkeit bestätigen. Er hungert nach Anerkennung, und versucht andere in seine Abhängigkeit zu ziehen, um das Alleine-Sein und das Einsam-Fühlen um jeden Preis zu verhindern.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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