Burnout: Wann wird Burnout zur Depression?
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Burnout: Wann wird Burnout zur Depression?

Burnout und Depression sind in ihrem Erscheinungsbild oftmals so ähnlich, dass sie sich kaum voneinander unterscheiden lassen. Der Blick auf die Symptome reicht meistens nicht aus, um zu erkennen, ob bei Betroffenen ein Erschöpfungssyndrom oder eine Depression vorliegt. Entscheidende Hinweise geben Ursachen und Entstehungsgeschichte.

Selbst in der Fachwelt gibt es unterschiedliche Auffassungen über den Zusammenhang von Burnout und Depression. Burnout ist keine medizinische Erkrankung. Während es für eine Depression klare Diagnosekriterien gibt, können Ärzte und Psychotherapeuten für ein Burnout nur eine Zusatzdiagnose vergeben. "Ausgebranntsein" gehört nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD 10 zu "Problemen mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung".

Grundlegende Merkmale werden nicht genannt. Viele Experten verstehen das Burnout als eine besondere Form der Depression, in der die soziale Komponente im Mittelpunkt steht. Andere sehen Burnout als Risikofaktor an, aus dem sich eine Depression entwickelt. Weiterhin gibt es die Ansicht, dass jedes Burnout von einer Depression begleitet wird. Worin aber liegt der Unterschied zwischen Burnout und Depression?

Symptome eines Burnout

Burnout beschreibt den Zustand vollkommener seelischer, körperlicher und geistiger Erschöpfung. Betroffene zeigen in der Regel überhöhte Ansprüche an sich selbst und vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse. So entsteht ein wachsendes Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und dem notwendigen Ausgleich durch Pausen und Erholung. Burnout betrifft in erster Linie die berufliche Lebenssituation, jedoch genauso Aufgaben und Verantwortlichkeiten im familiären und privaten Bereich. Die Erschöpfung entwickelt sich schleichend über einen längeren Zeitraum.

Symptome einer Depression

Hauptmerkmale einer Depression sind gedrückte Stimmung und die Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zur Freude und das Interesse gehen verloren. Für die Diagnose Depression müssen zwei oder drei dieser Kriterien erfüllt sein und mindestens zwei Wochen andauern. Daneben bestehen weitere Symptome wie:

- Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit

- Beeinträchtigtes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen

- Schuldgefühle und Gefühl der Wertlosigkeit

- Schlafstörungen, verminderter Appetit

- Libidoverlust

Eine Depression kann sich langsam entwickeln oder plötzlich auftreten. Ursachen einer Depression sind Serotoninmangel, Konflikte oder Traumata in der Vergangenheit und Überlastung im sozialen Umfeld.

Burnout oder Depression?

Im Verlauf seiner Entwicklung wird das Burnout einer Depression immer ähnlicher. Zu Beginn sieht ein Burnout-Syndrom deutlich anders aus als eine Depression. Zunächst fallen ein verstärktes Engagement für Ziele und ein übertriebener Ehrgeiz auf. Als frühe Warnsignale zeigen sich körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Rückenschmerzen und Schlafstörungen.

In der weiteren Entwicklung vermindert sich die Leistungsfähigkeit. Betroffene gehen in den Rückzug, werden gleichgültig und zynisch. Die emotionale Erschöpfung mit Gefühlen der Sinnlosigkeit und Leere nimmt zu. Ständige Müdigkeit und Freudlosigkeit bestimmen den Alltag und sind längst nicht mehr auf die Arbeitssituation beschränkt. Der Übergang zu einer Depression wird fließend. Sobald die entsprechenden Diagnosekriterien erfüllt sind, ist aus dem Burnout eine Depression geworden.

Wer hilft weiter?

Wenn Sie unter hohem Stress leiden und anhaltende Anzeichen eines Burnout oder einer Depression bemerken, verdrängen Sie die Beschwerden nicht. Mit der Frage, welche Störung vorliegt und welche Behandlung sinnvoll ist, können Sie sich an einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder einen psychologischen Psychotherapeuten wenden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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