Starke Rückenschmerzen: Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Wenn Sie plötzlich starke Rückenschmerzen bekommen, ist das immer ein ernst zu nehmendes Warnzeichen. Wir erklären Ihnen, welche Schmerzen an welchen Stellen auf ein schweres Leiden hinweisen können. Grundsätzlich gilt aber: Gehen Sie mit Schmerzen im Rücken lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig.

Schmerzhaft, aber ungefährlich: Der Hexenschuss

Treten starke Rückenschmerzen sehr plötzlich auf, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und herausfinden lassen, was der Auslöser dafür ist. In vielen Fällen handelt es sich um einen sogenannten Hexenschuss, also eine akute Blockierung des Kreuzes. Damit Sie Ihren Rücken schmerzfrei bewegen können, müssen Muskeln, Sehnen, Gelenke, Bänder und Nerven problemlos miteinander arbeiten. Durch Stress, belastende Bewegungen oder länger andauernde falsche Sitzhaltung kann es zu Muskelverhärtungen, Überlastung der Bänder und zu schmerzhaften Verspannungen kommen. Dann braucht es nur noch den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, und plötzlich können Sie sich nicht mehr bewegen.

Der Arzt untersucht Sie, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen Hexenschuss handelt. Ein Hexenschuss verursacht zwar starke Rückenschmerzen, bessert sich aber im Normalfall bald wieder. Ist dem so, reicht es in den meisten Fällen, wenn Sie sich kurz schonen und bald wieder vorsichtig bewegen. Auch leichte Schmerzmittel können die Erholung unterstützen. Der Hexenschuss ist ein Warnzeichen, nach dem Sie Ihren Alltag rückenfreundlicher gestalten sollten. Allerdings gibt es auch Untersuchungsergebnisse, die auf ernstere Leiden hindeuten.

Verdacht auf Bandscheibenvorfall

Vermutet der Arzt, dass es sich um einen Bandscheibenvorfall handelt, kann er Röntgenaufnahmen von der Wirbelsäule machen, eine Magnet-Resonanz-Tomografie oder eine Computertomografie durchführen. Bewahrheitet sich der Verdacht, werden Sie zunächst mit einer Kombination aus Schmerzmitteln, Physio- und Wärmetherapie behandelt. In den meisten Fällen reicht das aus, nur in besonders hartnäckigen Fällen kommt eine Operation infrage.

Starke Rückenschmerzen: Mögliche Erkrankungen

In den allermeisten Fällen gibt es für starke Rückenschmerzen keine eindeutige Ursache: Sie kommen durch mehrere verschiedene Punkte zustande und können zumeist bekämpft werden durch Sport, Physiotherapie, Massagen, Wärmebehandlungen und eine Veränderung der auslösenden Alltagsumstände, etwa des Sitzplatzes bei der Arbeit. Ihr Arzt kann Ihnen die passenden Ratschläge geben. Sie sollten aber auf jeden Fall mit ihm sprechen, wenn Sie starke Rückenschmerzen haben, die auch nicht rasch von selbst wieder verschwinden: Es kann sich um eine schwere Erkrankung handeln.

Zu den Krankheiten, die starke Rückenschmerzen auslösen, gehören zum Beispiel Knochenschwund oder Knochenerweichung (also Osteoporose oder Osteomalazie), entzündliche Arthrose, Bandscheibenvorfälle oder auch Infektionen mit Bakterien oder Viren. In letzterem Fall reagiert die Wirbelsäule an der entsprechenden Stelle mit starkem Schmerz auf Druck oder Klopfen. Zu weiteren Krankheiten, die einer Behandlung bedürfen, zählen Verengungen des Spinalkanals, Skoliose, Wirbelgleiten und Morbus Scheuermann. Auch Tumore können sich in der Wirbelsäule bilden.

Wo sitzt der Schmerz?

Besonders häufig treten starke Rückenschmerzen oben im Schulterbereich oder direkt über dem Gesäß auf. Erstere werden sehr oft durch Verspannungen und Muskelverhärtungen im Nacken ausgelöst, allerdings kann auch ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule der Auslöser sein. Strahlen die Nackenschmerzen bis in die Schultern und Arme aus, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Die tief sitzenden oder lumbalen Rückenschmerzen sind ebenfalls häufig auf Verspannungen zurückzuführen. Wer beim Heben oder Tragen etwa falsche Bewegungen macht, wird häufig durch starke Rückenschmerzen in Höhe der Lendenwirbelsäule bestraft. Allerdings treten 90 Prozent aller Bandscheibenvorfälle hier auf, sodass Sie im Zweifel Ihren Arzt konsultieren sollten. Weitere Auslöser für Rückenschmerzen in diesem Bereich können auch entzündliche Veränderungen des Beckens sein.

Im mittleren Rücken treten Schmerzen seltener auf. Hier handelt es sich zumeist um Muskelverspannungen. Allerdings können auch Skelettverformungen oder veränderte Rippen-Gelenk-Wirbel die Auslöser sein. Achten Sie auf das, was Ihr Körper Ihnen mitteilt: Ist Ihnen die Art von Schmerz noch unbekannt, sollten Sie besser zum Arzt gehen – lokale Ansprechpartner, die Sie bei Rückenschmerzen beraten, finden Sie direkt unter diesem Artikel.

Mögliche Notfälle

In einigen Fällen ist es unabdingbar, dass Sie sofort den Notarzt rufen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn starke Rückenschmerzen zusammen mit Fieber, Schüttelfrost und Müdigkeit auftreten. Hier gilt es wahrscheinlich, schnell eine Infektion zu bekämpfen. Bei mit den Schmerzen einhergehenden Lähmungserscheinungen in den Beinen, Empfindungsstörungen im Intimbereich oder akuten Blasen- oder Darmstörungen gilt dasselbe: Schnelle Intervention kann Sie vor Langzeitschädigung retten. Strahlen Ihre Nackenschmerzen in die Arme aus oder haben Sie starke Rückenschmerzen und Brustschmerzen, die mit Kreislaufschwäche oder Unwohlsein einhergehen, gehören Sie ebenfalls sofort in ärztliche Behandlung.