Wie lange dauert ein Rippenbruch? Behandlung der Verletzung

Wie lange ein Rippenbruch dauert, hängt von der Art des Bruchs und eventuellen Komplikationen ab. Bei der Behandlung kommen unter anderem Schmerzmittel und Atemtherapie zum Einsatz. Was Sie sonst noch wissen müssen, erfahren Sie hier.

Wie lange dauert es, bis ein Rippenbruch geheilt ist?

Rippenbrüche (Rippenfrakturen) sind die häufigste Verletzung im Brustkorbbereich und meist recht harmlos, wenn auch sehr schmerzhaft. Wie lange die Heilung eines Rippenbruchs dauert, hängt unter anderem von der Art des Bruchs ab. Grundsätzlich gibt es vier Formen:

einfache Fraktur: ein bis zwei Rippen an je einer Stelle gebrochen und nicht verschoben
Rippenserienfraktur: mindestens drei Rippen auf derselben Körperseite gebrochen
Rippenstückfraktur: eine Rippe an mindestens zwei Stellen gebrochen, frei bewegliches Zwischenstück
offener Rippenbruch: Bruchende durchstößt die Haut

Schematische Darstellung einer Rippenserienfraktur

Schematische Darstellung einer Rippenserienfraktur

Die Mehrheit der Patienten mit Rippenbruch hat eine einfache, geschlossene Rippenfraktur. Diese Verletzung heilt in der Regel binnen sechs Wochen von allein aus. Rippenserienfrakturen und beidseitige Brüche brauchen etwas länger.

Außerdem gilt: Je komplizierter der Rippenbruch, desto größer ist die Gefahr, dass es zu Verletzungen der angrenzenden Organe kommt, was die Genesungszeit verlängert.

Wie lange wird man nach einem Rippenbruch krankgeschrieben?

In der Regel werden Sie für mindestens zwei bis drei Wochen krankgeschrieben, nachdem Sie einen Rippenbruch erlitten haben. Wenn Sie einer schweren körperlichen Arbeit nachgehen, kann die Krankschreibung auch länger ausfallen, da Sport und volle Belastung erst nach rund sechs Wochen wieder möglich sind.

Ein Krankenhausaufenthalt ist bei einem Rippenbruch eher die Ausnahme. Meist kurieren Sie die Verletzung zu Hause aus. Lediglich bei Folgeverletzungen oder extrem starken Schmerzen erfolgt die Behandlung des Rippenbruchs stationär.

Muss ein Rippenbruch operiert werden?

Eine Operation ist im Falle eines Rippenbruchs die absolute Ausnahme. Meist stabilisiert das umliegende Gewebe die Rippen ausreichend, sodass die Knochen auch ohne OP wieder sauber zusammenwachsen. Sind allerdings einzelne Rippenfragmente lose verschoben, zum Beispiel bei einer Rippenstückfraktur, ist mitunter eine OP nötig.

Atemtherapie zur Behandlung eines Rippenbruchs

Während eines Rippenbruchs schmerzen das Atmen und das Husten. Verfällt der Patient deshalb in eine flache Schonatmung, kann es schnell zu einer gefährlichen Lungenentzündung kommen. Damit das nicht passiert, muss eine ausreichende Belüftung der Lunge gewährleistet werden. Dazu kommen folgende Dinge zum Einsatz:

• schmerzstillende Medikamente
• Hustenlöser
• Atemtrainingsgeräte

Die früher üblichen Bandagen und Eingipsungen werden heute kaum mehr angelegt, um die freie Atmung nicht zu behindern. Bei schweren Komplikationen nach einem Rippenbruch kann eine künstliche Beatmung sinnvoll sein.

Mit einem Spirometer kann objektiv gemessen werden, wie stark der Patient atmet, indem er unterschiedlich schwere Kugel nach oben pusten muss.

Mit einem Spirometer kann gemessen werden, wie flach oder tief ein Patient atmet, indem er unterschiedlich schwere Kugel nach oben pusten muss.

Schmerztherapie bei Rippenbruch

Die Schmerztherapie ist ein essenzieller Teil der Rippenbruchbehandlung. In der Regel reichen dafür handelsübliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol. Bei extrem starken Schmerzen können während eines Krankenhausaufenthalts Opiate zum Einsatz kommen.

Neben der oralen oder intravenösen Gabe von Schmerzmitteln wird häufig auch eine Nervenblockade gesetzt, sodass die Reizleitung an der gebrochenen Rippe unterdrückt wird – so schmerzt die Atmung nicht mehr so sehr. Die Nervenblockade wird mit einem Betäubungsmittel entweder lokal unter der Rippe oder als Peridualanästhesie (PDA) im Wirbelkanal gesetzt.