Binge-Eating-Störung beim Mann
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Binge-Eating-Störung beim Mann

Die Binge-Eating-Störung betrifft auch Männer. Rund ein Drittel der Betroffenen der Esssucht ist männlich. Unter den Essstörungen ist Binge-Eating die Erkrankung, die bei Männern am häufigsten auftritt.

Bildunterschrift: Rund ein Drittel der Binge-Eating-Betroffenen sind Männer.

Die Binge-Eating-Störung betrifft auch Männer. Rund ein Drittel der Betroffenen der Esssucht ist männlich. Unter den Essstörungen ist Binge-Eating die Erkrankung, die bei Männern am häufigsten auftritt.

Binge-Eating: Ein Drittel der Betroffenen ist männlich

Binge-Eating ist kein reines Frauenproblem. Die Binge-Eating-Störung ist die Essstörung, die Männer am häufigsten betrifft. Rund ein Drittel der Betroffenen ist nach Angaben des Versorgungszentrums Essstörungen ANAD e.V. männlich. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus aufgrund von Verheimlichung. Viele Männer möchten nicht zugeben, dass sie eine „Frauenkrankheit“ haben. Zudem neigen Männer eher dazu, Probleme mit sich auszumachen und selbst lösen zu wollen.

Binge-Eating: Symptome bei Männern und Frauen gleich

Die Essstörung zeigt sich bei Männern und Frauen gleich: Hauptsymptom sind unkontrollierte Essattacken, bei denen die Betroffenen innerhalb kürzester Zeit große Mengen Lebensmittel verschlingen. Der Kontrollverlust beschämt beide Geschlechter gleichermaßen. Nach den Essanfällen empfindet die Mehrheit der Betroffenen Scham, Schuld und Ekel. Gewichtsregulierende Maßnahmen werden nicht durchgeführt. Das Essen ist für Männer wie für Frauen ein Mittel, um mit negativen Gefühlen umzugehen.

Binge-Eating-Störung beim Mann: die Auslöser

Die auslösenden Faktoren ähneln denen von Frauen: Ängste bezüglich der Sexualität, persönliche Stressfaktoren wie beruflicher Stress oder eine Trennung sowie Frust, Ärger, Traurigkeit, Unzufriedenheit und unbewältigte Probleme gehören zu den bedeutenden Einflussgrößen.

Oftmals ist bei betroffenen Männern

  • Substanz- oder Alkoholmissbrauch,
  • eine emotional-instabile Persönlichkeit oder
  • ADHS anzutreffen.

Binge-Eating bei Männern behandeln

Die Ziele der Therapie bestehen zum einen in einem psychotherapeutischen Behandlungsansatz und zum anderem in einer Ernährungstherapie. Es gilt herauszufinden, welche Situationen und Emotionen zu den Essanfällen führen. Die betroffenen Männer erlernen entsprechende Strategien, um erneuten Essattacken entgegenzusteuern. Im Zuge der Ernährungstherapie wird zudem die Wahrnehmung von Hunger- und Sättigungsgefühlen trainiert. Außerdem lernen die Betroffenen, wieder normale Essenmengen zu verzehren, das Essen zu genießen und regelmäßige Mahlzeiten einzunehmen.

Allerdings tun sich Männer häufig schwer, offen über ihre Essstörung zu sprechen – vor allem gegenüber Frauen. Daher gibt es mittlerweile immer mehr Einrichtungen, die Therapieangebote speziell für Männer anbieten. Das reduziert das Risiko, dass Männer die Therapie abbrechen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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