Versicherungsschutz: Welche Versicherungen Sie wirklich brauchen
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Versicherungsschutz: Welche Versicherungen Sie wirklich brauchen

Das ausgeprägte Sicherheitsbedürfnis der Deutschen beschert der Versicherungsbranche viel Geld. Pro Jahr gibt jeder Bundesbürger circa 2.000 Euro für den Versicherungsschutz aus. Welche Versicherungen verpflichtend sind und welche freiwilligen Versicherungen für die meisten Menschen lohnen, lesen Sie hier.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie genügend gespart haben, brauchen Sie einen geringeren Versicherungsschutz. Sie sparen die Beiträge und zahlen im Schadenfall alles selbst. Verpflichtend sind Sie in Deutschland nur dazu, eine Krankenversicherung abzuschließen. Unterhalb der Einkommensbemessungsgrenzen, die immer wieder angepasst werden, besteht für Angestellte außerdem eine gesetzliche Pflicht zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Mehrverdiener und Selbständige können sich bis auf die Krankenkasse in den Sozialsystemen freiwillig versichern lassen oder selbst für ihre Rente, ihren Pflegefall oder die Erwerbslosigkeit vorsorgen.

Auslandsreisekrankenversicherung für (fast) alle

Nur wer nie ins Ausland verreist, braucht sie nicht, bei allen anderen gehört sie zum sinnvollen Versicherungsschutz: die Auslandsreisekrankenversicherung. Es können schnell große Summen zusammen kommen, wenn Sie im Ausland ärztlich behandelt werden müssen, vielleicht sogar eine Operation benötigen oder einen Rücktransport nach Deutschland.

Häufig kostet eine weltweit gültige Jahrespolice weniger als 20 Euro, womit fast alle finanziellen Risiken abgedeckt sind. Eine Auslandsreisekrankenversicherung kann auch tageweise für das konkrete Urlaubsgebiet abgeschlossen werden.

Als Versicherungsschutz ein Muss: Haftpflichtversicherung

Da jede Person per Gesetz für Schäden Dritter haftet, die selbst oder durch das Verhalten der eigenen Kinder verursacht wurden, gehört eine Haftpflichtversicherung zum unverzichtbaren Versicherungsschutz. Die Haftpflicht deckt gesundheitliche Schäden anderer Personen und den Verlust oder die Beschädigung fremden Eigentums ab.

Gerade bei bleibenden Beeinträchtigungen können sich Behandlungskosten im Laufe eines Lebens zu enormen Summen addieren. Die Höhe der Schmerzensgeldforderungen steigt in Deutschland ebenfalls spürbar an. Solche Fälle sind mit einer Privathaftpflichtversicherung in der Regel abgesichert. Einschließlich Lebenspartner und Familienangehörige kostet eine Jahrespolice etwa 120 Euro mit Deckungssummen in Millionenhöhe.

Kfz-Haftpflicht für alle Autofahrer

Wie bei der Privathaftpflicht bedeutet die Haftung des Autobesitzers im Falle eines Unfalls ein hohes finanzielles Risiko. Eine Kfz-Haftpflicht ist deshalb gesetzlich verpflichtend. Sie sichert Personenschäden ab sowie Schäden an Fahrzeugen und am Eigentum Dritter. Nur für Schäden am eigenen Auto kommt die Kaskoversicherung auf.

Bei vorhandenen Rücklagen kann auf die Kasko verzichtet werden, auf die Kfz-Haftpflichtversicherung jedoch nicht. Die Teilkasko ist noch am ehesten sinnvoll, das sie ohne Verlust des Schadensfreiheitsrabatts auch bei einem Verlust durch Diebstahl zahlt.

Gebäudehaftpflicht für alle Hausbesitzer

Hausbesitzer sollten überlegen, ob sie bei Schäden durch Sturm, Brand, Hochwasser, Heizungsdefekte oder Rohrbruch die enormen Kosten für die Reparatur selbst stemmen können. Andernfalls lohnt der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung, die allerdings mit einigen hundert Euro jährlich zu Buche schlägt. Elementarschäden sollten nach Möglichkeit eingeschlossen sein, was die Versicherer jedoch nicht überall anbieten.

Für jeden Hausbesitzer sinnvoll – und für alle, die vermieten auch gesetzlich vorgeschrieben – ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Sie kommt für Personenschäden im Zusammenhang mit dem Grundstück auf, falls beispielsweise ein dicker Ast bei Sturm einen Passanten verletzt. Eine Jahrespolice kostet zwischen 20 und 100 Euro.

Fazit:

Ein Versicherungsschutz ist nur zwingend, wenn es an Rücklagen mangelt. Anderenfalls kann man sich summierende Beiträge für den Versicherungsschutz sparen und besser investieren. Totalschäden, die zum finanziellen Ruin führen würden, sollten nach Möglichkeit abgesichert werden. Darüber hinaus sind viele Versicherungen entbehrlich.

Die Risikolebensversicherung gilt zum Beispiel als gute Absicherung für Familienangehörige. Sie lockt mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und garantiert den Hinterbliebenen im Todesfall des Versicherten eine feste Auszahlungssumme. Alternativen zur finanziellen Absicherung von Angehörigen, etwa der Erwerb von Grundbesitz, sind jedoch häufig lohnender als der Versicherungsschutz durch eine Risikolebensversicherung. Vergleichen lohnt. 

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