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Chronisches Erschöpfungssyndrom: Zustand der Dauermüdigkeit
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Chronisches Erschöpfungssyndrom: Zustand der Dauermüdigkeit

Dauernde Müdigkeit ohne einem feststellbarem Grund kann Ursache des chronisches Erschöpfungssyndroms sein. Was die Krankheit genau ist und welche Symptome mit ihr einhergehen, erfahren Sie hier.

Was ist das chronische Erschöpfungssyndrom?

Das chronische Erschöpfungssyndrom, auch Chronic Fatigue Syndrome (kurz: CFS) genannt, ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung. Im Vergleich zur einfachen Müdigkeitserschöpfung, die sich in den meisten Fällen nur temporär bemerkbar macht, leiden Betroffene des CFS unter einer dauerhaften Müdigkeit und Erschöpfung, die die Bewältigung des Alltags erheblich erschwert. Experten und Fachmediziner sind sich immer noch nicht einig, in welches Fachgebiet der Medizin die Krankheit einzuordnen ist. Die WHO ordnet das Syndrom unter dem gebrauchten Fachbegriff benign myalgic encephalomyelitis in die Rubrik „Erkrankung des Nervensystems“ ein.

Fälle von CFS in Deutschland

Laut der Techniker Krankenkasse leiden in Deutschland etwa 250.000 Menschen unter dem Fatigue-Syndrom. Da die Krankheit häufig nicht erkannt wird, kann die Zahl möglicherweise höher liegen. Außerdem sind Frauen häufiger von CFS betroffen als Männer. 

Ursache des chronischen Erschöpfungssyndroms

Wodurch das chronische Erschöpfungssyndrom ausgelöst wird, ist bislang nicht abschließend geklärt. Als Auslöser der extremen Müdigkeit kommen unter anderem Virusinfekte infrage. Betroffene einer überstandenen Infektion, wie beispielsweise dem Pfeifferschen Drüsenfieber oder dem SARS-CoV-2 Virus, klagen noch längere Zeit über Müdigkeit und Erschöpfung. Grund für den Zusammenhang könnte eine durch den Infekt bedingte Störung im Immunsystem oder ein entstandenes Ungleichgewicht im Hormonhaushalt sein. Diese Umverteilungen könnten dafür verantwortlich sein, dass sich ein vielschichtiges eigenes Krankheitsbild mit unterschiedlichen körperlichen Veränderungen entwickelt.

Auch traumatische Erfahrungen oder Verletzungen könnten weitere Auslöser des chronischen Erschöpfungssyndroms sein. Außerdem sind sich Experten sicher, dass eine familiäre Veranlagung ebenfalls eine Rolle spielt. Wohlmöglich sind es mehrere Faktoren in Kombination, die für das Krankheitsbild verantwortlich sind.

Symptome des Fatiguesyndroms

Bei dem chronischen Erschöpfungssyndrom handelt es sich um ein Krankheitsbild, dass sich meist schlagartig entwickelt. Es gab in der Vergangenheit jedoch auch Patient*innen, bei denen sich CFS schleichend über eine längere Zeit entwickelt hat. Nach dem Internationalen Konsenskriterien (ICC) ist für die Diagnose Voraussetzung, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: 

  • Postexertional neuroimmune exhaustion (PENE):PENE gilt als das wichtigste Symptom, damit das CFS diagnostiziert werden kann. Darunter wird eine unverhältnismäßige Verschlechterung der Symptome verstanden, die nach körperlicher und/oder geistiger Anstrengung einsetzt. Die Beschwerden können dabei Stunden bis Tage lang anhalten, während weder Ruhe noch Schlaf dagegen helfen.
  • Mindestens 1 Symptom aus der Kategorie „neurologische Beeinträchtigung“ (Schmerzen, Schlafstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Muskelschwäche, Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen, Geräuschen, Licht oder Berührungen)
  • Mindestens 1 Symptom aus der Kategorie „immunologische, gastrointestinale und urogenitale Beeinträchtigungen“ (chronische Atemwegsinfekte, Störungen des Wasserlassens, Reizdarm, erhöhte Infektanfälligkeit, Nahrungsmittelunverträglichkeit)
  • Mindestens 1 Symptom der Kategorie „Störung von Energieproduktion und Ionentransport“ (Herzrasen, niedriger Blutdruck, Schwindel, orthostatische Intoleranz, Schweißausbrüche, Kurzatmigkeit, Unverträglichkeit gegenüber Kälte, Hitze und Temperaturschwankungen)

Wie lässt sich das Erschöpfungssyndrom behandeln?

Ebenso wie über das Krankheitsbild des chronischen Erschöpfungssyndroms wenig bekannt ist, gibt es bislang entsprechend keine Einigung unter Experten, wie sich die Krankheit am besten behandeln lässt. Da die Krankheit unterschiedlich stark ausfallen kann, ist die Therapie auf jeden einzelnen Betroffenen individuell ausgerichtet. In den meisten Fällen folgt eine Kombination aus verhaltenstherapeutischen Verfahren, angepasster Bewegungstherapie sowie, falls nötig, Schmerzmitteln und Schmerztherapien. Ein ausgewogener Lebensstil mit wenig Stress, einer abwechslungsreichen Ernährung und der Verzicht von Alkohol, ist ebenso wichtig, um die Krankheit erfolgreich zu behandeln.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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