Splitter entfernen: So gehen Sie richtig vor

Der häufigste Notarzt-Einsatz von Mama und Papa: Einen Splitter entfernen. Denn wie schnell hat sich beim Herumtoben in Wald und Wiese ein vorwitziges Holz in die Kinderhaut gebohrt, wie häufig greifen die Kleinen allen Warnungen zum Trotz in die Glasscherben? Wie Sie den Splitter am besten entfernen und welche Schutzmaßnahmen Sie treffen sollten, erfahren Sie hier.

Hygiene ist oberstes Gebot!

Es ist verständlich, dass Sie bei Ihrem Kind, wenn es mit Tränen in den Augen zu Ihnen rennt, so schnell wie möglich den schmerzenden Splitter entfernen wollen. Doch der Splitter selbst ist meistens harmlos, die größere Gefahr geht von einer möglichen Entzündung aus. Waschen Sie deshalb zunächst Ihre Hände und auch die betroffene Hand des Kindes sorgfältig mit Wasser und Seife und tupfen Sie die Stelle vorsichtig ab.

Wie Sie den Splitter selbst herausziehen

Besonders leicht fällt die Rettungsaktion, wenn der Splitter ein Stück aus der Haut herausragt. Dann rücken Sie dem Störenfried am besten mit einer Pinzette zu Leibe. Doch Achtung, auch hier gilt: Vorsicht vor Infektionen! Die Pinzette sollten Sie deshalb vorher mit Alkohol desinfizieren. Für eine zielsichere Hand kann eine Lupe helfen. Hat sich der Splitter fester oder tiefer in die Haut gebohrt, legen Sie die betroffene Stelle rund zehn Minuten in ein Bad mit Seifenlauge. Dadurch wird die Haut aufgeweicht und sie gibt den Splitter häufig schon bei leichtem Drücken frei. Andernfalls schieben Sie eine desinfizierte Nähnadel am Übeltäter entlang bis zu dessen Unterseite und heben ihn an, bis sie mit einer Pinzette den Splitter entfernen können. Anschließend sollten Sie die Wunde säubern und mit einem Pflaster schützen.

Wann sollte der Arzt den Splitter entfernen?

Sitzt der Splitter sehr fest oder ist es ein größerer Fremdkörper wie eine Scherbe oder Angelhaken, sollten Sie nicht selbst zur Tat schreiten, sondern einen Kinderarzt aufsuchen. Der kann auch gleich eine Spritze gegen Tetanus setzen, wenn der Impfschutz abgelaufen ist. Bei Fremdkörpern am Kopf, Hals oder Oberkörper rufen Sie dagegen sofort den Notarzt, denn solche Verletzungen können lebensgefährlich sein.