Buchinger Fasten: So funktioniert Fasten nach Buchinger
© Sonja Rachbauer/iStock / Getty Images Plus
(0)

Buchinger Fasten: So funktioniert Fasten nach Buchinger

Wenn vom Heilfasten die Rede ist, wird damit meistens eine Heilfastenkur nach der sogenannten Buchinger Methode gemeint. Ursprünglich wurde das Fasten nach Buchinger als ein stationäres Fastenkonzept durch den Arzt Dr. Otto Buchinger in der Mitte der 30er Jahre entwickelt. Das Buchinger Fasten sollte von Beginn an der Behandlung von chronischen Erkrankungen im Stoffwechsel dienen. Dabei nutzte Buchinger diese Methode, um sich selbst von starken Stoffwechselstörungen zu befreien. Auf der Basis seiner persönlichen Erfolge entwickelte er eine Behandlungsmethode, die bis heute in Heilfastenkliniken großen Anklang findet.

Wie funktioniert das Fasten nach Buchinger?

Durch den gezielten Verzicht auf feste Nahrung und die minimalisierte Grundversorgung mit Nährstoffen werden eingelagerte Nährstoffdepots in den aktiven Stoffwechsel einbezogen. Erhält der Körper keine oder nur unzureichende Mengen an Nährstoffen aus der Ernährung, greift er auf die Nährstoffdepots zurück, die abgebaut und aufgebraucht werden. Zeitgleich werden unerwünschte, eingelagerte Stoffe wie Stoffwechselreste, Gift- und Schadstoffe und Schlacken herausgelöst.

Die Wirkung zeigt sich somit in einer Entschlackung des Körpers und einer verbesserten Mikrozirkulation. Die Selbstheilungskräfte werden hierdurch aktiviert und durch die mit dem Stoffwechsel in Verbindung stehende Hormonproduktion (u.a. erhöhte Serotonin-Ausschüttung) soll die psychische Verfassung verbessert werden. 

Das Fasten nach Buchinger wird in einer Klinik, meist über einen Zeitraum zwischen zwei und vier Wochen, umgesetzt. Eine vereinfachte Variante wird von vielen Heilfastern als eine Fastenkur für zu Hause über sieben bis 10 Tage realisiert. Menschen, die zuvor noch nicht gefastet haben, sollten vor dem Start einer Fastenkur nach Otto Buchinger das Gespräch mit dem Arzt suchen, um Risiken wie Mangelerscheinungen zu minimieren oder Vorerkrankungen auszuschließen, die einer Fastenkur entgegenstehen. Kranke Menschen, Schwangere, Stillende und Kinder sollten auf die Heilfastenkur verzichten, Senioren nur bei entsprechender Vorerfahrung die Fastenkur in Erwägung ziehen. 

Ablauf einer Heilfastenkur nach Buchinger

Die Fastenkur beginnt mit einem Entlastungstag. An diesem wird die normale Ernährung umgestellt, indem ausschließlich leicht verdauliche Speisen auf den Teller kommen. Im Mittelpunkt der Nahrung stehen frisches Obst und Gemüse sowie eine gute Flüssigkeitszufuhr von wenigstens drei Litern mit Wasser, Tee, Saft oder Brühen. Zudem wird eine Darmentleerungen aktiv provoziert:

Klassisch wird wahlweise mit Glaubersalz oder Bittersalz das Abführen gefördert, alternativ können auch andere Abführmittel wie eine Darmspülung mit Klistier oder einem Einlauf zum Einsatz kommen. Die Darmleerung wird auch weiteren Verlauf der Buchinger Fastenkur forciert.

Nach Entlastungstag: Nährstoffzufuhr in flüssiger Form 

Nach dem Entlastungstag folgen mindestens fünf Tage, an denen richtig gefastet wird. Die Nährstoffzufuhr erfolgt ausschließlich in flüssiger Form, beispielsweise mit Kräutertee, Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesaft und einer ausreichenden Menge Wasser. Insgesamt sollte die Flüssigkeitszufuhr an den Fastentagen zwischen drei und vier Liter betragen.

In der klinischen Begleitung kann der Fastenarzt nach individuellem Behandlungsplan auch die Ergänzung von Buttermilch als erforderlich ansehen. Diese wird notwendig, wenn der Proteinabbau im Gewebe zu groß ist und entsprechend minimiert werden soll (z.B. bei sehr schlanken Menschen mit wenig Muskelmasse).

An den Fastentagen werden außerdem Leberwickel und Kneippsche Anwendungen vollzogen. Ergänzend kommen Bewegung durch Gymnastik und leichten Ausdauersport, Spaziergänge an der frischen Luft sowie Entspannungsübungen zum Einsatz.

Aufbautage gewöhnen den Magen-Darm-Trakt an feste Nahrung 

Ist die reine Fastenzeit beendet, beginnen die Aufbautage. Diese dienen dazu, den von der festen Nahrung entwöhnten Magen-Darm-Trakt sanft an die normale Speiseaufnahme zu gewöhnen. Hierfür wird mit leicht verdaulicher Kost (z.B. Obst und Gemüse) in kleinen Mengen begonnen und die Nahrungsaufnahme stufenweise wieder gesteigert, um die Verdauungsfunktionen langsam wieder anzukurbeln. Langsames und bewusstes Essen wird dabei in den Mittelpunkt gestellt, um nach der Fastenkur eine neue, aufmerksamere Essgewohnheit einzuüben.

Was bringt das Fasten nach Buchinger?

Die meisten Faster berichten von einer deutlichen Linderung chronischer Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und des Stoffwechsels, aber auch bei chronisch entzündlichen Prozessen. Da während der Fastenkur die Serotonin-Ausschüttung im Gehirn gesteigert wird, zeigen sich vielfach auch stimmungsaufhellende Effekte auf psychosomatische Störungen. Das Abnehmen ist beim Buchinger Fasten ein oft begrüßter Nebeneffekt, der jedoch nur anhält, wenn das Fasten den Start für eine Ernährungsumstellung und eine bewusstere Nahrungsaufnahme darstellt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?